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Keine Homo-Küsse in der Straßenbahn

Keine Homo-Küsse in der Straßenbahn. Absurdes Theater in Basel: In den Straßenbahnlinien 10, 11, 14 und 17 dürfen diese Plakate des queeren Jugendzentrums Anyway nicht gezeigt werden, in den anderen neun Linien können die Fahrgäste sie dagegen ab 2. Februar bewundern.

Grund der Aufteilung: Während die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB), die die grünen Trams der Schweizer Grenzstadt betreiben, mit der fünfwöchigen Akzeptanzkampagne keinerlei Probleme haben, stellt sich die Baselland Transport AG (BLT) mit ihren gelb-roten Straßenbahnen quer.

Anstößige Werbung, die die Fahrgäste womöglich stören könnte, sei nach den BLT-Richtlinien untersagt, erklärte Direktor Andreas Büttiker gegenüber der Zeitung "20 Minuten". Deshalb habe man sich nach langem Hin und Her gegen die Veröffentlichung der Kuss-Motive ausgesprochen. "Trotzdem ermöglichen wir die Aktion zugunsten Anderssexuellen - wenn auch mit Zurückhaltung und einigen Einschränkungen", so Büttiker.

Im Klartext: Da zur Anyway-Kampagne insgesamt 14 verschiedene Motive gehören, sind nur jene mit Mundkontakt in den BLT-Linien 10, 11, 14 und 17 nicht genehm. Diese hier etwa werden ab 2. Februar in allen Basler Straßenbahnen gezeigt:



Heftige Kritik an der Baselland Transport AG übte die Schweizer LGBT-Vereinigung Pink Cross: "Die Ablehnung mit der Begründung, dass ein sich küssendes gleichgeschlechtliches Paar in der Gesellschaft womöglich als anstössig empfunden werden könnte, ist für mich schlichtweg homophob und zensurierend", erklärte Geschäftsführer Bastian Baumann gegenüber "20 Minuten".

Beim Jugendtreff Anyway nahm man die Entscheidung etwas gelassener. "Die Reaktion der BLT bestätigt, wie wichtig unsere Tramplakat-Aktion und das Thematisieren der Anderssexualität ist", meinte Mitarbeiterin Alexandra Barth. Ihr Trost: Zumindest beim Umsteigen in die BVB-Bahnen können man schließlich alle Motive sehen.

Der queere Basler Jugendtreff war Ende vergangenen Jahres mit dem Chancengleichheitspreis beider Basel ausgezeichnet worden (queer.de berichtete). Die Tram-Plakate wurden aus dem Preisgeld in Höhe von 20.000 Franken finanziert. (mize)

Update 15:45 Uhr: Am Mittwoch, den 4. Februar rufen Pink Cross und andere LGBT-Organisationen zu einem Kiss-in in einer Tram der Baselland Transport AG (BLT) auf. Treffpunkt ist um 19 Uhr am Bahnhof Basel SBB.


-w-

#1 FinnAnonym
#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
#3 EnyyoAnonym
  • 28.01.2015, 11:20h
  • Na die "braven" Plakate zumindest der Männer lassen ja der Phantasie Raum: vielleicht haben die beiden ja eingelocht und sind deshalb so happy!?

    Von wegen den unanständigen Küssen...
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#4 SprachregelungAnonym
  • 28.01.2015, 12:19h
  • "Anderssexualität"
    Ich bin nicht "anderssexuell", sondern homosexuell.
    Und habe es in keiner Weise nötig, meine sexuelle Identität als vermeintliche "Abweichung" von irgeneiner gesellschaftlich produzierten/konstruierten/erzwungenen "Norm" zu definieren. Eine solche Sprache zementiert letztlich Heteronormatitivät. JEDER Mensch ist "anders" im Sinne von einzigartig - und zugleich sind wir alle in unserer Einzigartigkeit gleich(wertig). Das muss die Message sein!
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#5 @SprachregelungAnonym
  • 28.01.2015, 17:28h
  • Dir ist schon bewusst, dass der Titel sich zwar auf "homosexualität" beschränkt, die Zitierte Person jedoch mit "Anderssexuelle" die gesamte LGBTQ meint und dies daher ein Überbegriff darstellt wie im englischem "Queer"?!

    Sprich du solltest dich daher anstadt angegriffen fülen, etwas Solidarität gegenüber den Rest zeigen, die sich nicht als hetero bezeichnen - was ja die Norm darstellt und daher ist alles ausserhalb der Norm halt anders!
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#6 axelsProfil
  • 28.01.2015, 23:57h-
  • Ich bin enttäuscht - weil ich offensichtlich eine falsche Erwartung hatte. Die in meiner Strasse fahrenden Trams werden von einem heterosexistischen Verkehrsbetreiber betrieben. "Modern" steht im Leitbild der BLT. "Reaktionär" wäre treffender. Das ist traurig.
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#7 historikerAnonym
  • 29.01.2015, 00:50h
  • ich bestreite ausdrücklich diese "norm" bzw. benenne sie als das, was sie ist: das produkt gesellschaftlicher macht-, ausbeutungs- und unterdrückungsverhältnisse.
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