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Abschied vom Regenbogen

Mit einem Fotoshooting nahmen die Menschen in Warschau Abschied von einer beliebten wie umkämpften Kunstinstallation.

Der Warschauer Kunst-Regenbogen am Erlöserplatz ist Geschichte. In der Nacht zum Donnerstag ließ die Stadt die beliebte Kunstinstallation entfernen, nachdem sie beschlossen hatte, die von Anfang an zeitlich begrenzte Aktion nicht zu verlängern.

Der 26 Meter weite und bis zu neun Meter hohe Bogen mit künstlichen Blumen war als Zeichen für ein weltoffenens Polen für die EU-Ratspräsidentschaft des Landes im Jahr 2011 erstellt und ursprünglich in Brüssel aufgestellt worden. Danach zog das Projekt der Künstlerin Julita Wojcik an den pittoresken wie tags und nachts belebten Platz im Süden der Warschauer Innenstadt.



Umrundet von Cafés und Kneipen mit teils gemischtem Publikum sowie der Erlöserkirche wurde er dort schnell ein Zeichen eines modernen, bunteren Warschaus wie auch der LGBT-Bewegung. Und damit auch umkämpft.

Mehrfach wurde das Projekt angezündet und teilweise zerstört. Als Nationalisten den Regenbogen am Nationalfeiertag 2013 abfackelten, gingen die Bilder davon um die Welt (queer.de berichtete). Weniger wurde vermeldet, wie sich wenige Tage später Tausende zu einem Kiss-In versammelten (queer.de berichtete) oder wie die Stadtverwaltung mehrfach Geld ausgab, um ihn wieder herzurichten. Vandalismus werde man nicht nachgeben, sagte Warschaus Oberbürgermeisterin Hanna Gronkiewicz-Waltz.



Am letzten Wochenende versammelten sich nun wieder zahlreiche Warschauer, Homo- wie Heterosexuelle, um Abschied von dem Regenbogen zu nehmen. Der dort beheimate Club Plan B hatte eine Bühne und einen Fotomaten bereitgestellt und per Facebook dazu aufgerufen, ein letztes Bild von sich mit dem Kunstprojekt zu machen. Das Portal culture.pl hat inzwischen eine Galerie mit den Fotos vom Samstag und Sonntag erstellt, es sind über 1.000 geworden.

Zu dem Zeitpunkt war bereits angekündigt worden, dass der Regenbogen einen neuen Platz finden soll, über den allerdings Rätselraten herrschte. Inzwischen wurde bekannt, dass das Warschauer Centre for Contemporary Art den Regenbogen in seine Sammlung übernimmt. (nb)


-w-

#1 SebiAnonym
#2 AnthrazitProfil
  • 28.08.2015, 16:27hAlfter
  • Das Kulturinstitut ist etwa zehn, fünfzehn Gehminuten vom bisherigen Standort entfernt. Sofern sie die Plastik nicht nur einlagern sondern ausstellen wollen müßten sie sie irgendwo um den Ujazdowskipalast herum aufstellen. Würd' mich interessieren ob und wo ..
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#3 MarcAnonym
  • 28.08.2015, 20:35h
  • Gerade in Polen wäre es nötig gewesen, ein dauerhaftes Denkmal für Vielfalt zu haben...
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#4 giliattAnonym
  • 29.08.2015, 00:58h
  • Ich (58/DDR) gehe mal 40 Jahre zurück. Damals, als Abiturient, erschien mir Warschau als Hort der Toleranz im Ostblock. Auf dem neuerbauten Alten Markt staroje mesto, den Hitlers Truppen erdgleich gemacht hatten, pulsierte das Leben. Über allem lag für mich ein Hauch niegekannter Freiheit. Künstlerisch. Politisch. Auch schwulenpolitisch. Offenheit nämlich anno 1975. Damals war das katholische sozialistische Polen sehr offen und Keimzelle der Solidarnoc, die das kommunistische System stürzte.
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#5 Patroklos