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Das erste Safer-Sex-Plakat

Vor 30 Jahren veröffentlichte die Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) mit dem schwulen Motiv "Sicher besser - Safer Sex" ihr erstes Präventionsposter - jetzt ist es Teil einer neuen Ausstellung im Dresdner Hygiene-Museum.

Das von Detlev Pusch gestaltete Plakat (PDF) warb 1985 erstmals für Safer Sex als neue Präventionsstrategie. Vor allem durch die Benutzung von Kondomen sollte die Ansteckung mit HIV vermieden werden. Finanziert wurde das Poster durch eine Benefizveranstaltung im Berliner Tempodrom, bei der u.a. Inge Meysel, Brigitte Mira, Alfred Biolek und André Heller auftraten.

Der Slogan war damals nicht unumstritten. Kritiker monierten, dass Sex mit Kondomen nicht der "bessere" Sex sein könne. (Der Alternativvorschlag, der sich letztlich allerdings nicht durchsetzen konnte, lautete "Sex? Na sicher - Safer Sex".).

Bemerkenswert bei diesem ersten Plakat der DAH, das kurz nach der Drucklegung vom Terrence Higgins Trust (London) und von AIDES (Paris) übernommen wurde, ist aus heutiger Sicht vor allem der zweite Teil des Slogans: Dadurch, dass bewusst nicht von "Safe Sex" gesprochen wurde, hat sich die Deutsche AIDS-Hilfe frühzeitig auf eine bis heute gültige "Safer-Sex-Kampagne" festgelegt, d.h. auf eine Kampagne, die auch Restrisiken ansprach. Die Strategie bestand also von Anfang an darin, Risiken zu minimieren, und nicht darin, sie zu eliminieren.

Zusammen mit rund 240 anderen Postern aus aller Welt ist das erste DAH-Plakat Teil der neuen Sonderausstellung "AIDS - Nach einer wahren Begebenheit", die am Samstag im Dresdner Hygiene-museum eröffnet wurde. Die Ausstellung stellt die Poster anderen Zeitdokumenten gegenüber, darunter zeitgenössische Kunstwerke, Werbung, Filme, TV-Talkshows und weitere Medien der Popkultur.



Im Pressetext des Hygiene-Museums heißt es: "Durch diese multimediale Kontextualisierung wird deutlich, dass AIDS seit seinem Auftreten Anfang der 1980er Jahre noch etwas anderes war, als eine tödlich verlaufende Krankheit. Denn das Sprechen über AIDS berührt immer auch unsere Einstellungen gegenüber bestimmten Lebensentwürfen und führt zu einer kritischen Auseinandersetzung mit Fragen von Sexualität und Tod, von Schuld und Scham, von Eigenverantwortung, Fürsorge und Toleranz."

Die Sonderausstelllung läuft noch bis 21. Februar 2016. (cw)


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