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Scham(haar) und Schönheit

  • 09. Februar 2016, noch kein Kommentar

Seine neue Ausstellung "стыд и красота" (Scham und Schönheit) zeigte der schwule Berliner Fotograf Andreas Fux zuerst heimlich in Moskau - jetzt kann man sie auch in der deutschen Hauptstadt bewundern.

Die Galerie cubus-m präsentiert noch bis zum 5. März seine intimen Porträts überwiegend halbnackter, tätowierter Männer, die er älteren Arbeiten, darunter einige Landschaftsaufnahmen, gegenüberstellt.



Insbesondere die neueren Fotografien von Andreas Fux zelebrieren Körperkult und Sexualität auf eine geradezu poetische Weise. Nächtelang dauern die Sessions, in denen er seine Modelle aus ihrem Alltag reißt und sie in die Raum- und Zeitlosigkeit seiner Kunstwerke transportiert: "Ich bin ja so gar nicht gläubig, aber diese Treffen haben etwas Heiliges jenseits der Religion", sagt Fux selbst über das Entstehen seiner Bilder.



Mit dem russischen Titel und der Premiere seiner "Homo-Propaganda" in Moskauer Privaträumen hat die neue Ausstellung des ehemaligen DDR-Bürgers einen unerwarteten politischen Aspekt. "Wenn Andreas Fux die Arbeiten nun in Berlin zeigt, sind die Umstände weitaus weniger brisant als in Moskau. Es mag wenig subversiv und mutig erscheinen, weil ein Künstler hier die Freiheit hat, auch das Anderssein auszustellen und sichtbar zu machen", schreibt Boris von Brauchitsch in der Einladung zur Ausstellung. "Und doch bringen die Fotografien Ihre Geschichten mit. Sie fordern uns auf, einen Standpunkt zu beziehen, der am Ende auch ein politischer sein muss. Ist die westliche Toleranz manchmal fadenscheinig, so ist die russische Intoleranz zum Kotzen. Es ist notwendig, sich nicht mit Repressionen zu arrangieren, egal wo sie stattfinden."

"стыд и красота" ist bereits die dritte Einzelausstellung von Andreas Fux bei cubus-m. (cw)


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