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Ein Regenbogen in der Knesset

  • 25. Februar 2016, noch kein Kommentar

Am Dienstag lud das israelische Parlament Vertreter von Homo- und Transorganisationen zum ersten "LGBT Rights Day" ein.

Im israelischen Parlament und einigen seiner Ausschüsse haben am Dienstag anlässlich des ersten "LGBT Rights Day" mehrere dutzend Aktivisten mit Politikern diskutiert.

Der Parlamentarier Amir Ohana, der im Dezember als erster offen schwuler Likud-Abgeordneter in die Knesset nachrückte, lobte, dass auch orthodoxe Parteien an dem Tag teilnahmen. Es gebe in dem Land aber noch viel zu tun: Von einer Homo-Ehe - in Israel eine umfassendere Frage, weil Ehen bislang nur von Religionsgemeinschaften geschlossen werden - über Vorurteile gegenüber LGBT bis hin zu Gewaltvorfällen. Die Gesellschaft sei aber im Wandel wie das Parlament, meinte Ohana, "Gleichheit und Freiheit für alle" müsse das Ziel sein.



Selbst Premierminister Benjamin Netanjahu meldete sich für eine kurze Stellungnahme zu Wort, in der er darauf verwies, dass Gott jeden Menschen als sein Ebenbild geschaffen habe. Dieses Grundprinzip habe das Handeln des Volkes auch heute zu bestimmen.

Die Abgeordnete Merav Michaeli von der Zionistischen Union, die den Tag zusammen mit weiteren Abgeordneten aus mehreren Parteien organisiert hatte, kritisierte hingegen Netanjahus Regierung, die sich weiter "unaufgeklärt" zeige und sich nicht gegen diskriminierende Gesetze oder für die Community einsetze.

Seit dem erneuten Messerangriff auf CSD-Teilnehmer in Jerusalem wird in dem Land ernsthafter über die Rechte von Homo- und Transsexuellen diskutiert. Die LGBT-Organisation AGUDA lobte so auch die Gespräche und den "historischen Tag", an dem sich zahlreiche Knesset-Mitglieder den Anliegen der Community offen gegenüber gezeigt hätten.

Die gute Stimmung hielt allerdings nicht lange: Einen Tag später wurde bekannt, dass bei einem Koalitionstreffen ohne weitere Debatte ganze sechs Gesetzesinitiativen zu LGBT-Rechten fallengelassen wurden, darunter eine zur Zivilehe. Inzwischen hat die Organisation AGUDA für Samstag zu einem Großprotest vor dem Sitz der Regierung aufgerufen, das Portal GoGay forderte den Rücktritt Ohanas.


-w-