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Nackte Gebärden

Beim schwedischen ESC-Vorentscheid geben auch die Dolmetscher für Gehörlose alles.

In Schweden ist gestern das Melodifestivalen zu Ende gegangen, jenes mehrwöchige Spektakel, das den Eurovision-Beitrag des Landes auswählt und dabei die meistgesehene TV-Sendung des Jahres ist.

Das "Mello", das deutsche Vorentscheide in Inszenierung und Musik sehr, sehr alt aussehen lässt, ist auch bei internationalen Fans beliebt, die es in Massen per Livestream verfolgen. Für zusätzliche Unterhaltung sorgt seit einigen Jahren der alternative Stream mit eingeblendeten Gebärdendolmetschern.

Die übersetzen nämlich nicht nur den Text, sondern versuchen auch, alle Aspekte des Songs an ihre Zuschauer ebenso angemessen weiterzugeben wie die Stimmung des Spektakels. Daraus entstanden ist eine sehenswerte Leistung, ein unterhaltsamer Wettbewerb für sich.

Bereits im letzten Jahr machte ein Best-of der "Teckenspråksgestaltare"-Arbeit von Tommy Krångh eine virale Karriere in sozialen Netzwerken: Wie er einen Song ohne erkennbaren Text oder einen mit sehr viel davon umsetzte: eine große Kunst! Und bei Conchia Wursts Gastauftritt fing er die in "Rise like a phoenix" innewohnende selbstbewusste Würde perfekt ein:

Die sich per Song abwechselnden Dolmetscher geben letztlich alles, um den jeweiligen Beitrag darzustellen - gestern auch ihr Hemd:

Kein Zweifel, dass auch dieses Video eine virale Karriere vor sich hat. Retten konnte der shirtlose Einsatz den Song von Samir & Viktor übrigens nicht, von den internationalen Jurys bekam er null Punkte und landete schließlich auf dem letzten von zwölf Plätzen.



Wen es weiter interessiert: Gewonnen hat der 17-jährige Frans mit "If I were sorry", knapp vor "Human" von unserem Favoriten Oscar Zia, der sich kurz vor Wettbewerbsbeginn geoutet hatte. Bei einem unendlichen Medley von Melodifestivalen-Songs durften auch die Drag Queens von "After Dark" nicht fehlen, und Vorjahressieger Måns Zelmerlöw hat bei der Inszenierung von "Heroes" einen Ersatz für seinen computeranimierten Jungen gefunden - die Originalinszenierung samt Gebärden findet sich übrigens auch im ersten Video oben.


-w-

#1 ShownachleseAnonym
  • 13.03.2016, 12:10h
  • Ich habe gestern Abend das Finale gesehen und bin über den Sieger enttäuscht. Ich hatte ganz andere Favoriten, und zwar Ace Wilder, Oscar Zia, Robin Bengtsson (der Mann mit den schönsten Augen aller Teilnehmer), Molly Sandén und Wiktoria.

    Daß Samir und Viktor mit ihrem Song den letzten Platz belegten ist absolut gerechtfertigt denn gesanglich waren die Beiden die schwächsten des Abends.
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#2 TV TrendsAnonym
  • 13.03.2016, 12:58h
  • Sieh' an: In anderen europäischen Ländern werden bedeutende Funktionen und Rollen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen nicht nur mit weißen Oberschichtler_innen besetzt, die in aller Regel eine sexistische Kleiderordnung reproduzieren und bei denen sich die ebenfalls zu dieser Schicht gehörenden Rassist_innen und Homo-Hasser_innen die Klinke in die Hand geben. Anscheinend haben es die Neofaschist_innen kaum irgendwo so leicht und werden so hofiert wie hierzulande.
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#3 seb1983
  • 13.03.2016, 14:54h
  • Ich finde es schön wie du immer auch die weibliche Form kreiert hast auch wenn sie nicht existiert, sprachlicher Faschismus quasi.

    Allerdings solltest du bei der Faschismuseinschätzung die eurozentrische Brille abnehmen und den Blick gen Süden und Osten schweifen lassen so wirst du von 200 Staaten 150 finden gegen die Deutschland wie ein Engelchen aussieht.

    Kurz: Doch es gibt locker 100, 150 Staaten in denen "Faschisten" weit mehr hofiert werden.
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#4 UrsaMajorEhemaliges Profil
  • 13.03.2016, 15:15h
  • @seb1983
    Jetzt erzähl' uns noch, es gebe keine Oberschichtlerinnen, Rassistinnen und Homo-Hasserinnen...
    In welchem Universum lebst Du bitte?
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#5 Sabelmann
  • 13.03.2016, 16:58h
  • Für mich könnten 10 Schwedische Teilnehmer sein!Machen die vorher einen Modelwettbewerb?Soviele Schnuckels auf einem Fleck!
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