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Queere Engel

Zum Schutz einer Veranstaltung für LGBT-Jugendliche haben sich in Melbourne dutzende Menschen als Engel verkleidet.

Die Idee stammt aus Amerika: Als die Westboro Baptist Church 1998 die Beerdigung des ermordeten schwulen Studenten Matthew Shepard mit einem Protest begleiten wollte, verkleideten sich viele Anwohner als Engel. Sie umzingelten die homophoben Protestler und verdeckten die Hassbotschaften auf den Plakaten durch ihre Kostümflügel.



Mit Hass rechnete man auch am vergangenen Samstag in Melbourne, wo die "Safe Schools Coalition", ein Zusammenschluss mehrerer LGBT-Verbände, einen Schulball für LGBT-Teenager zum Beginn der neuen Schulsaison abhielt. Homo-Gegner der Organisation "Stop Safe Schools Coalition" hatten einen Vor-Ort-Protest angekündigt.

Rowena Allen, die (erste) Kommissarin für Gender und Sexualität des Bundesstaats Viktoria, sah die Gefahr, dass damit der Gedanke des Balls, einen sicheren Hafen für die queeren Kids zu bieten, konterkariert werde - und organisierte mit örtlichen LGBT-Gruppen und auch heterosexuellen Unterstützern die Engel-Security. Die Protester ließen sich schließlich nicht blicken.



Ohnehin ging die homophobe Empörung nach hinten los: Die Gruppe "Stop Safe Schools Coalition" hatte bereits im Februar auf Facebook dazu aufgerufen, Tickets für den Ball zu erwerben und den LGBT-Kids damit die Plätze wegzunehmen ("Je mehr Tickets an uns verkauft werden desto mehr Kinder können wir schützen"). Als Gegenreaktion formierte sich in sozialen Netzwerken eine Kampagne, die dazu aufrief, die Möglichkeit zu nutzen, queeren Kids die Veranstaltung zu sponsern. Dabei kamen über 25.000 australische Dollar zusammen.

Der Ball unter dem Titel "2016 Same Sex Gender Diverse Formal" mit Festessen, Reden, Musik und natürlich Tanz wurde schließlich ein großer Erfolg mit über 600 Teilnehmern.


-w-