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Jetzt kommt die Regenbogenfahne 2.0

Inspiriert von der Regenbogenfahne, die der Künstler Gilbert Baker 1978 entwarf, hat der Berliner Friedrichstadt-Palast die "Colours of Respect" erfunden und vor dem eigenen Haus geflaggt - nun hofft das Theater auf eine Übernahme der Idee durch andere Institutionen, Gruppen und Einzelpersonen.

Die neue achtfarbige Flagge soll ein "Zeichen für respektvollen Umgang und gegen Verrohung der Diskussionskultur" setzen, erklärte die meistbesuchte Berliner Bühne am Dienstag in einer Pressemitteilung. In einem Statement auf der Homepage heißt es dazu: "Die 'Colours of Respect' sind keiner bestimmten gesellschaftlichen, politischen oder sexuellen Richtung verpflichtet. Sie sind ein unabhängiges, politisch neutrales Statement für alle, die sich gegenseitigem Respekt verpflichtet fühlen."

Das Design wurde vom Hamburger Künstler Zhoi Hy entworfen. Von der klassischen Regenbogenfahne unterscheiden sich die "Colours of Respect" durch die Reihenfolge der Farben, die Farbanzahl und teilweise die Farbbedeutungen.

Violett = Geist: Respektiert andere Sichtweisen und Erfahrungen, auch wenn sie Euren Sichtweisen und Erfahrungen widersprechen. Man muss Meinungen nicht teilen und nicht jede Diskussion muss im Konsens enden.

Magenta = sexuelle Orientierung: Respektiert alle legitimen sexuellen Orientierungen. Sexualität ist ein Spektrum und in der Natur ist Vielfalt der Normalfall. Unterschiedliche sexuelle Orientierungen sind also normal und natürlich.

Gelb = Herkunft: Respektiert alle Nationen, Ethnien und Hautfarben. Besser oder schlechter machen uns Erziehung, Umstände und Zufälle. Es gibt üble Menschen in allen Hautfarben, Schichten und Ländern. Und mehr gute.

Rot = Leben: Respektiert das Leben. Euer eigenes und das von Anderen. Ob Ihr hierüber pazifistisch denkt oder Verteidigung als legitim betrachtet, respektiert Eure Meinungsverschiedenheiten.

Grün = Natur: Respektiert die Natur als Basis allen Lebens. Respektiert die Begrenztheit der Ressourcen und dass andere Menschen auch Zugriff auf sie brauchen, um zu leben und zu überleben.

Königsblau = Glaube: Respektiert Menschen, die nicht religiös sind und die, die glauben. Glaubensauslegungen und Ideologien, die das Leben anderer Menschen einschränken oder gefährden, oder meinen, über geltendem Recht oder anderen Gruppen zu stehen, sind nicht zu tolerieren.

Türkis = Kunst: Respektiert die Freiheit und Verschiedenartigkeit der Kunst. Wehre Dich gegen jede Form des Eingriffs in die Kunstfreiheit, auch gegen die des vorauseilenden Gehorsams. Dir muss nicht jede Kunst gefallen, respektiere ihre Daseinsberechtigung.

Orange = Gesundheit: Respektiert Menschen mit und ohne Behinderungen. Versucht, Euch in die andere Seite hineinzuversetzen.

"Noch vor wenigen Jahren wäre ich nicht auf die Idee gekommen, Selbstverständlichkeiten auf bunte Fahnen zu schreiben. Aber die Zeiten sind derart in Bewegung, dass auch vermeintliche Selbstverständlichkeiten wieder gefährdet sind. Daher muss die Mehrheit aufhören, zu schweigen und gegenüber populistischen Vereinfachern und Feinden unserer Freiheit Rückgrat zeigen", erklärte Intendant Berndt Schmidt.



Seit Dienstagvormittag wehen die "Colours of Respect" vor dem Haupteingang des Palastes mit Blick auf die Friedrichstraße. Die Hissung erfolgte durch Mitglieder des internationalen Ballettensembles aus Ägypten, Brasilien, Bulgarien, Deutschland, Italien, Kanada, Österreich sowie der Slowakei und Ukraine. "Sie repräsentieren unterschiedliche Meinungen, Herkünfte, Glaubensrichtungen und sexuelle Orientierungen. Auch hier, auf den Brettern, die die Welt bedeuten, erfordert das gemeinsame Arbeiten Disziplin - und gegenseitigen Respekt", heißt es in der Pressemitteilung des Theaters.

Auf der Website stehen verschiedene Versionen der "Colours of Respect" zum Download und Teilen bereit. (cw)


-w-

13 Kommentare

#1 sdfghjkAnonym
  • 30.08.2016, 14:10h
  • 1. Wenn man schon die ursprünglichen 8 Farben verwendet, sollte man sie auch in der ursprünglichen Reihenfolge und mit ihren ursprünglichen Bedeutungen verwenden.

    2. Die Regenbogenflagge ist ein Zeichen für die Vielfalt sexueller Identität und Orientierung. Natürlich gibt es auch andere wichtige Themen, aber wenn man jetzt alles mögliche da rein legt, verwässert man das ursprüngliche Anliegen.

    3. Was soll das bei der Farbe blau: "Respektiert Menschen, die nicht religiös sind und die, die glauben."?

    Wieso soll ich Menschen respektieren, die an irgendwelche Phantasie-Konstrukte glauben, nur damit sie sich besser fühlen. Und die dann auch noch deshalb anderen Vorschriften machen wollen oder andere für minderwertig halten.

    Fazit:

    Wir können ja gerne die ursprüngliche 8-Farben-Idee von Baker verwenden. Aber dann in der originalen Reihenfolge und mit den originalen Bedeutungen.

    Die Regenbogenflagge hat sich über Jahrzehnte als Symbol für sexuelle Vielfalt (dazu gehört auch Heterosexualität) und Freiheit etabliert und sollte jetzt nicht zu einer Art Universal-Flagge werden, die irgendwie für alles stehen will, aber nichts so richtig kann.
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#2 YannickAnonym
  • 30.08.2016, 14:18h
  • Nicht nur, dass wir im Schulunterricht, in den Medien, in der Politik, etc. unsichtbar gemacht werden, sondern jetzt will man uns auch noch unsere Regenbogenflagge als Erkennungszeichen und politisches Statement nehmen, indem sie plötzlich auch für Respekt anderer Hautfarben (das tun wir eh, denn nicht wir sind die Nazis), Religionen (die für so viel Leid auf der Welt verantwortlich sind), etc. stehen soll.

    Manche Anliegen (Hautfarbe, Behinderung, Natur, etc.) sind ja durchaus auch wichtig. Aber man kann doch nicht alles, was irgendwie wichtig ist in unsere Flagge reinprojizieren.

    Und anderes, wie der Respekt gegenüber Religionen, geht gar nicht. Denn fast alle Religionen haben gerade für LGBT so viel Leid über die Welt gebracht und viele haben die berechtigte Meinung, dass die Welt nur ohne Religion ein Ort voller Frieden und ohne Hass, Gewalt und Krieg sein kann.

    Nein nein, lasst die Regenbogenflagge mal schön so, wie sie ist... Gerade wir sind eh schon tolerant gegenüber anderen, das muss uns niemand sagen. Und ich will nicht, dass die Regenbogenflagge plötzlich auch für tausend andere Dinge steht.
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#3 Crikkie
  • 30.08.2016, 15:03h
  • Ein bisschen verworren ist die Entwicklungsgeschichte der "Colours of Respect" ja schon... Der Künstler beruft sich auf die Flagge nach Gilbert Baker, die ja 1978 explizit als Gay-Pride-Symbol entworfen wurde und stellt diese als Vorbild der bereits 1961 in Benutzung befindlichen PACE-Flagge nach Aldo Capitini oder der Regenbogenflagge der Umweltbewegungen und alle drei zusammen als Grundlage seiner Kreation dar.

    Also, im Grunde genommen hat er die Rezepte eines Apfelkuchens, eines Erdbeerkuchens und eines Kirschkuchens genommen und einen Blaubeerkuchen daraus gemacht -aus drei inhaltlich vollkommen verschiedenen Dingen etwas neues, viertes, ohne dass zwischen irgendeinem der Dinge -bis auf ein ähnliches Aussehen- ein größerer Zusammenhang bestünde.
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#4 AlexAnonym
  • 30.08.2016, 18:22h

  • Es hat Jahrzehnte gedauert, die Regenbogenflagge als GLBTI-Symbol zu etablieren und international zu verbreiten.

    Und jetzt soll man wieder von vorne anfangen? Und noch dazu das Thema GLBTI-Rechte zu einem Thema unter vielen anderen machen?

    Die Regenbogenflagge war von anfang an als GLBTI-Symbol gedacht und dabei soll es auch bleiben. Was ich außerdem noch unterstützen will und was nicht, kann ich selbst entscheiden...
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#5 Petrillo
  • 31.08.2016, 00:52h
  • Ich schließe mich den Vorrednern an: die neue "Fahne" ist auf den ersten Blick hübsch anzuschauen, verwässert aber in ihrer umgestrickten Symbolik die Kraft der etablierten Flagge, zumal sie hier unnötige Dinge wie Toleranz gegenüber Religionen enthält.

    Ganz davon abgesehen ist der neue Entwurf drucktechnisch bzw. in unterschiedlichen Formaten viel schwerer umzusetzen - endlich gibt's die Original-Fahne sogar als Emoji und dann kommt so ein bunter Batik-Lappen...
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#6 giliatt 2Anonym
  • 31.08.2016, 01:15h
  • So ein Quatsch!

    Habt Ihr schon einmal einen Regenbogen live in der Natur erlebt?

    Heller Tag. Es biitzt und donnert. Regen schießt herab wie aus Eimern. Die Wolken reißt es auseinander und die Sonne strahlt in das Unwetter. Und schon wölbt sich ein Regenbogen über uns.

    Drei Grundfarben gibt es. Vom physikalischen Spektrum her rot, blau und gelb.

    Und nun muss ein "Künstler" den Regenbogen neu erfinden?
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#7 Fox-NewsAnonym
  • 31.08.2016, 04:25h
  • Niemand interessiert was in Berlin " erfunden " wird. In Paris und London kennt niemand diese neue Fahne, dabei bleibt es auch. Sie ist Unfug.
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#8 CarlZeissAnonym
  • 31.08.2016, 06:57h

  • Ich empfehle, noch einmal einen Blick ins Physikbuch zu werfen.

    Ihrr Welt wäre grau.
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#9 Julian 80Anonym
  • 31.08.2016, 09:29h
  • Manche Leute haben scheinbar nichts besseres zu tun, als Probleme zu lösen, die es gar nicht gibt.

    Und dann wird es auch noch schlecht gemacht: wie soll man bitteschön dieses Motiv als Flagge realisieren? Das ist drucktechnisch möglich, aber sehr aufwändig.

    Im übrigen sollte man ein etabliertes Symbol (genau wie etablierte Markennamen) nur dann ändern, wenn man sehr triftige Gründe dafür hat, die die Nachteile überwiegen. Da kämpfen wir jahrzehntelang dafür, dieses Symbol zu etablieren und wenn es endlich jeder kennt, soll wieder was ganz neues her? Völlig grundlos, nur weil sich irgendwer selbst verwirklichen und sich selbst ein Denkmal setzen will...

    Das ist wieder sowas, wo ein paar Leute meinen, sie würden die Welt revolutionieren, aber in Wirklichkeit interessiert das außer denen niemanden.
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#10 LinusAnonym
  • 31.08.2016, 10:48h
  • Ich verstehe gar nicht den Grund, ein bekanntes Zeichen gegen LGBT-Diskriminierung jetzt plötzlich auch noch auf andere Bereiche auszudehnen und damit die bisherigen Ziele zu verwässern.

    Es ist ja nun nicht gerade so, dass wir bei dem Thema Homorechte bereits am Ziel sind und vor lauter Langeweile, weil es nichts mehr zu tun gäbe und die Regenbogenflagge bedeutungslos geworden wäre, krampfhaft nach neuen Betätigungsfeldern suchen müssten.

    Im Gegenteil:
    die Regenbogenflagge als Zeichen gegen LGBT-Diskriminierung ist heute wichtiger denn je. Und sie sollte das bleiben, was sie immer war: ein Zeichen für die Vielfalt sexueller Identitäten und Ausrichtungen.
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