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Die Vielfalt der Hausgenossenschaften

  • 04. Oktober 2016, noch kein Kommentar
Bild: Verena Jaekel

Immer wieder werden "traditionellen" Familien sogenannte "moderne" gegenübergestellt - die neue Gruppenausstellung "Dicker als Wasser" im Erlanger Kunstpalais hinterfragt diese Unterscheidung.

"Familie muss angesichts sich wandelnder Realitäten neu gedacht werden", heißt es in der Ankündigung zu der Ende September eröffneten Schau. "Kritik an starren Rollenbildern und patriarchaler Macht ist spätestens mit der 68er-Bewegung im gesellschaftlichen Mainstream angekommen. Doch sobald es darum geht, zu definieren, was eine Familie ist, erhält das Thema neue Sprengkraft. Was macht den Kern einer Familie aus?"

Die Ausstellung zeigt Arbeiten von Candice Breitz, Simon Fujiwara, Badr el Hammami & Fadma Kaddouri, Nan Goldin, Haejun Jo, Nina Katchadourian, Ragnar Kjartansson, Neozoon, Johannes Paul Raether, Gillian Wearing, Tobias Yves Zintel und Verena Jaekel. Von der letzteren Künstlerin stammt das Aufmacherbild. In ihrer Serie "Neue Familienportraits - New Family Portraits" hat Jaekel 17 Regenbogenfamilien im Stil klassischer Familienfotografie inszeniert (queer.de berichtete).

Doch in der Ausstellung geht es um weit mehr als nur die Einbeziehung gleichgeschlechtlicher Eltern in den Familienbegriff. "Die familia, der lateinische Ursprung des Wortes Familie, übersetzt sich nüchtern als Hausgenossenschaft", erinnert das Kunstpalais. "Anstelle von Blutsverwandtschaft und Schicksalsgemeinschaft suggeriert er eher eine Gemeinschaft freiwilliger Bindung und erfasst damit die Pluralität gegenwärtiger Familienentwürfe. Ist Familie heutzutage allein eine Sache freier Entscheidung und nicht mehr nur des genetischen Zufalls?"

Die Ausstellung "Dicker als Wasser" läuft noch bis zum 27. November 2016. (cw)


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