Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/b?1677

Schwules Museum* ehrt Klaus und Erika Mann

  • 28. Oktober 2016, noch kein Kommentar
Bild: Rinaldo Hopf / Schwules Museum*

Mit der neuen Ausstellung "Es ist also ein Mädchen" wird erstmals das Leben und Wirken der beiden homosexuellen Thomas-Mann-Kinder an einem programmatischen Ort gezeigt.

Die am Donnerstag eröffnete Hommage des Schwulen Museums* Berlin behandelt die sexuellen Orientierungen der Geschwister - anders als es großen Mann-Schauen der Vergangenheit taten - als roten thematischen Faden.

Dabei spielen unter anderem die Selbstvorwürfe Thomas Manns eine Rolle, der lange Zeit damit haderte, als homophiler Mann leibliche Kinder in die Welt gesetzt zu haben. Ebenfalls zur Sprache kommt der private Umgang der Familie Mann mit den homoerotischen Fantasien des Vaters Thomas und die Frage, welche Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder die homoerotische Kunst im großbürgerlichen Haushalt der Manns in München hatte.

Erstmals bewusst ins Zentrum gerückt wird Erika Mann. Sie war der Prototyp einer modernen, emanzipierten "Neuen Frau": sie fuhr Autorennen, hatte diverse lesbische Affären mit prominenten Liebhaberinnen, und ihre Beziehung zu ihrem Vater Thomas war besonders eng.

Schon früh gerieten Erika und Klaus in Opposition zum erstarkenden Nationalsozialismus und nahmen den Kampf gegen Hitler auf, eine selbstgestellte Aufgabe, die sie im Exil noch intensiver verfolgten: Erika warb unermüdlich für den Kriegseintritt der USA gegen Nazi-Deutschland und arbeitete gegen alle Widerstände als weibliche Kriegsberichterstatterin, während Klaus sowohl mit eigenen Zeitschriften als auch als Journalist für die US-Armeezeitung gegen den Faschismus anschrieb.

Die von Wolfgang Theis kuratierte Ausstellung "Es ist also ein Mädchen" läuft noch bis zum 30. Januar 2017 im Schwulen Museum* in Berlin. (cw)


-w-