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Schwule Liebe in der indischen Kunst

  • 18. November 2016, noch kein Kommentar
"Grey Blanket" (Bild: Estate of Bhupen Khakhar)

Die Kunsthalle Deutsche Bank in Berlin widmet dem indischen Künstler Bhupen Khakhar die erste Retrospektive nach dessen Tod im Jahr 2003 - viele seiner homoerotischen Werke wurden bis heute in Indien nicht öffentlich gezeigt.

Nach einem Europaaufenthalt malte Khakhar 1981 das wegweisende Werk "You Can't Please All", nach dem auch die Ausstellung benannt ist. Es zeigt einen lebensgroßen, nackten Mann auf einem Balkon, der die Figuren aus einer alten Fabel von Aesop beobachtet. Dieses Bekenntnisbild steht für Khakhars Coming-out und verweist auf die persönlichen Schwierigkeiten, mit denen er sich zu dieser Zeit konfrontiert sah.


"You Can't Please All" (Bild: Estate of Bhupen Khakhar)

Der 1934 geborene Künstler war von Gandhi beeinflusst und fühlte sich dessen Leitprinzip der Wahrheit verpflichtet. Er sprach schwierige Themen wie die schwule Lebenswelt im sich schnell wandelnden Indien mit Aufrichtigkeit, Sensibilität und Humor an. Werke wie "Two Men in Benaras" (1987) zeigen ohne Scham Männer mit erigierten Penissen beim gleichgeschlechtlichen Sex.

Das großformatige Diptychon "Yagnya - Marriage" (2000) schildert den traditionellen Ritus und das dazugehörige Fest in einer Kleinstadt mit zwei Männern, die den klassischen Hochzeitsegen erhalten.


"Yagnya - Marriage" (Bild: Estate of Bhupen Khakhar)

In kleineren Aquarellen wie dem Aufmacherbild "Grey Blanket" (1998) bringt Khakhar auf sehr persönliche Weise Zärtlichkeit und schwules Begehren zum Ausdruck. In seinen letzten vier Lebensjahren wird sein Werk jedoch vor allem von seinem Kampf gegen den Prostatakrebs dominiert, mit dem er ebenso offen umging wie mit seiner Homosexualität.

Die Ausstellung in der Kunsthalle Deutsche Bank (Unter den Linden 13-15, 10117 Berlin) ist noch bis zum 5. März 2017 täglich von 10 bis 20 Uhr zu besichtigen. Der Eintritt kostet 4, ermäßigt 3 Euro. Montags ist der Besuch kostenlos. (cw)


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