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Aids-Prävention erregt Frankreich

In Frankreich sorgen gleich zwei Kampagnen zur Aids-Prävention für großen Wirbel - sowohl Homogegner als auch Schwule empören sich.

Bei der neuesten Posterserie der Aidshilfe-Organisation AIDES wird vor allem die Freizügigkeit und die Ausnutzung von Abhängigkeitsverhältnissen kritisiert. So ist auf einem Motiv ein nackter schwuler Tanzlehrer in zweideutiger Pose mit seinem ebenfalls nackten Schüler sehen, dazu der Spruch: "Ein HIV-Positiver in Behandlung kann uns viel geben. Nur nicht den HIV-Virus." Das heterosexuelle Pendant zeigt eine nackte Frau, die auf ihrem nackten Klavierlehrer sitzt.

Schon etwas länger läuft die Aufregung über eine Posterserie des französischen Gesundheitsministeriums, die sich ausschließlich an schwule Männer richtet. Ein Motiv mit der Aufschrift "Mit einem Liebhaber. Mit einem Freund. Mit einem Fremden" zeigt etwa zwei Männer, die sich umarmen.



In mehreren Städten, darunter Aulnay-sous-Bois und Angers, weigerten sich Bürgermeister, die Motive in der Öffentlichkeit zu plakatieren. Die homophobe Organisation "Juristes pour l'enfance" reichte zudem wegen "Verherrlichung von Promiskuität" eine Beschwerde bei der französischen Ethik-Werbekommission ein.

Kritik kam aber auch von der rechten schwulen Initiative Homovox. Sie forderte einen Stopp der Kampagne, weil sie homosexuelle Männer mit "kompulsivem Kopulieren" gleichsetze und damit Klischees und Vorurteile bediene.

Sowohl AIDES als auch das französische Gesundheitsministerium können sich über die Reaktionen freuen: Mit einer so heftigen öffentlichen Diskussion über Präventionsposter dürfte im Jahr 2016 kaum jemand gerechnet haben. (cw)


-w-

#1 SebiAnonym
  • 27.11.2016, 17:43h
  • "In mehreren Städten, darunter Aulnay-sous-Bois und Angers, weigerten sich Bürgermeister, die Motive in der Öffentlichkeit zu plakatieren."

    Mit Redefreiheit hatten totalitäre Geister immer schon ihre Probleme.
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#2 memento_moriAnonym
  • 27.11.2016, 18:50h
  • "Ein HIV-Positiver in Behandlung kann uns viel geben. Nur nicht den HIV-Virus."

    Das ist falsch. Auch ein HIV-Positiver in Behandlung KANN den HI-Virus übertragen.

    Das Risiko ist geringer, aber ein Restrisiko bleibt.

    Erschreckend, dass das sogar eine AIDS-Hilfeorganisation bagatellisiert.
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#3 Patroklos
#4 KotzAnonym
  • 28.11.2016, 12:24h

  • @memento_mori

    Das Restrisiko zu thematisieren, welches auch beim Kondom besteht nur erheblich höher ist, war und ist nicht Aufgabe dieser Kampagne.
    Im Gegenteil, es geht darum unbegründete Stigmatisierung zu bekämpfen.
    Das Restrisiko sich mit der eigenen Gabel tödlich zu verletzen ist auch da.
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