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Vor 30 Jahren erschien das erste Safer-Sex-Poster

Vor 30 Jahren erschien das erste Safer-Sex-Poster: Im Jahr 1986 bewilligte die damalige Gesundheitsministerin Rita Süssmuth (CDU) die erste deutsche Plakat-Kampagne zum Schutz vor Aids - das schwule Model Ric Schachtebeck blickt zurück auf eine Zeit, die sich Jüngere kaum vorstellen können.

"Panik und Hysterie bestimmten die Szene", erinnert sich Schachtebeck in einem am Mittwoch veröffentlichten, sehr informativen Gastbeitrag für den Berliner "Tagesspiegel". Vor dreißig Jahren war ein Aids-Test "eine Art russisches Roulette", ein positives Ergebnis "kam einem Todesurteil gleich", so das Model. Mit dem sachlichen Slogan "Man kann das Virus stoppen. Ich benutze Kondome" wollte die Deutsche Aids-Hilfe aufklären und für Safer Sex in der schwulen Community werben.

"Die Berliner Szene verhielt sich abwartend, noch galt die Aids-Krise als amerikanisches Phänomen", schreibt Schachtebeck, der sich auch persönlich in Selbsthilfegruppen engagierte. "Man reduzierte jedoch schon mal seine Sexualpartner, verschanzte sich in trügerisch sicherer Monogamie, manch einer versuchte sich gar im Zölibat. Auf die durchtanzten und verschwitzen Nächte in der Clubszene wurde erstmal verzichtet."

Neben dem Virus habe die Community zu Beginn der Aids-Krise mit "erneuten, schwer bezwingbaren Wellen von Verachtung, Hass und Gewalt" zu kämpfen gehabt: "Die Akzeptanz, die wir uns in den siebziger Jahren mühsam erkämpft hatten, stand wieder auf der Kippe." Die Botschaft des Plakats bleibe deshalb aktuell, so Ric Schachtebeck - "gerade in einer Zeit, in der mit den Unterschieden wieder Politik gemacht wird". (cw)


-w-

#1 Paulus45Anonym
  • 30.11.2016, 17:14h
  • 10 Jahre später: 1996 war dann aber alles schon anders... gute Medikamente kamen ab Mitte der 1990er auf den Markt.

    Zwar lassen sich HIV-Viren immer noch nicht aus dem Körper gänzlich vertreiben, aber die Virenlast kann bis unter die Nachweisbarkeitsgrenze gesenkt werden, wenn täglich einmal eine Tablette eingenommen wird.

    An mir persönlich ist dieses Sterben in den 1980er vorbeigegangen, weil ich zu jung für die 1980er war um hier persönlich Menschen kennenzulernen, die an AIDS gestorben sind.

    Dafür kenne ich aber einige schwule Männer, die HIV-positiv sind und seit den 1990er Medikamente nehmen.
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#2 MinkAnonym
  • 30.11.2016, 22:28h
  • An das Plakat kann ich mich gut erinnern. Ich war 21 und lebte schon ein paar Jahre "schwules Leben". Aus heutiger Sicht ein merkwürdiger Begriff.

    Verhütung war bis dahin kein Thema. Wir machten uns ja über Stinos (Stinknormale) deswegen lustig. Podiumsteilnehmer wurden gefragt, ob sie Kondome dabei haben. Wenn ja, gab es Applaus. Ein Rentnerehepaar fragte, ob sie sich durch Hotelbetten anstecken können, weil Aids ja in Betten übertragen würde. Gelächter und ein verzweifelter Arzt vom Gesundheitsamt waren schon sehr
    "ralfkönigesk".

    Oralssex mit Gummi - da hörte der Spaß auf! Die Verwendung von Klarsichtfolie, wie es in Aufklärungspornos auf Parties in mit schwarzer Landwirtschaftsfolie abgeteilten Bereiche gezeigt wurde, kam nicht in Frage.

    Die Plakate waren für mich wichtig. Sie zeigten schwulen Stolz, Solidarität mit Betroffenen und Kampf gegen Ausgrenzung. Ich trauere noch immer über Freunde, die verloren gingen!
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#3 erinnerungenAnonym
  • 01.12.2016, 11:05h
  • rita süssmuth hat damals extrem viel gutes bewirkt. man muss sich nur vor augen halten, dass gauweiler von der bayerischen csu 1987 zwangstests und inhaftierungen hiv-positiver einführen wollte. die csu war damals (und heute wieder) so rechtsextrem wie die afd.

    @#1
    thema verfehlt. es interessiert niemanden, wen du kennst oder nicht.
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