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"Unser Widerstand war 1945 nicht vorbei"

  • 28. Januar 2017, noch kein Kommentar
Bild: Jörg Steinert

Am 72. Jahrestag der Befreiung der KZ Ausschwitz wurde am Freitag in Berlin und Köln der homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Auch bei den allgemeinen Gedenkveranstaltungen in Chemnitz und Rostock standen die Rosa-Winkel-Häftlinge im Mittelpunkt.

In der deutschen Hauptstadt versammelten sich am Nachmittag auf Einladung des LSVD Berlin-Brandenburg und der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas über 100 Menschen am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen im Tiergarten. Die Teilnehmer, darunter Vertreter aller demokratischen Parteien, legten Kränze nieder und hinterließen Lichttüten aus Papier mit LED-Kerzen.

Auch am Mahnmal "Totgeschlagen - totgeschwiegen" an der Kölner Hohenzollernbrücke versammelten sich rund 200 Menschen und legten Blumen zum Gedenken an die homosexuellen NS-Opfer nieder.

"Unser Widerstand gegen Homophobie, Vorurteile und Hass war 1945 nicht vorbei", erinnerte Reinhard Klenke von der Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren (BISS) in einer Ansprache. "Unser Widerstand gegen Homophobie, Vorurteile und Hass war mit der Aufhebung des § 175 auch 1994 nicht vorbei. Unser Widerstand gegen Homophobie, Vorurteile und Hass wird mit der Rehabilitierung und Entschädigung der Opfer des § 175 auch 2017 nicht vorbei sein."

Bezüge zur Gegenwart stellte auch Tom Haus vom LSVD Sachsen her, der in Chemnitz neben Bürgermeister Miko Runkel die Gedenkrede halten durfte. "Gedenken muss auch Konsequenzen im Hier und Heute haben. Die Geschichte und das Geschehende muss wach gehalten werden, damit sich solch unvorstellbares Unrecht niemals wieder ereignet", sagte er am Mahnmal im Park der Opfer des Faschismus - und stellte konkrete Forderungen auf: "Wir verlangen von der Gesellschaft, dass sie sich nicht auf die Seite der besorgniserregenden Bürger*innen schlägt, die nur ihr hermetisch-vordemokratisches Weltbild fortpflanzen wollen."

Auch bei der allgemeinen Gedenkveranstaltung im Rostocker Rathaus standen die homo- und transsexuellen Opfer im Mittelpunkt - die Stadt hatte dazu u.a. Berlins queeren Chor Canta:re in die Hansestadt eingeladen. "Wir möchten nicht vergessen, was geschehen ist und auch nicht wem es geschehen ist", sagte Bürgerschaftspräsident Wolfgang Nitzsche (Die Linke). (cw)


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