Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/b?1872

Kiew: Mit Fingerspitzen und Gefühl zu mehr Akzeptanz von Vielfalt

Mit einer Plakat- und Billboard-Kampagne will eine LGBTI-Organisation den Eurovision Song Contest nutzen, um die Akzeptanz von LGBTI zu steigern.

"Celebrate Diversity", heißt bereits das offizielle Motto des diesjährigen Wettbewerbs aus Kiew, also in etwa: "Lasst uns die Vielfalt feiern!"


Die LGBTI-Organisation "Nash Mir Centre" hat das Motto nun auf ihre Weise aufgegriffen und in der Stadt Billboards mit Werbemotiven bestückt, die das Motto auf Ukrainisch und Englisch noch um das Thema Gleichberechtigung ergänzt: "Celebrate Diversity and Equality". Dazu sind ein schwules oder ein lesbisches Paar aus Fingern abgebildet, das gemeinsam ein Eurovisions-Herz mit Regenbogenflaggenmotiv hält und sich liebevoll aneinander schmiegt.


Auch für die (größtenteils schwulen) ESC-Besucher aus dem Ausland hat die Organisation ein Herz und bietet auf ihrer Webseite ein ESC-Info-Special mit queerem Stadtplan und praktischen Tipps - aber auch Tipps zur eigenen Sicherheit und einen Abriss über die LGBTI-Geschichte des Landes und die weiterhin nicht ganz einfache Lage queerer Menschen in dem Land.

Das alles noch etwas kompliziert ist, zeigte vor wenigen Tagen der Versuch einer mit Marketing für den ESC beauftragten Firma, den Bogen der Völkerfreundschaft in Regenbogenfarben zu verkleiden (queer.de berichtete). Während ein Großteil der Bevölkerung laut Umfragen den temporär größten Regenbogen der Welt gut fand und viele Menschen Selfies mit ihm machten und in sozialen Netzwerken veröffentlichten, störten Neonazis des "Rechten Sektors" die Fertigstellung und beschwerten sich über LGBTI-Propaganda (queer.de berichtete). Die Arbeiten wurden danach nicht mehr vollendet.


Immerhin: der von Bürgermeister Vitali Klitschko angekündigte "Kompromiss", den unverkleideten Rest des Bogens wie von den Neonazis gefordert mit einem ukrainischen Ornament zu "schmücken", scheint auch nicht mehr aufgegriffen zu werden. Nach dem ESC soll der Bogen wieder im üblichen Titan-Grau zu sehen sein.

Einen weiteren queeren Stadtplan und zusätzliche Infos für die ESC-Besucher hatte derweil auch der CSD in Kiew erstellt, der wenige Wochen später im Juni stattfinden soll. Er erhofft sich derzeit auch etwas Gegenliebe - bei einer internationalen Spendenkampagne für den Kyiv Pride.


Das Logo des diesjährigen CSD in Kiew, unabhängig und vor der Denkmalaktion entstanden. Bild: KyivPride / facebook

Aber auch in der Ukraine kommt vor der CSD-Saison die des ESC: Am Dienstag wird in Kiew bereits das erste Halbfinale ausgetragen - eine Übersicht der Teilnehmer bieten wir hier. Am Samstag startet dann das große Finale. (nb)


-w-

#1 herve64Profil
  • 09.05.2017, 23:11hMünchen
  • Mal ganz abgesehen davon, dass ich dieses Motto gerade in der Ukraine für absoluten Hohn empfinde, nachdem dort Homohasser den russischen in Nichts nachstehen, ist es bezeichnend, dass man als Otto-Normalhaushalt dieser Bundesrepublik ebenfalls von den Diversitätsfeierlichkeiten ausgevblendet wird, in dem man die beiden Semifinals nur auf ARD One überträgt, die nicht allgemein zugänglich sind.

    Tja, wenn es sich um ein Fußballspiel handeln würde, hätten sich die Propgrammverantwortlichen sämtliche Beine ausgerissen, um es zu hypen und eine breitestmögliche Medienpräsenz zu signalisieren. Aber das ist ja nur ein Songwettbewerb, der besonders bei "Schwuchteln" beliebt ist. Also kann man sich das als "Öffetnlich-rechtliche Sendegruppe" schon mal erlauben, hier die diskriminierende Rolle zu übernehmnen, gell?
  • Antworten » | Direktlink »