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Verdiente Ehrung für den juristischen Vater der Ehe für alle

Beim CSD-Empfang im Kölner Gürzenich wurde der ehemalige Bundesanwalt und LGBTI-Aktivist Manfred Bruns am Samstag mit der Kompassnadel des Schwulen Netzwerks NRW ausgezeichnet.

Der 82-Jährige, der viele Jahre ehrenamtlicher Bundessprecher des Lesben- und Schwulenverbands in Deutschland (LSVD) war, sei "untrennbar verbunden mit all dem, was wir an Fortschritten in Richtung rechtliche Gleichstellung bisher erreicht haben", sagte Netzwerk-Vorstand Steffen Schwab vor rund 700 Gästen.

Marie Sichtermann vom Stiftungsrat der Arcus-Stiftung würdigte Bruns in ihrer Laudatio als einen "Aktivisten mit Sachkenntnis aufgrund von Erfahrung, hohem Fachwissen, Leidenschaft und Beharrlichkeit, dazu einem Sinn für Symbolik mit Witz und Herz".

Manfred Bruns Coming-out in den Achtzigerjahren war am Karlsruher Bundesgerichtshof ein Skandal. Der Generalbundesanwalt entzog ihm als "Sicherheitsrisiko" Angelegenheiten des Staatsschutzes, der Bundesjustizminister ließ sogar ein Disziplinarverfahren prüfen.

Seit seiner Pensionierung im Jahr 1994 trat Bruns in zahlreichen Veröffentlichungen und Vorträgen sowie als Gutachter und Sachverständiger für LGBTI-Rechte ein. An der Einführung der Eingetragenen Lebenspartnerschaft 2001 war er maßgeblich beteiligt.

Doch vor allem die letzten beiden Wochen krönten das Lebenswerk des 82-jährigen Juristen: Ohne sein jahrelanges, unermüdliches Engagement wären auch die Rehabilitierung der Opfer des Paragrafen 175 sowie die Öffnung der Ehe kaum möglich gewesen. (cw)


-w-

#1 MarcAnonym
#2 stephan
  • 09.07.2017, 17:19h
  • "Manfred Bruns Coming-out in den Achtzigerjahren war am Karlsruher Bundesgerichtshof ein Skandal. Der Generalbundesanwalt entzog ihm als "Sicherheitsrisiko" Angelegenheiten des Staatsschutzes, der Bundesjustizminister ließ sogar ein Disziplinarverfahren prüfen."

    Das sagt alles! Was für schlimme Zeiten es doch waren!

    Was Manfred Bruns für uns bewegt hat, ist durch keinen Preis aufzuwiegen! Herzlichen Glückwunsch und alles Lieb und Gute!
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#3 Patroklos
  • 09.07.2017, 17:41h
  • Manfred Bruns hat sich diese Auszeichnung absolut verdient und gilt auch vollkommen zurecht als der wahre Wegbereiter der "Ehe für Alle" und daß er es persönlich die Öffnung miterlebt, freut mich ganz besonders für ihn! Kein anderer hat sich so für die LGBTIPA-Rechte eingesetzt wie er und deshalb von meiner Seite "Herzlichen Glückwunsch"!
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#4 queergayProfil
  • 10.07.2017, 00:58hNürnberg
  • Ohne engagierte Vorreiter und Aktivisten wäre die heutige queere Situation in Deutschland eine andere...nämlich viel mehr heteronormativ gesteuert.
    Queere Lobbyarbeit darf nicht müde werden, die immer wieder ins Spiel gebrachten Heteronormen
    als gottgegebenen oder verbindlichen Maßstab zurückzuweisen und aufklärerisch aufzutreten.
    Denn Natur irrt nicht.
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#5 ManfredfanAnonym
  • 10.07.2017, 06:28h
  • Wenn es einer verdient hat, dann Manfred. Glückwunsch! Ohne Dich wären wir lange nicht soweit. Nicht zu vergessen sind die unzähligen rechtlichen Beratungen, die du uns gegeben hast.
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#6 TorikAnonym
  • 10.07.2017, 13:14h
  • Man kann Manfred Bruns einfach nicht genug für seinen persönlichen Einsatz danken.

    Mein mittlerweile verstorbener Gatte und ich konnten u.a. aufgrund seines Einsatzes für die "Homo-Ehe" am 01.08.2001 als 3. Paar in Hamburg "heiraten" ... ein unbeschreiblicher Glücksmoment.

    Manfred ich wünsche dir alles Gute und nochmals vielen Dank für dein Engagement.
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#7 DaddyCoolAnonym
  • 12.07.2017, 10:01h
  • Manfred Bruns hat die Kompassnadel für seine historischen Verdienste um die Eheöffnung, aber auch andere langjährige Fragen der Gleichberechtigung von LGBTI wahrlich verdient.

    Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass er in den letzten Jahren programmatisch und juristisch nicht mehr auf der Höhe der Zeit war. So widersetzte er sich gegen eine Positionierung des LSVD zur Familienpolitik jenseits von exklusiver lesbischer Zweisamkeit. Eine Arbeitsgruppe des LSVD hatte 2015 einen umfassenden LSVD-Antrag zu Regenbogenfamilien ausgearbeitet, der sich mit Fragen der Pflegschaft, Adoption, Reproduktionsmedizin und Mehrelternschaften befasste. Aufgrund Bruns' Stimmungsmache konnte der Antrag erst 2017 in geänderter Fassung verabschiedet werden konnte. Im Beschluss konnte er sein Hauptanliegen durchsetzen, dass die Elternschaft auf die Mutter und ihre Lebenspartnerin unabhängig von den vereinbarten Rollen der Beteiligten übertragen werden solle. Das bedeutete eine Katastrophe für aktive schwule Väter in Mehrelternschaften oder für Transmänner, die gebähren.

    Zum Glück scheint der Gesetzgeber Bruns falschen Vorschlägen bei der Eheöffnung nun nicht zu folgen. So soll die Ehefrau der Gebährenden nur bei Zustimmung des biologischen Vaters oder bei Samenspenden durch einen unbekannten Spender (Samenbank) automatisch 2. Elternteil werden.
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