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Das CSD-Experiment von Lars Steinhöfel

Am vergangenen Samstag war "Unter uns"-Star Lars Steinhöfel den ganzen Tag als Frau verkleidet auf den Straßen Berlins unterwegs - die Reaktionen haben ihn erschüttert.

"Ich dachte, es ist CSD, ich geh mal als Frau raus, wen stört das schon?", meinte der schwule Schauspieler zu seiner dreistündigen Schmink-Session mit Make-up-Artist Jerome Kutcher. "Ich dachte bisher, alles ist rosig und den Leuten sei es egal. Aber leider stimmt das nicht. Viele haben sich zu boshaften Aussagen hinreißen lassen, obwohl sie keinerlei Berührungspunkte mit mir hatten."

Direktlink | Lars Steinhöfels Verwandlung im Video

Sein CSD-Experiment bereut Steinhöfel jedoch nicht: "Ich habe noch mehr als vorher größten Respekt für alle Transgender-Menschen, die sich täglich einfach nur wohl in ihrer Haut fühlen wollen und dann auf solche Kommentare stoßen. Wir haben als Gesellschaft noch viel zu tun!"

In der RTL-Soap "Unter uns" ist der 31-Jährige seit 2005 als Ingo "Easy" Winter zu sehen. Die Figur war bislang stockhetero, in den jüngsten Folgen fragt sich Easy jedoch zunehmend, ob er nicht doch eher auf Männer steht. In der Folge am Donnerstag kommt es sogar zu einem gleichgeschlechtlichen Kuss... (cw)


In der "Unter uns"-Folge am Donnerstag küssen sich Easy und Finn (Bild: RTL)


-w-

#1 MuggleAnonym
  • 26.07.2017, 15:55h
  • Man musste nicht in Frauenkleidern unterwegs sein um sich abfällige Kommentare anzuhören.

    Als ich mit meinem Partner am Tag des CSDs (nach der Parade) händchenhaltend über die Straße gelaufen bin rief auch ein Typ aus dem Auto ob der CSD nicht schon vorbei sei...
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#2 MarcAnonym
  • 26.07.2017, 16:36h
  • Der Klassiker, wenn Heteros wieder mal erzählen, LSGBTQ sollen sich nicht so anstellen, in Deutschland gebe es doch gar keine Diskriminierung:
    Einfach anbieten, einmal Hand in Hand oder eng umschlungen über irgendein Volksfest oder eine ganz normale deutsche Fußgängerzone zu flanieren. Wenn sie sich darauf einlassen (und warum eigentlich nicht, wenn es doch alles gar kein Problem ist!?), werden sie ihre Einblicke schon sammeln!
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#3 RobbiAnonym
  • 26.07.2017, 19:10h
  • CSD - Berlin ... Einmal und nicht mehr wieder.

    Am Wochenende waren wir, als Kölner, in Berlin zum CSD. Wir wollten uns nach Hamburg und München auch einmal den Hauptstadt CSD ansehen.

    Soviel homophobe Anmachen wie ich dort an einem Wochenende erlebt habe, habe ich in 34 Jahren im Rheinland noch nicht erlebt.

    Ich habe die Berichterstattung in div. Medien eher als "Pankimache" wahrgenommen.

    Weder mein Mann noch ich leiden unter mangeldem Selbstbewußtsein, noch würden wir im Zweifek einer gepflegten Keilerei aus dem Weg gehen und zeigen das auch nach außen.

    Das fing schon Freitag Abend kurz nach der Ankunft an da wurden wir vor einem Dönerladen blöd angemacht. Homos sind Mädchen und prügeln sich nicht. Als ich ihm das Angebot gemacht habe das er seinem Vater heute Abend erzählen könnte das ihm ein Mädchen den Arsch aufgerissen hat zog er mit seiner Clique von dannen.

    Erlebnisse dieser Art hatten wir binnen 48 Std. mehr als 10 und irgendwann war man es einfach leid zu antworten, weil es nur noch lästig wurde.

    Ich kann mir schon gut vorstellen, das man als Transe nochmehr angepöbelt wird. Hier kann ich nur mit Kopf schütteln und denke mir Berin hatte mal den Ruf offen und tolerant zu sein.

    Aber es gilt dann eher die Vergangenheitsform, uns sieht man in Berlin jedenfalls so schnell nicht mehr.
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#4 RantillaAnonym
  • 26.07.2017, 19:25h
  • Antwort auf #2 von Marc
  • Cissen. Nicht Heteros, Cissen. Steinhöfel ist kein Hetero. Und sagt trotzdem sinngemäß "ich dachte, alles wäre rosig und die Betroffenen von Transfeindlichkeit würden übertreiben". So kann er denken, weil er die Erfahrung, sein Geschlecht abgesprochen zu bekommen, nicht kennt und sich auch nicht vorstellen kann. Die Ebene ist eine komplett andere als die der Homophobie, die er sicher kennt, die aber nicht vergleichbar ist: Homophobie verbietet bestimmte Formen von Miteinander zwischen Personen gleichen Geschlechts, Transfeindlichkeit spricht Personen, unabhängig davon wen sie lieben (wollen), ihr Geschlecht ab und verbietet ihnen, sie selbst zu sein. Komplett anderer Schnack.
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#5 Berlin_Profil
  • 26.07.2017, 22:24hBerlin
  • Antwort auf #3 von Robbi
  • Ist das nicht genau die falsche Reaktion? Nur wenn wir zeigen, dass wir uns nicht unterkriegen lassen können wir etwas erreichen. Der stete Tropfen höhlt den Stein. Auch wenn's mühsam ist, sollten wir uns nicht einfach zurück ziehen und z.B. Berlin meiden.

    Zum Artikel:
    Ich finde es toll, dass er das gemacht hat und damit Erfahrungen sammeln konnte, die er nicht erwartet hat. Natürlich extrem ärgerlich, dass es negative Erfahrungen waren, aber zumindest wird so darüber gesprochen und vielleicht werden ja doch auch aktiv Schritte gegen solche Homophobie und Transphobie angestoßen.
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#6 Homonklin44Profil
  • 27.07.2017, 03:28hTauroa Point
  • So traurig es ist, ist es doch notwendig, wenn einer diese Art Erfahrungen auch mal dokumentiert. Damit nicht nur Heteros oder Cis-Leute damit ankommen können, das sei nicht real oder nur in Einzelfällen vorkommend und so weiter, sondern damit auch die ganzen Rosa-Brillenträger*innen nicht mehr damit ankommen, so etwas gäbe es ja nur hin und wieder und es sei ja gar nicht übel und passiere nur in Einzelfällen mal.

    Alle diese Einzelfälle und Einzelvorkommen zusammen gezählt mit der Addition einer gewissen Dunkelziffer von Fällen, in denen die Art Umgang geschluckt, weggesteckt und nirgends erwähnt wird, machen nämlich eine ganz schön hohe Quote!

    Und das erlebt man ja lange nicht nur als irgendwie erkennbares LGBTIQ-Mitglied oder als Trans*-Person. Es reicht schon aus, die "falschen" Klamotten oder bestimmte Symbole zu tragen. In Deutschland ist die abwertende Beurteilung von Menschen nach Kleidungsstil und Merkmalen des Äußeren besonders verbreitet.

    Ich erinnere mich an Ähnliches aus Canada, USA, Neuseeland, Skandinavien oder Afrika nicht.
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#7 AmerikaAnonym
  • 27.07.2017, 13:06h
  • Antwort auf #6 von Homonklin44
  • Am 17. August 2015 wurde hier ein Artikel veröffentlicht.

    Titel: Morde an Transsexuellen erschüttern die USA.
    Überschrift: Wir haben eine echte Krise.

    Und die Zahl derer, die ermordet wurden, ist in Brasilien, Mexiko, und in den USA höher als in Deutschland.
    Nochmal, damit es alle verstehen: die Zahl ist in diesen Ländern HÖHER. Das bedeutet nicht, dass in Deutschland Gewalt gegenüber Trans* nicht auch ein Problem wäre. Die Zahl in Deutschland ist dennoch geringer.

    www.taz.de/!5383706/
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