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Aufregung um homosexuelle Küsse im Schwarzwald

Für das Mini-Rock-Festival in Horb am Neckar werben die Veranstalter auch mit einem schwulen und einem lesbischen Paar - ein Gemeinderat findet dies "nicht normal".

Das fünf Meter hohe Alugestell in der Kreisstadt im Nordschwarzwald, aufgestellt gegenüber der Avia-Tankstelle und der Raiffeisenbank, zeigt insgesamt drei küssende Paare, darunter zwei Männer und zwei Frauen. Das Musikevent vom 3. bis 5. August steht unter dem Motto "Horb macht Liebe!".



Gemeinderat Martin Raible von der Unabhängigen Liste Horb zeigte sich von der Werbung entsetzt: "Ich dulde schwule und lesbische Paare, sehe dies aber nicht als normal an", erklärte er gegenüber dem "Schwarzwälder Boten". "Warum das gegenüber den Kindern an den Schulen und auf den Pylonen mit der Mini-Rock-Werbung als normal dargestellt und auch noch glorifiziert wird, ist mir unverständlich."

"Uns geht's um Musik, ums Feiern, ums Leben und auch um die Liebe", konterten die Veranstalter auf Facebook. "Wir haben keinen Bock auf Rassismus, Homophobie und Gewalt. Eigentlich dachten wir, dass das im Jahr 2017 selbstverständlich sein sollte. Ist es leider nicht."



Gemeinderat Raible hat unterdessen sogar etwas an dem knutschenden Heteropaar auszusetzen: "Selbstverständlich sollen sich die Menschen lieben! Nur wissen wir auch, dass in den Tagen nach den letzten Mini-Rock-Festen massiver Bedarf an der Pille danach vorhanden war." (mize)


-w-

#1 Homonklin44Profil
  • 03.08.2017, 10:43hTauroa Point
  • Tja, das Schwarzwald-gebiet heißt nicht ganz zufällig so, man weiß ja, wo die Hinterwäldlerischen leben.

    Diese Vorstellung des "Normalen" istda unten leider recht hartnäckig verbrieft und in den eingeengten Köpfen versiegelt.

    Alles, was "nicht normal" zu sein scheint, gilt deswegen gern als "Todesurteil" gegen die Person, gegen Alternatives und damit Bedrohliches.

    Man darf auch nicht außen vor lassen, dass da der einstmalas gewaltsam vermittelte Katechismus mitbestimmt, was gerade noch "normal" sein darf. Vermengt mit dem braunen Fleck am rechten Herzen ...oder so ähnlich ging doch der Spruch.
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#2 AvispadaAnonym
  • 03.08.2017, 12:43h
  • Wir könnten hier mal eine Liste anfangen - nach Bundesländern aufgeteilt, wie häufig auf queer.de Artikel auftauchen, in denen über deutsche Städte oder die Partienlandschaft berichtet wird nach:

    - homo- und transfeindliche Aussagen
    - Bigotterie
    - Prüderie
    - Ignoranz
    - LGBT(usw)-Unsichtbarmachung

    Heute erst noch der Artikel über PrEP in der Presseschau.

    Ich glaube, Baden-Württemberg würde die Liste haushoch anführen. Dieses Land ist einfach nur unglaublich.

    Wie wäre es, wenn man nach dem Vorbild von North Carolina anfangen würde, dieses Land mit Sanktionen zu belegen? (also offener Boykott)

    Aber nee, dort gibt's ja auch korrupte Autohersteller, und die müssen ja geschützt werden.
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#3 schwarzerkater
  • 03.08.2017, 13:20h
  • < Gemeinderat Raible (...) : "Selbstverständlich sollen sich die Menschen lieben! Nur wissen wir auch, dass in den Tagen nach den letzten Mini-Rock-Festen massiver Bedarf an der Pille danach vorhanden war." >
    Gemeinderat Raible lebt noch vor dem 2. Vatikanischen Konzil, sprich in einer Zeit vor 1962.
    Vielleicht gibts ja auch eine Pile, die ihn geistig ins Jahr 2017 katapultiert.
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#4 easykeyProfil
#5 OrthogonalfrontAnonym
#6 GeduldedAnonym
  • 03.08.2017, 17:24h
  • Wow, geil!

    "Ich dulde schwule und lesbische Paare, sehe dies aber nicht als normal an", erklärte er gegenüber.. "

    Erinnert mich irgendwie an Asylbewerber: geduldet, aber jederzeit "abreisebereit sein".
    Hier: gerade noch toleriert, aber mit einem Fuss schon im "Duschraum" mit obenliegenden "Abfluessen".

    Es sollten ALLE, die zu dieser Veranstaltung gehen wollten, sich dafuer entscheiden, woanders hinzugehen und dem Gemeinderat dann aber auch mitteilen, warum sie diesen Ort und diese Veranstaltung, u.a. auch der Liebe, meiden.
    Vielleicht traegt es dazu bei, dass solche Ewiggestrigen dann nicht mehr in den Gemeinderat gewaehlt werden.
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#8 easykeyProfil
  • 03.08.2017, 19:04hLudwigsburg
  • Antwort auf #6 von Gedulded
  • Der Veranstaltung fern zu bleiben ist wegen dieser einen faulen Kartoffel im Korb m. E. die falsche Reaktion. Liest man sich die im Vorfeld erschienen Berichte in den regionalen Zeitungen durch, ist der Gemeinderat über diesen besagten Herren nicht sonderlich glücklich und hat genau diese Reaktion erwartet. Wessen Geistes Kind der Herr ist, läßt sich mit einigen Tastaturanschlägen und Klicks schnell feststellen. Von daher wünsche ich eine tolle Veranstaltung mit hoffentlich gutem Wetter!
    Wer sich von solchen Zeitgenossen aktiv distanzieren will, kann ja mal nach seinem Broterwerb suchen......und NEIN - das ist KEIN Aufruf wie "kauft nicht bei Juden" - das gehört zum Baustellenformat des besagten Herren!
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#9 AllmoegAnonym
  • 03.08.2017, 20:38h
  • Ich habe dies heute gehört , dass es da Bürge,r gibt die diese Plakate stört . Ich finde dies Bilder und das Motto
    zeitgerecht . Diese Bürger sind noch von gestern und würden sofort wieder dabei sein wie vor 70 Jahren .
    Manche Menschen lernen nie dazu .
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#10 GeduldedAnonym
  • 03.08.2017, 21:39h
  • "Wer sich von solchen Zeitgenossen aktiv distanzieren will, kann ja mal nach seinem Broterwerb suchen......und NEIN - das ist KEIN Aufruf wie "kauft nicht bei Juden" - das gehört zum Baustellenformat des besagten Herren!"

    Haette aber durchaus etwas fuer sich. Dann wuerden solche Leute mal am eigenen Leibe erfahren, wie sich das vor nunmehr rd. 80 Jahren angefuehlt haben muss. Aber selbst dann wuerde der das wahrscheinlich nur als lohnenswertes Opfer sehen, in den Bemuehungen, die "arische Rasse" rein zu halten.
    Haette aber wiederum den Nachteil, dass bei einem Konkurs u.U. dann noch der Steuerzahler dafuer aufkommen "darf".
    Wie man's macht...
    Aber wahrscheinlich waere es noch besser, wenn sich Schwule und Lesben demonstrativ zu einem Kiss-in vor dem Rathaus versammeln wuerden, wenn wieder eine Sitzung des Gemeinderates ansteht, und der dann ins Rathaus will.
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