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Zwei Alien-Männer und ein Baby

  • 27. September 2017, noch kein Kommentar

In einer neuen Folge der amerikanischen Sci-Fi-Comedy "The Orville" versucht sich Seth MacFarlane ("Family Guy") an aktuellen queeren und gesellschaftlichen Debatten.

"Star Trek" ist zurück im Fernsehen, und das nicht nur mit der viel beachteten, offiziellen neuen Serie "Discovery", sondern auch mit der Comedy "The Orville" von Seth MacFarlane, die zwar keine offizielle Serie des Franchise ist, sich aber in in Optik und Erzählweise sehr an der ersten Serien von "Raumschiff Enterprise" orientiert.

Im Vergleich zu "Discovery" wirkt dabei nicht nur die Optik antiquiert: Kritiker bemängelten an den bislang drei ausgestahlten Folgen, dass sie überraschend wenig Komik bieten würden, sondern mehr als klassisches Drama konzipiert worden seien. Und hier zeige "The Orville" mit Seth MacFarlane als Kapitän Ed Mercer Schwächen durch langwierige Dialoge und eine wenig durchdachte, die 45 Minuten einer Folge nicht tragende Handlung.

Etwas aus der Zeit gefallen wirkt auch die am letzten Donnerstag vom US-Sender Fox ausgetrahlte dritte Folge "About a girl". Sie handelt von Lt. Commander Bortus (Peter Macon), dem zweiten Offizier des Schiffes. Er stammt vom Planeten Moclus, dessen Bewohner nur das männliche Geschlecht kennen. Er lebt mit seinem Partner Klydon (Chad E. Coleman) auf dem Schiff - die beiden werden Eltern, nachdem der Offizier ein Ei ausbrütet.


"Orville"-Kapitän Ed Mercer (MacFarlane) und Erste Offizierin Kelly Grayson (Adrianne Palicki), seine Ex-Frau

Noch bevor sich Discovery aufmacht, endlich mal Homosexualität im Star-Trek-Universum selbstverständlicher zu thematisieren (queer.de berichtete), zeigt "The Orville" mit den beiden ein irgendwie schwules Paar, und das durchaus leicht rührend (wie leicht altbacken): Die klar an den Klingonen angelehnten Charaktere mit Macho- und Kriegesgebahren zeigen sich von ihrer liebevollen, sensiblen Seite.

Durchaus im Stil von "Star Trek" wollten die Macher von "The Orville" allerdings mit der Folge auch ein Statement zu einer aktuellen Debatte (nicht nur) in Amerika abgeben - in diesem Fall zu Trans-Themen.

Die Geschichte? Das Baby ist ein Mädchen - in der Gesellschaft von Moclus unmöglich. Bortus verlangt von der Schiffsärztin eine "Geschlechtsumwandlung", ein Begriff, der bereits in diesem Jahrhundert von Medien und Medizin nicht mehr benutzt werden sollte. Diese verweigert sich, es folgen diplomatische Verwicklungen, ein Konflikt zwischem dem Paar, viel Pathos und letztlich ein Gerichtsprozess, der festlegt, dass die "Umwandlung" zu erfolgen habe.

Direktlink | Trailer zur Serie "The Orville". Über eine Ausstrahlung in Deutschland wurde bislang nichts bekannt

Die aktuellen Debatten aufzugreifen und zuzuspitzen, ist durchaus ein Verdienst. Doch wirkt die Folge so verworren, als hätte sie auch Gegner von Transrechten, "Gender"-Kritiker, schreiben können: Geschlecht und Gender werden ebenso durcheinandergeworfen wie Transgender mit Transsexualität und Intersexualität, vermischt noch mit dem Thema Frauenemanzipation - zu dem immerhin für die Moclus-Welt ein überzeugendens Schlussplädoyer folgte, das als Spiegel der heutigen Gesellschaft dennoch veraltet wirkte.

Gut gemeint, aber nicht gut gemacht, lautete letztlich die übergreifende Kritik an der Folge, deren Botschaft sich nicht recht entschloss. Die vor wenigen Tagen in den USA ausgestrahlte und u.a. in Europa auf Netflix veröffentlichte erste Folge von "Discovery" zeigte hingegen zwei "Women of Color" als Hauptverantwortliche eines Sterneflottenschiffes; Hauptrolle Michael Burnham (Sonequa Martin-Green) trägt einen männlichen Namen, ohne dass dies näher erklärt wird. So sieht Emanzipation heute aus, und man ist gespannt auf die folgenden Abenteuer der schwulen Crew-Mitglieder. (nb)


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