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San Francisco lässt Harvey Milk erstrahlen

Mit Lichtinstallationen und einer spektakulären Umgestaltung des nach ihm benannten Platzes in ein lebendiges Mahnmal erinnert sich die Stadt an einen schwulen Helden.

In den USA dachte man am Mittwoch nicht nur (größtenteils) mit Schrecken an den Jahrestag der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten, sondern auch an eine Wahl, die gerade für LGBTI mit viel Hoffnung und Zuversicht verbunden war: Am 8. November 1977 wurde Harvey Milk zu einem Stadtrat von San Francisco gewählt, als erster offen schwuler Politiker in Kalifornien.

40 Jahre später haben am Mittwoch tausende Menschen in der Westküstenmetropole dem früheren Hoffnungsträger, der rund ein Jahr nach der Wahl zusammen mit Bürgermeister George Moscone vom Stadtrat Dan White erschossen worden war, mit einer öffentlichen Zeremonie gedacht - seine Worte geben Menschen noch heute Zusammenhalt und Hoffnung.

Direktlink | Bericht des Lokalsenders KTVU

Die Veranstaltung fand statt an der Harvey Milk Plaza, einem Platz an der Metro-Haltestelle Castro, der seit 1985 seinen Namen trägt - hier hatte Milk mit Reden auf Kisten seinen inzwischen durch einen Hollywood-Film geehrten Aktivismus begonnen. Ergänzt wurde die zweistündige Veranstaltung durch zwei Lichtinstallationen an dem Platz, die die nächsten Nächte andauern sollen: An dem Eckgebäude leuchtet sein Spruch "Hope will never be silent" - die Hoffnung wird nie still sein, nie zum Schweigen gebracht werden können. Und mehrere Scheinwerfer strahlen nacheinander in Regenbogenfarben in die unterschiedlichsten Himmelsrichtungen.

Das von den "Friends of Harvey Milk Plaza" organisierte, von schlechtem Wetter leicht getrübte Gedenken ist erst der Anfang: Die Gruppe hatte in den letzten Monaten einen Architektenwettbewerb für eine Neugestaltung des Platzes ausgerufen. Den Zuschlag bekam Ende Oktober ein Team rund um Perkins Eastman. Über den Eingang zur Metrostation soll eine große Treppe entstehen - als große Seifenkiste für jeden ebenso wie als Sitzgelegenheit für Veranstaltungen auf Straßenebene wie als Treffpunkt.


Die Treppe dient zugleich als Zeitstrahl, erzählt in Einlassungen von den Fort- und Rückschritten der Bewegung ab der Geburt Milks bis zu den Ehe-Öffnungen in den USA - und lässt Platz für zukünftige Entwicklungen.

Auf dem Verlauf der Market Street zwischen Castro Street und Collingwood sollen zudem Lampen an die Candlelight Vigils erinnern, zu denen die Menschen nach den Morden und später in der Aids-Krise zusammenfanden. Die Lampen dienen zugleich als Spendenbüchsen.


Und die Metro-Station selbst soll Elemente des Treppen-Designs sowie Regenbogenfarben aufgreifen und mit Infowänden an Milk erinnern. Die vergrößerte und verschönerte Station soll auch einen "Community Room" für Veranstaltungen der Szene erhalten.




-w-

#1 DorianGayAnonym
  • 09.11.2017, 17:18h
  • In den Artikel hat sich in Absatz zwei ein Tippfehlerteufel eingeschlichen: Nicht 1997, sondern natürlich schon 1977 wurde Harvey Milk erstmalig erfolgreich zum Stadtrat gewählt (eben: 40 Jahre ist das nun her).
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  • Anm. d. Red.: Schon korrigiert nach Hinweis auch auf Facebook. Danke.
#2 Paulus46Anonym
  • 09.11.2017, 17:42h
  • Das wurde auch Zeit, das der Platz dort renoviert wurde. Als ich dort vor zehn Jahren war, fand ich die Ecke ziemlich "runtergekommen" und auch das Gebäude, wo Milk sein Büro hatte, war nicht besonders eindrucksvoll. Am Besten fand ich dort noch damals die Pizzeria, wo wir abend gegessen hatten.

    San Francisco ist sowieso eine "Mischung aus allem"; es gibt Gebiete, wo es toll ist, aber wir waren auch in einigen "Ecken", wo ich nicht unbedingt ein zweites Mal hin will. Leider war die San Francisco Brücke während des Aufenthaltes in Nebel gehüllt...

    Und ein Rat: wer nach Los Angeles fährt, sollte auf KEINEN Fall ein Hotel in der Innenstadt nehmen und auch nicht dort, wo die Oskarverleihungen stattfinden, sondern in Strandnähe das Hotel nehmen. Die Innenstadt von Los Angeles ist nämlich "potthäßlich" und abends "wenn man kurz einem Bummel" machen will, ist man ruckzuck in Ecken, wo Obdachlose auf der Straße übernachten; empfehlenswert ist aber dringend der Besuch des J. P Getty Museums.
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