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"Hans Schwanz", ein Drag King für Deutschland

Am internationalen Drag-King-Wettbewerb "King Me: Rise of a Drag King", ab Januar auf Youtube zu verfolgen, nimmt auch ein Bewerber aus Köln teil.

Drag Queens sind die erste Assoziation, wenn der Begriff "Drag" fällt. Sie sind bekannt von Bühnen, aus Medien, Verfilmungen oder im Partykontext. Sie inszenieren Weiblichkeit voller Lust, Spaß, Ironie und Sexualisierung. Dass mit dem Begriff Drag auch "Kings" gemeint sind, muss häufig extra erwähnt werden. Die Drag Kings scheinen auf dem ersten Blick unsichtbar.

Um diesem Missstand entgegenzuwirken, gibt es seit Ende 2016 eine Art Pendant zu "RuPauls Drag Race" explizit für Kings. Denn bei der weltweit beliebten Show sind keine Kings zugelassen, auch wenn der Name "Drag Race" das eigentlich vermuten lassen würde. Das Format "King Me: Rise of a Drag King" wird in Amerika produziert und die zweite Staffel ab 18. Januar auf Youtube veröffentlicht, mit einer neuen Folge pro Woche.


Hans Schwanz verkörpere "das Klischee eines männlichen Deutschen. Feinster Schnurrbart, Mansplainer, Bier- und Naturliebhaber, Lederhose und Schuhplatter", meint die Person dahinter. Mehr von ihm und seiner Persönlichkeit gibt es ab 18. Januar zu sehen. Bild: instagram

Die Produzent*innen wollten eine Plattform schaffen, Drag Kings weltweit sichtbar zu machen. Denn wenig gibt es nicht von ihnen, und vernetzt sind sie über Social-Media-Kanäle zudem auch ziemlich gut. In allen größeren deutschen Städten gibt es Drag-King-Szenen wie beispielsweise in Köln den "Kingdom of Cologne". Bei "King Me" treten die Kandidaten in zehn Perfomance-Wettbewerben an, die viel Kreativität und MakeUp-Skills erfordern. Mangels größerem Budjet erfolgt der Contest durch eingeschickte Videos der Teilnehmer.

Nach jede Challenge scheidet ein Kandidat nach Jury-Voting aus dem Wettbewerb aus, so dass beim Staffelfinale nur noch drei der 12 Kontrahenten übrig bleiben. Sie kämpfen um die "King Me"-Krone und einen Geldgewinn in Höhe von 1.000 US-Dollar. Bei der ersten Staffel waren Kings aus England, aus der USA und aus Asien vertreten.

Direktlink | Das Bewerbungsvideo von Hans Schwan

Für die zweite Staffel hat sich auch ein deutscher Drag King beworben: Hans Schwanz aus Köln. Und das mit Erfolg: Hans wird bei der zweiten Staffel als erster Drag aus Deutschland bei einem internationalen Drag Contest dabei sein. Gespielt wird Hans von der Drag-Künstlerin und Queeraktivistin Stephanie Weber, die seit knapp zehn Jahren in Workshops, im TV, in Vorträgen und auf Bühnen zum Thema "Drag" unterwegs ist.

"Drag bietet, neben dem faszinierenden entertainenden Charakter, die spannende Möglichkeit aufzuzeigen, dass Geschlecht konstruiert ist und als Performanceakt verstanden werden kann", so Weber. "Wir sehen auf der Bühne nicht eine Frau, die sich einen Schnuppi aufgeklebt hat, sondern wir sehen einen Typen, der vor Männlichkeit strotzt. Und der uns dazu ziemlich amüsiert."


Bild: instagram

Dadurch werde "schnell deutlich, wie einfach Gendernormen nachzuahmen und geschlechtlich zugeordnetes Verhalten zu durchbrechen ist. Drag Kings betreten verbotenes Terrain, sie eignen sich Räume an und bedienen sich Verhaltensweisen, die sie als Frau nicht dürften. Wir sind es gewöhnt, dass Queens Weiblichkeit sexistisch und voller Klischees darstellen. Dass Kings das ganze auch können, ist Drag also nicht nur Entertainment sondern auch politische und feministische Praxis." (cw/pm)


-w-

#1 LanzelotteAnonym
  • 12.11.2017, 19:03h
  • Also im Gegensatz zu Drag Queens empfinde ich Hans Schwanz eher als karnevalistisch verkleidet. Für einen augenzwinkernden, überzeichneten Rollenwechsel ist mir da zu viel Kalamauk bei. Der Elferrat mögen den Tusch spielen.
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#2 herve64Profil
#3 tmanAnonym
  • 13.11.2017, 23:57h
  • Da würde ich eine Differenzierung machen.
    Das Empfinden des eigenen Geschlechtes ist angeboren, die Normierung des Geschlechtsausdruckes ist konstruiert.
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#4 herve64Profil
  • 14.11.2017, 15:52hMünchen
  • BTW: steht "DRAG" nicht eigentlich für "DRessed As Girl"? Falls ja, ist die Bezeichnung "Drag Kiong" einfach bdeutungstechnisch daneben.
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#5 HansAnonym
  • 15.11.2017, 15:00h
  • Antwort auf #4 von herve64
  • Hallo Herve, nein. DRAG kommt von: Dressed as a guy / Dressed as a girl und kommt aus dem Theaterbereich. Beide wurden genutzt und irgendwann unter den Begriff DRAG gefasst.
    Schöne Grüße
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