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Madeleines schöner Rücken

Bild: Schwules Museum*

Das Schwule Museum* in Berlin konnte dank großzügiger finanzieller Unterstützung dreier Stiftungen seine Kunstsammlung um ein bedeutendes Werk erweitern.

Der Ankauf von Lotte Lasersteins Bild "Rückenakt (Madeleine)", vermutlich aus dem Jahr 1956, wurde von der Ernst von Siemens-Kunststiftung, der Kulturstiftung der Länder und der Stiftung Preußische Seehandlung ermöglicht. Einen genauen Kaufpreis teilte das Museum nicht mit. Vor fünf Jahren wechselte ein ähnliches Bild der Künstlerin für 280.000 Euro den Besitzer.

Lotte Laserstein (1898-1993) zählt zu den herausragenden Realistinnen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Nachdem die Berliner Malerin wegen ihrer jüdischen Abstammung in der NS-Zeit Deutschland 1937 verlassen musste, geriet ihr Oeuvre hierzulande aus dem öffentlichen Fokus. Erst in jüngerer Vergangenheit hat das öffentliche lnteresse an ihren Arbeiten wieder zugenommen.



Zeit ihres Lebens warf Lotte Laserstein einen selbstbewussten Blick auf das gesellschaftlich konstruierte Verständnis von Weiblichkeit. Der Rückenakt zeigt ihr langjähriges Modell "Madeleine", die aus Deutschland emigrierte Ökonomin Margareta Jaraczewsky, die sie 1939 in Stockholm kennenlernte und die sie während des Exils in ihrer Wahlheimat Schweden häufig porträtierte. Ob die Verbindung von Malerin und Modell über eine platonische Freundschaft hinausging, ist in der Forschung umstritten.

Das Schwule Museum* möchte durch den Erwerb der Ölstudie ein Signal setzen und auf die Ausweitung seines Sammlungsschwerpunkts verweisen. Neben der Auseinandersetzung mit männlicher Homosexualität legt das Museum seit einigen Jahren verstärkt den Akzent auf andere nicht-konforme Geschlechtsidentitäten und sexuelle Orientierungen, wobei gerade weibliche und lesbische Lebenswelten eine wichtige Rolle spielen. (cw)


-w-

#1 EbersbacherProfil
  • 10.12.2017, 16:16hHeuweiler
  • Ich hätte auch zwei Anschaffungsvorschläge.

    1. »Achille recevant les envoyés d'Agamemnon« von Jean-Auguste-Dominique Ingres (1801)

    fr.wikipedia.org/wiki/Achille_recevant_les_envoy%C3%A9s_d%27
    Agamemnon


    Man kann erkennen, wie Achilleus mit Nachdruck gebeten wird, sich wieder an der Schlacht zu beteiligen. Achilleus widmet sich jedoch mit Patroklos dem Gesang; die Myrmidonen, Achilleus' Gefolgsleute, beschäftigen sich mit Athletik und Gymnastik, statt weiter in die kriegerische Auseinandersetzung einzugreifen.

    2. »Blick in Griechenlands Blüte« von August Wilhelm Julius Ahlborn nach einer verschollenen Vorlage von Karl Friedrich Schinkel (1863)

    de.wikipedia.org/wiki/Blick_in_Griechenlands_Bl%C3%BCte

    Zu diesem Panorama-Gemälde muss man nicht viele erklärende Worte verlieren. Im Tempelbereich rechts sitzt bereits ein junger Herr, dem die Statue erläutert wird. Zu ihm mag man sich hinzugesellen, betrachten, und lernen.
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#2 Abdul-Bari IhsanAnonym
  • 10.12.2017, 17:47h
  • Ich hätte da auch eine Idee.

    "The Tyrannicides Harmodius And Aristogeiton" by Kritios And Nesiotes (c. 480 CE, Roman Copy)

    www.laits.utexas.edu/ancienthomosexuality/imageindex.php?cat
    _id=18&topic_id=206


    Hierbei handelt es sich um das schwule Heldenpaar, das den Tyrannen Hipparchos ermordete und damit die attische Demokratie einläutete.

    Diese Geschichte ist durch Thukydides und Aristoteles bezeugt.

    Die Originalstatue wurde während der Perserkriege aus Athen herausgebracht und in Susa, der Hauptstadt des Perserreichs, aufgestellt. Dies war der Wunsch und Befehl von Xerxes dem Grossen, König von Persien und Pharao von Ägypten.

    Dann wurde die - uns in römischer Kopie - vorliegende Statue als Ersatz errichtet.

    Im Jahre 330 vor Christus entdeckte Alexander der Grosse jedoch die Originalstatue im Perserreich und liess sie zurückbringen. Bei der Ankunft in Rhodos wurde der zurückgekehrten Statue göttergleiche Ehre dargeboten.

    Eine bewegte Geschichte also, die unsere jungen Helden Harmodius und Aristogeithon hinter sich haben. Da wäre ein sicherer und ruhiger Hafen wie das Schwule Museum doch der rechte Ort.

    en.wikipedia.org/wiki/Harmodius_and_Aristogeiton
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#3 Julian SigurdsenAnonym
#4 Homonklin44Profil
  • 11.12.2017, 04:58hTauroa Point
  • Ich könnte versuchen, den abzumalen, voll in Antikleder, dann wird's billiger ;o)

    Warum man immer erst tot sein muss oder in dramatisch verwirrenden Lebensläufen entschwunden, damit die Kunstwerke Hunderttausende kosten dürfen, versteh, wer will.

    Auf Flohmärkten findet man so viele richtig gut gemalte Bilder von Künstler*innen, die keiner kennt. Für 5 - 20 Euro kann sich auch der nicht so Exaltierte was Nettes an die Wand seiner Sozialwohnung hängen. Schwäne von einem Vernon Ward etwa. Der konnte Schwäne echt verdammt gut malen.

    Ein Museum verfügt natürlich über andere Kapazitäten. Jedenfalls konnte die hier echt ganz gut malen, und wenn sie das Model sehr gern hatte, versteht man auch die sichtbare Beschäftigung damit. Der menschliche Körper hat ja so seine Tücken. Bekleidet ist es viel einfacher ;o)

    Ich würde Bilder von "GreaseTank" empfehlen, der Gute ist ja leider auch nicht mehr.

    www.queer-arts.org/greasetank/index00.html

    Und fragt mal bei Karl-Heinz Brüggmann im Atelier Hanerau an, ein schwuler Maler, ehemals Seefahrer, der besonders in Sachen Eisenbahn, Schiffe, Leuchttürme und Oldtimer-Traktoren versiert ist, aber auch schon "gay" was gemalt hat, oder von seiner Schwester Christina (MtF):

    www.atelier-hanerau-kb.com/%C3%BCber-mich/

    www.atelier-hanerau-kb.com/maritime/werke-christina-br%C3%BC
    ggmann/


    www.schnellboot.net/div/bilder/oel/?r=6

    Also falls ihr auch Kunst von Leuten akzeptiert, die keine Referenzen von 10 Professor*innen vorweisen können und nicht bei Muthesius oder sonstwo Würden abgrasen konnten.
    Herr Brüggmann hat auch ein Buch mit Drucken von Oldtimer-Traktoren herausgebracht. Die Bilder sind meist mit "ordinären" Wasserfarben gemalt, aber er hat auch Ölbilder bzw. mit Modellbaufarben Gemalte. Seine Modellbaukünste sind ebenso außergewöhnlich.
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