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Menschenrecht auf sexy Jesus

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat Litauen verurteilt, weil die staatliche Verbraucherschutzorganisation eine Modekampagne mit religiösen Motiven verboten hatte - dies war ein Verstoß gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung.

Für die Frühjahr-Kollektion 2013 des jungen Designers Robert Kalinkin hatte die Sekmadienis Ltd. mit Models geworben, die wie Jesus und Maria aussahen, Heiligenschein und Rosenkranzkette trugen. Nach einem Protest der katholischen Kirche wurde die Kampagne von der Behörde gestoppt, weil sie unethisch sei und religiöse Gefühle verletze. Außerdem musste die Modefirma umgerechnet 580 Euro Strafe zahlen.


Während die Sekmadienis Ltd. mit ihrem Widerspruch vor litauischen Verwaltungsgerichten scheiterte, bekam sie vor dem EGMR nun recht. Die Motive mit dem sexy Jesus sind "weder unangebracht verletzend noch rufen sie zum Hass auf", heißt in dem Urteil vom 30. Januar (PDF).

Bei einem Verbot von Werbung müsse die "faire Balance" zwischen eventueller Verletzung der öffentlichen Moral und dem Recht auf Meinungsfreiheit gewahrt werden, so die Richter in ihrer einstimmigen Entscheidung. Dies sei im vorliegenden Fall nicht geschehen. (mize)


-w-

#1 ebidoAnonym
  • 02.02.2018, 20:30h
  • Solche Darstellungen verletzen religiöse Gefühle. Für Gläubige sind Jesus und Maria etwas Heiliges. Das ist nicht anders als seinerzeit mit derMohammed-Karikatur bei Muslimen. Dies sollte man achten und höher bewerten als das Recht auf Meinungsfreiheit. Und schon gar nicht in der Verwendung für Werbungszwecke. Hier urteilt der EGMR aus meiner Sicht falsch.
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#2 BEARAnonym
  • 03.02.2018, 08:24h
  • Ich bin froh, dass in Europa zumindest im Moment Menschenrechte noch höher eingestuft werden als religiöse Befindlichkeiten. Was passiert, wenn dieser Grundsatz kippt, erleben wir zur Zeit in den USA mit ihren Bestrebungen, "Religionsfreiheit" über Gleichbehandlung und Menschenrechte zu stellen. Ein klar denkender, nicht religionsverblendeter Mensch kann Letzteres nicht wirklich wollen. Alles andere ist Mittelalter.
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#3 herve64Profil
#4 kuesschen11Profil
  • 03.02.2018, 14:27hFrankfurt/Main
  • Antwort auf #2 von BEAR
  • Danke für deinen Kommentar, dem ich voll zustimme.

    Wo kommen wir hin, wenn religiöse Dogmen über staatlich geschützte Menschenrechte gestellt werden?

    Die Religionsfreiheit wird dann als "Waffe" gegenüber Andersgläubigen und Nichtgläubigen genutzt. Wir haben schon genügend Opfer in der Welt.
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#5 TheDadProfil
  • 04.02.2018, 14:48hHannover
  • Antwort auf #1 von ebido
  • ""Solche Darstellungen verletzen religiöse Gefühle.""..

    Mit genau dieser Einstellung beginnen die Probleme..
    Damit beginnt die Negation der "Religionsfreiheit" des Anderen, und die Einengung dieser Freiheit..

    ""Für Gläubige sind Jesus und Maria etwas Heiliges.""..

    Für andere nicht..
    Lern endlich damit zu leben !

    Es zwingt Dich auch niemand das anzusehen !
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