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Tausende forderten "Gerechtigkeit für Tschetschenien"

Bild: Munich Kyiv Queer

Ein Jahr nach den ersten Berichten über die LGBTI-Verfolgung in der teilautonomen russischen Republik haben Menschen weltweit daran erinnert, dass nichts besser wurde.

Noch immer werden in Tschetschenien Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung oder Identität von Sicherheitskräften in außergesetzliche Lager verschleppt und gefoltert. Noch immer streitet das Grosny-Regime die Taten unter homofeindlichen Äußerungen zynisch ab, während die zuständige föderale russische Staatsanwaltschaft noch immer kein ernstes Interesse an Ermittlungen zeigt.

Rund ein Jahr nach dem ersten Bekanntwerden der Vorwürfe durch Berichte der Zeitung "Nowaja Gaseta" haben am Samstag Menschen weltweit an Solidaritäts-Kundgebungen zu tschetschenischen LGBTI teilgenommen, die u.a. von der Organisation All Out im Zusammenspiel mit lokalen und regionalen Gruppen organisiert wurden.

#Chechnya100 ???? ? Auch in Berlin wurde heute protestiert! Anlässlich des globalen Gedenktages versammelten sich...

Gepostet von ENOUGH is ENOUGH - OPEN YOUR MOUTH am Samstag, 7. April 2018
Facebook / ENOUGH is ENOUGH - OPEN YOUR MOUTH

Trotz einer vergleichsweise kurzfristigen Mobilisierung kamen dabei teilweise Hunderte in den Metropolen der Welt, aber auch manchen Kleinstädten, zusammen, um bei dem "Global SpeakOut for Chechnya" ein Zeichen zu setzen; in Deutschland zeigten Menschen in Berlin und München vor der Botschaft bzw. dem Generalkonsulat Russlands Flagge.

+++ Gerechtigkeit für Tschetschenien +++ Heute zeigten Münchner*innen im Rahmen der weltweiten Kampagne ihre...

Gepostet von Munich Kyiv Queer am Samstag, 7. April 2018
Facebook / Munich Kyiv Queer | Eindrücke aus München

"One Year and NO Justice", stand auf einigen Plakaten - ein Jahr ist vergangen und es gibt noch immer keine Gerechtigkeit. Eine Online-Petition von All Out aus dem letzten Mai an die russischen Behörden, endlich tätig zu werden, ist immer noch aktuell und kann und soll weiter unterzeichnet werden.

Twitter / OmarKuddus | So sah es in London aus

Am Dienstag hatte Igor Koschetkow vom LGBT Network zusammen mit der "Gaseta"-Journalistin Elena Milaschina bei einer Pressekonferenz in Moskau einen Überblick über die aktuelle Lage gegeben (queer.de berichtete). Akut besorgen die Aktivisten Berichte, dass derzeit nach schwulen Männern auch lesbische Frauen und Transpersonen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität außergesetzlich festgehalten würden. Diese würden von den Sicherheitskräften nicht nur geschlagen und gefoltert, sondern auch sexuell missbraucht. Ulle Schauws, frauen- und queerpolitische Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion, hat inzwischen eine kleine Anfrage an die Bundesregierung gestellt, welche Erkenntnisse sie dazu hat und was sie zu tun gedenkt.

Deutschland hatte wie einige weitere Länder mehrere verfolgte Menschen aus Tschetschenien mittels eines humanitären Visums aufgenommen - in Zusammenarbeit mit dem russichen LGBT Network, das bislang knapp über 100 Menschen aus der Region zunächst in russische Städte evakuiert hatte. Die Arbeit läuft weiter und lässt sich mit Spenden unterstützen. Über das deutsche Spendenkonto kamen laut Angaben von "Enough is Enough", Aktionsbündnis gegen Homophobie und Hirschfeld-Eddy-Stiftung vom Samstag bislang fast 50.000 Euro zusammen. (nb)


-w-

#1 Guardian et alAnonym
#2 mmmmAnonym
#3 von_hinten_genommenAnonym
  • 08.04.2018, 16:36h
  • Ganz ehrlich, Russland hat sich für die EU disqualifiziert bzw. katapultiert sich selbst hinaus. Damit meine ich die russische Regierung.

    Was das für Konsequenzen haben kann, ist mir bewusst. Aber was für Konsequenzen hat es, wenn Russland weiterhin in der EU bleibt??
    Es wurden in Tschetschenien mehrere Menschenverbrechen begangen, das so schlimm ist wie unsere Vergangenheit, und es ist durchaus möglich, dass es immer noch umgesetzt wird.
    Außer mahnende Worte und Berichte darüber geschieht nichts.

    Selbstverständlich ist es kompliziert, wie andere Staaten und Regierungen Einfluss nehmen können, dennoch ist es zu wenig, was getan wird.
    Ich denke immer noch, dass Gesetze erweitert werden müssen und entsprechend Zeugen dieses Massakers Möglichkeiten haben, auszusagen. Wir haben den europäischen Gerichtshof und trotzdem kann in einem Staat sowas wie in Tschetschenien geschehen.

    Und dass Putin weitere 6 Jahre Präsident ist, macht das alles nicht besser, denn auch in Russland findet Gewalt gegen die LGBT statt.

    Aber laut mancher Regierungen schein es ja "wichtigere Themen" zu geben!
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