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Neukölln: Ein großes, spontanes Zeichen gegen Gewalt

Nach mehreren Übergriffen demonstrierten am Donnerstag rund tausend Menschen in Neukölln gegen homo- und transphobe Gewalt.

Der Protest unter dem Motto "Berlin gehört allen" war recht kurzfristig geplant worden. Trotzdem - und auch trotz eines zwischenzeitlichen Gewitters - kamen rund 1.000 Menschen zu der Demonstration, die vom Bahnhof Sonnenallee zu einer Abschlusskundgebung am Hermannplatz zog.

"Wir sind hier, wir sind queer", skandierten Teilnehmer auf Deutsch und Englisch. Einige trugen Schilder mit Aufdrucken wie "Keine Gewalt", "Berlin gehört allen" oder "Stop The Violence".

Hauptsächlich organisiert von den Betreibern des Cafés k-fetisch hatte sich die Einladung zu der Demonstration in sozialen Netzwerken verbreitet. "In (Nord-)Neukölln haben sich in den vergangenen Jahren sehr viele LSBTIQ angesiedelt, weil sie sich in dem vielfältigen Bezirk wohlfühlen", hieß es darin. "Das soll auch so bleiben und darum sagen wir: Berlin gehört allen! - Gegen Homo- und Trans*phobie JETZT!"

Twitter / ResDocs | Ein kurzes Video des Protests, den queer.de leider nicht selbst abdecken konnte, von Re Doc

Anlass waren zwei schwere Gewalttaten in den letzten Wochen: Am 5. Mai war eine 53-Jährige Transfrau an einer Bushaltestelle an der Sonnenallee von einem Unbekannten spontan angegriffen und mit Schlägen gegen den Kopf und einem Fußtritt gegen den Kehlkopf verletzt worden (queer.de berichtete). Svenja Maria H., die nach dem Angriff fünf Tage im Krankenhaus verbringen musste, kam laut einem Bericht des rbb trotz eines Bänderrisses zu der Kundgebung und zeigte sich erfreut über die Solidarität.

Mitte April war zudem ebenfalls auf der Sonnenallee ein 23-Jähriger aus einer Gruppe von rund 15 Personen beleidigt, angegriffen und mit Reizgas besprüht worden (queer.de berichtete). Ähnliche Vorfälle hatte es in Neukölln wie auch anderen Stadtteilen Berlins in den letzten Monaten immer wieder gegeben.

Laut einer vorläufigen Statistik der Berliner Polizei kam es im letzten Jahr zu insgesamt 161 angezeigten Taten im Bereich "sexuelle Orientierung"; die Statistik umfasst u.a. auch Beleidigungen und Propagandadelikte. Im Vorjahr waren es 164 Vorfälle, darunter 44 Gewalttaten (2015: 105/38, 2014: 80/26, 2013: 132/46). Die Tatorte lagen vorwiegend in den Bezirken Mitte, Schöneberg und Neukölln. Untersuchungen der Fälle zeigten sehr unterschiedliche Motive.

Demo-Organisatorin Jule Fischer meinte gegenüber dem rbb, Trans-Personen in ihrem Freundeskreis würden immer wieder "Opfer von sehr brutalen Übergriffen". Nach den letzten Taten habe man sich gedacht, ein Zeichen setzen zu müssen. "Hasskriminalität in dieser Stadt hat sowieso so stark zugenommen - ob es nun gegen Juden und Jüdinnen geht, gegen Roma und Sinti oder gegen Trans*-Personen und Homosexuelle."

Weitere Kundgebung am 26. Mai

Unabhängig von der Initiative vom Donnerstag hatte die Bar Ludwig zusammen mit Prominenten wie Kaey schon vor einigen Wochen zu einem Tuntenspaziergang durch Neukölln am 26. Mai aufgerufen (ab 17 Uhr vom Ludwig aus). Mit dem Spaziergang "for all Genders" wolle man eine alte Tradition wiederbeleben, "Schutzräume zu verlassen und uns den öffentlichen Raum selbstbewusst anzueignen". Durch Sichtbarkeit wolle man Toleranz erzeugen.

Quelle Hauptbild: Ralph Ehrlich/ facebook


-w-

#1 IgorAnonym
  • 11.05.2018, 18:52h
  • Hallo liebe Leute bei Queer.de,
    Danke dass ihr darüber berichtet, über diese tolle Aktion.
    Aber..die Gewalt ist nicht homophob oder transphob, sondern homofeindlich und transfeindlich. Und wenn ihr jetzt noch das "Trans", als Adjektiv benutzen würdet, wäre dies ganz wunderbar. Veränderung, fängt in der Wortwahl an und zeigt genau diesen Menschen, dass mensch sie auch respektiert. Vielen Dank!
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