Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/b?633

Lesben und Schwule in Sotschi

Lesben und Schwule in Sotschi: Das unglücklich gewählte Titelmotiv mit zwei Travestiekünstlern täuscht: Das Magazin der "Süddeutschen Zeitung" hat am Freitag eine hervorragende Reportage über das Leben von Lesben und Schwulen im russischen Sotschi veröffentlicht.

Zusammen mit dem Fotografen Alexander Gronsky reiste der Journalist Thorsten Schmitz in den Touristenort am Schwarzen Meer, der als vergleichsweise liberale Oase im Putin-Reich gilt. "Gewalt wie in Moskau oder St. Petersburg gegen Lesben und Schwule gab es bislang nicht", heißt es im Text. "Im Sommer sonnen sich Homosexuelle am Schwulen-Strand, im Lenin-Park gibt es einen Schwulen-Treffpunkt, und am Strand verkaufen Souvenirshops Reisepässe-Kopien, auf denen 'Schwulen-Ausweis' steht."

Dennoch beschönigt das SZ-Magazin nichts, sondern zeigt auf, wie das Verbot von Homo-"Propaganda" auch das vermeintlich lesbisch-schwule Paradies bedroht. Zu Wort in der Reportage kommt die gesamte Bandbreite der Community: die neureichen Gay-Club-Besitzer Andrej und Ronan, die sich für Politik nicht die Bohne interessieren, die Aktivistin Viktoria, die Putin verdammt und Veränderung fordert, der heimlich schwule Frührentner Wladimir, der am Sonntag in der Kirche für seinen "Sünden" betet, Travestiekünstler Andrej, der sich mit dem Versteckspiel arrangiert hat, oder Oleg, der aus Moskau zu Besuch ist und Russland lieber heute als morgen verlassen will. In Sotschis Stadtbibliothek trifft der Autor außerdem die tolerante wie resolute Rentnerin Ludmilla, die nach dem Selbstmord eines Schwulen im Bekanntenkreis ihre Haltung zu Homosexualität geändert hat.

Um die spannende wie gelungene Reportage zu lesen, muss man nicht unbedingt zum Zeitungskiosk rennen: Jeder, der ein kostenloses SZ Digital-Paket Probeabo für 14 Tage abschließt, kann sich das SZ-Magazin umgehend auf das iPad oder ein anderes Tablet laden. (mize)


-w-

#1 FinnAnonym
  • 10.01.2014, 17:19h
  • Der Artikel kann noch so gut sein, aber ich finde es ätzend, dass Schwule immer nur als Travestiekünstler dargestellt werden.

    Ich habe nichts gegen Travestie, halte das für eine hohe Kunstform und gehe selbst gerne in gute Travestie-Shows. Aber diese Reduzierung ist extrem homophob!

    Genau wegen solcher Bilder können sich Fußballer nicht outen, weil dann viele denken, jeder Schwule würde doch heimlich darauf stehen, sich als Frau zu verkleiden!

    Ganz großes Fail für die Süddeutsche Zeitung!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 RobbyEhemaliges Profil
  • 10.01.2014, 19:42h
  • Im Ansatz gut. Doch solange Schwule ständig von den 'Mainstream'-Medien als Tunten dargestellt werden, wird es in der Bevölkerung auch kein Umdenken geben. Da können wir den Leuten noch so sehr versuchen, zu verklickern, dass wir 'ganz normale Leute' sind. Für die meisten werden wir die Dobrindtsche 'schrille Minderheit' bleiben.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 LoreleyTVAnonym
  • 10.01.2014, 22:59h
  • Na,klar,die Tunten sind an allem schuld.Wir,die angepaßten Schwulen sind ja so normal wie uns die Gesellschaft haben möchte.Immer im Gleichschritt der Gesellschaft und nur keine Persönlichkeit nach außen zeigen.Und wenn es schon sein muß,dann darf Paul auch Paula genannt werden,aber nur in geschlossenen Schwulenclubs oder hinter zu gezogen Gardinen, denn wir sind nach außen ganz normale Personen. Ach,wie gut das niemand weiß,daß ich Rumpelstilzchen heiß. Eine Edeltunten!
  • Antworten » | Direktlink »
#4 HaneAnonym
  • 11.01.2014, 13:40h
  • Tunten? Das ist untertrieben.
    Mit den Tonnen von Make Up sehen die aus wie Drag Queens
  • Antworten » | Direktlink »