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"K-olours" - Die versteckten Farben Kiews

  • 25. Januar 2014, noch kein Kommentar

"K-olours" - Die versteckten Farben Kiews: Stanislaw Mischtschenko präsentiert in München seine zweite Ausstellung mit Lomographien von ukrainischen Lesben, Schwulen und Transgender. Sie leben im Geheimen und doch gibt es sie.

Mehr als Silhouetten gibt es nicht zu sehen. Die aber sind recht farbenfroh - ausgefüllt mit den Farben Kiews, den "K-olours" aus Blättern, Blüten, bunten Bauten, Licht. Der Kiewer LGBT-Aktivist Stanislaw Mischtschenko hat einmal mehr die Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender seiner Heimatstadt fotografiert. Die Bilder hängen von diesem Samstag bis zum 9. Februar in der Münchner Glockenbachwerkstatt in der Blumenstraße 7. Eröffnet wird die Ausstellung um 19 Uhr mit einer Ansprache der Stadträtin Lydia Dietrich und Musik der Münchner Frauen-Rockband QueenBaba.



Es ist die zweite Lomographie-Ausstellung des 30-Jährigen in München. Mit "K-People" - das Sub hat die Portraits im Januar 2013 gezeigt - hat Mischtschenko viele Menschen berührt (Infos und Interview). Damals hat er seine Protagonisten noch direkt aufgenommen, wenn er sie auch lomographisch verfremdet hat. Dieses Mal zeigt der Fotograf nur die Umrisse der Betroffenen und die hat er mit bunten Motiven der Stadt Kiew ausgefüllt. Die Lomo-Technik macht's möglich: Jedes Bild hat Mischtschenko doppelt belichtet.

Die Botschaft ist immer dieselbe: Kiews LGBT-Community lebt versteckt, aber es gibt Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender in der Ukraine und sie machen den ganzen Reichtum des Landes ebenso aus wie jeder andere Bewohner des Landes. Das Leben in Kiew hat viele Farben.



Noch immer leben LGBT in der Ukraine oft gefährlich. Verbale, körperliche Übergriffe gehören zum Alltag; im Parlament ist ein - nach russischem Vorbild formuliertes - Gesetz gegen so genannte Gay-Propaganda anhängig. In den zum Teil brutalen Auseinandersetzungen des Landes um eine Annäherung an die EU haben Europa-Gegner das Thema Gleichstellung immer wieder für ihre Zwecke missbraucht und homophobe Ressentiments bedient.

Zuletzt hatten ukrainische LGBT-Gruppen vor einer "Diktatur" gewarnt - neue Gesetze, die unter anderem das Demonstrationsrecht und die Meinungsfreiheit im Internet einschränken, betreffen auch sie (queer.de berichtete). In dieser Woche war gar ein Schwulenclub von regierungstreuen Schlägern überfallen worden.



Jedes der 30 Portraits wird Mischtschenko im Café der Glockenbachwerkstatt so anordnen, dass alle Motive zusammen einen Regenbogen ergeben. Der Künstler hat dafür gesorgt, dass jedes Foto von einer bestimmten Farbe dominiert wird. Die Botschaft ist klar: "Wir sind viele. Es gibt uns, und wir sind Teil eures Lebens. Lasst uns Freunde sein", sagt Mischtschenko. Für 25 Euro das Stück lassen sich die Bilder unter Lohnverzicht des Künstlers erwerben, das Geld kommt der Kiew-Arbeit der Münchner Szene im Rahmen des Projekts Munich Kiev Queer zugute.

Im Februar folgt übrigens im Sub die Ausstellung "Gay Propaganda - Wie schwul ist Batman?" der Münchner Künstlerin Naomi Lawrence, die auch in Kiew gezeigt wird. Die Eröffnung findet am 14. Februar um 19.30 Uhr zeitgleich via Skype statt. An dem Wochenende reist auch eine Delegation aus München nach Kiew. (nb/pm)


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