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Wirbel um Transgender-Plakat

Wirbel um Transgender-Plakat: Eine Frau mit Bart scheint in Österreich okay zu sein, eine Frau mit Schniepel jedoch nicht. Gegen das diesjährige Life-Ball-Plakat gibt es Strafanzeigen und Online-Petitionen.

"Das Transgender-Plakat für den Life Ball überschreitet nicht nur die Grenzen des guten Geschmacks - über den man vielleicht noch streiten könnte -, sondern offenbar auch die Grenzen des Strafrechts", erklärte etwa die familienpolitische Sprecherin der FPÖ, Anneliese Kitzmüller, die gemeinsam mit ihrem Linzer Parteifreund Detlef Wimmer Strafanzeige wegen Pornografie stellte. "Diese sittliche Gefährdung samt Irreleitung des Geschlechtstriebes soll umgehend freiwillig entfernt oder sonst durch Staatsanwalt und Gericht geahndet werden", so die beiden Rechtspopulisten.

Unterdessen haben am Donnerstagvormittag bereits über 17.000 Menschen eine Online-Petition gegen das Poster auf der europäischen Plattform CitizenGO unterschrieben. "Unter dem Vorwand sogenannter 'Provokation' werden Kinder überfordert und Eltern in ihrer Erziehungsfreiheit eingeschränkt", heißt es dort. Die Life-Ball-Plakate stellten "aggressive Sujets" dar, durch die "intimste Gefühle von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen massiv verletzt" würden. "Wo bleibt der Jugendschutz oder der Schutz der öffentlichen Ordnung?", so die Initiative.

Auch beim österreichischen Werberat sind bereits zahlreiche Beschwerden eingegangen. In Wien wurden mehrere Plakate übermalt oder zerstört, auch auf Facebook wurde eine eigene Seite gegen die "erschreckenden Sex-Plakate" initiiert, die bereits über 2.700 Likes erhielt.

Die Life-Ball-Veranstalter können die Aufregung nicht verstehen. Das Plakat sei bewusst provokant gestaltet, soll jedoch vorrangig für mehr Toleranz werben, erklärte Organisator Gery Keszler: "In dem Bild geht es nicht um Sexualität, wie man auf den ersten Blick vermuten würde. Es geht um Identität und darum, dass es für die menschliche Würde und gegenseitigen Respekt keine Grenzen gibt."

Unterstützung erhielt Keszler vom Wiener Kinder- und Jugendanwalt Anton Schmid. Das Plakat sei weder pornografisch noch sei eine Gefährdung von Jugendlichen bzw. Kindern gegeben, heißt es in einer Stellungnahme des Juristen. Eltern könnten das Plakat ihren Kindern erklären, ähnlich wie die Tatsache, dass Conchita Wurst als Frau einen Bart trage.

Auf dem von dem Künstler David LaChapelle gestalteten Poster ist Transgender-Frau Carmen Carrera zu sehen. Eine zweite Version zeigt das Modell nur mit weiblichen Geschlechtsteilen:



Der Slogan "Ich bin Adam - Ich bin Eva - Ich bin ich" wurde passend zum Motto der diesjährigen Veranstaltung "Garten der Lüste" gewählt. "Die Trennlinie zwischen den Geschlechtern ist längst verschwommen - jeder ist auf seine Art einzigartig", erklärte LaChapelle seine Botschaft. "Für mich ist ein Körper nicht nur der Gegenstand zur Erfüllung sexueller Gelüste. Vielmehr beherbergt er auf wunderschöne Weise die Seele des Menschen - und genau das feiern wir in diesem Bild."

Der Life Ball, deren Erlöse Aids-Initiativen zu Gute kommen, findet in diesem Jahr am 31. Mai statt (queer.de berichtete).


-w-

29 Kommentare

#1 timpa354Ehemaliges Profil
  • 22.05.2014, 12:07h
  • Finde das Plakat toll, der Mensch zählt, egal ob weiblich oder männlich.Scheinbar versteht diese Botschaft nicht jeder.
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#2 Heterosexism purAnonym
  • 22.05.2014, 12:15h
  • Hetero-Porno bei "Life Ball", queer.de und überall? In billigster Manier werden die allgegenwärtigen heterosexistischen Posen und Darstellungen mit übergroßen weiblichen Brüsten und eben der Frau als Sexobjekt kopiert, angehimmelt von einer männlichen Figur am Boden. Das nahezu unsichtbare Schwänzchen ändert an dieser Reproduktion heterosexistischer Mann-Frau-Rituale rein gar nichts. Der männliche Körper und schwule Erotik und Geilheit müssen unsichtbar bleiben. Heterosexismus pur.
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#3 zeichen der zeitAnonym
  • 22.05.2014, 12:23h
  • jetzt kann man also nicht mal mehr eine ehemals schwul-lesbische seite aufrufen, ohne dass einen *natürlich weibliche* "titten" und die üblichen heterosexistischen bilder anspringen.
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#4 Timo1990Anonym
  • 22.05.2014, 12:38h
  • Es muss also nur eines der unzähligen sexistischen, heteropornoähnlichen Bilder, die den gesamten öffentlichen/medialen Raum dominieren, mit einem kaum wahrnehmbaren Penis garniert werden, schon rasten Faschos und Konservative aus, und einige Schwule halten das allen Ernstes für fortschrittliche, bahnbrechende "Kunst". So sehr der "Künstler" sich in seiner Traumwelt wohlfühlen mag: "Geschlechtergrenzen" & Heteronormativität sind so zementiert wie nie, auch in diesen Darstellungen!
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#5 schlaffiAnonym
  • 22.05.2014, 12:51h
  • schlaff! schlaff muss er sein! der schwanz.

    und wenn er steht, dann nur für übergroße weibliche "pornobrüste" (siehe oben), deren propagierung schon minderjährige frauen zu plastisch-chirurgischen verzweiflungstaten treibt.

    alles andere wäre schwule schwerstverführung!
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#6 ollinaieProfil
  • 22.05.2014, 13:03hSeligenstadt
  • @zeichen der zeit #3

    "jetzt kann man also nicht mal mehr eine ehemals schwul-lesbische seite aufrufen, ohne dass einen *natürlich weibliche* "titten" und die üblichen heterosexistischen bilder anspringen."

    Schwul-LESBISCHE Seite!

    Die schrecklichsten Sexisten sind die, aus der eigenen Comunity!
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#8 sperlingAnonym
  • 22.05.2014, 13:29h
  • >"Frau als Sexobjekt kopiert, angehimmelt von einer männlichen Figur am Boden."

    wenn sie umgekehrt positioniert gewesen wären, hättest du behauptet, es sei unterträglich, dass der mann in überlegener position stehen kann, während die frau in passiv-abwartender operrolle am boden liegen muss...
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#9 sperlingAnonym
  • 22.05.2014, 13:40h
  • "operrolle"... ja, das passt ja auch irgendwie.
    menno, ihr wisst schon, was ich meine!
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#10 bestimmtAnonym