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David Bowie in Berlin

  • 23. Mai 2014, noch kein Kommentar

David Bowie in Berlin: Von 1976 bis 1978 lebte David Bowie, schon damals ein Weltstar, in West-Berlin. Nun würdigt ihn der Martin-Gropius-Bau mit einer Werkschau.

Die multimedial inszenierte Ausstellung, die am 20. Mai eröffnet wurde, war zuvor bereits im Londoner Victoria and Albert Museum zu sehen - sie ist die erste internationale Retrospektive zur außergewöhnlichen Karriere der schwulen Pop- und Stilikone. Der Besucher erfährt, wie der Künstler von Einflüssen aus Kunst, Design, Theater und zeitgenössischer Kultur inspiriert wurde und diese Genres wiederum prägte.



Die Kuratoren Victoria Broackes und Geoffrey Marsh erhielten für die Schau erstmals Einblicke in das bisher verschlossene David Bowie Archive. Aus 75.000 Objekten wählten sie 300 exklusive Ausstellungsobjekte aus, um das Leben und das künstlerische Schaffen Bowies zu veranschaulichen. Darunter u.a. handschriftliche Songtexte, originale Bühnenkostüme, Modeartikel, Fotografien, Filme, Musikvideos, Bühnenbilder, Bowie's persönliche Instrumente und Albumcover-Illustrationen.



Für das deutsche Publikum wurde die Ausstellung zudem um einen Teil erweitert, der Bowies Bezüge zu Berlin herausstellt. Aus gutem Grund: Die Jahre 1976 bis 1978 gehören zu den musikalisch produktivsten des Künstlers; hier schrieb er Musikgeschichte. Das sogenannte Berliner Triptychon - mit den Alben "Low" (1977), "Lodger" (1979) und dem Hauptwerk "Heroes" (1977) - ist von der Spree-Metropole inspiriert und teilweise in den Hansa Studios unweit des Potsdamer Platzes entstanden. Bowie und Weggefährten wie Iggy Pop erprobten hier radikal avantgardistische Persönlichkeitsentwürfe, die die Grenzen zwischen Mode, Musik und Aktionskunst aufhoben - Leben und Kunst verschmolzen zu etwas Neuartigem.

Wie umfassend Bowies Auseinandersetzung mit Berlin war, gibt der berühmte Songtext von "Heroes" wieder. Er handelt von zwei Liebenden, die sich an einer Mauer küssen. Bowie verarbeitet darin eigene Beobachtungen und Eindrücke des Expressionismus der Zwanziger Jahre. In Berlin drehte Bowie außerdem den Kinofilm "Schöner Gigolo, armer Gigolo", den letzten Film mit Marlene Dietrich.



Die Ausstellung im Martin-Gropius-Bau (Niederkirchnerstraße 7, Kreuzberg) ist noch bis zum 10. August täglich von 10 bis 20 Uhr zu sehen. Der 320-seitige Ausstellungskatalog ist im Knesebeck Verlag erschienen und kostet 49,95 Euro. (cw/pm)


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