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Socke & Schuss

Socke & Schuss: Es gibt Präventionskampagnen, die man nicht wirklich verstehen muss. Mit den beiden albernen Handpuppen Socke und Schuss, die sich in einer Waschmaschine kennenlernen und gemeinsam in einer Kommodenschublade wohnen, will die Aids-Hilfe NRW schwule Männer über HIV und andere sexuell übertragbare Krankheiten aufklären.

Klare Botschaften, eine schnörkellose Sprache, einfache Identifikationsmöglichkeiten und eine große Nähe zur Zielgruppe - all das, was sonst gute Präventionsarbeit ausmacht, sucht man bei der Social-Media-Kampagne "Socke & Schuss - mit Herzenslust bis in die Puppen" bislang vergeblich. Stattdessen hat sich ein verschwurbelter Kinderzimmer-Poet in der Kölner Puppenkiste ausgetobt: "Und so nahm das Schicksal seinen Lauf", legt er Socke auf der Homepage sockeundschuss.de in den Mund. "Nicht das es schon tragisch genug war, dass Schuss mir einsam im Vorspülgang über den Weg lief. Mutterseelenallein war er nach dem vorherigen Waschgang übrig geblieben. An oberster Stelle der Trommel klebend hatte man ihn einfach vergessen! Dieser Waschgang sollte uns also unwiderruflich zusammenführen."



Ganz überrascht ist man nach dieser tragischen Persil- und Lenor-Geschichte, dass man dann doch noch auf der Homepage - unter dem Stichwort "Wenn die Socke qualmt" - auf gut aufbereitete Informationen zu Darmparasiten oder Genitalherpes stößt. Per Mausklick lädt man sie automatisch als PDF herunter.

Die Aids-Hilfe NRW selbst findet die neue Kampagne natürlich ganz kreativ: "Durch die Auswahl von zwei 'typischen' Charakteren als Handpuppen sollen viele Facebook-Nutzer angesprochen und eine emotionale Bindung hergestellt werden", heißt es in einer Pressemitteilung des Landesverbands. "Mit zwei bis drei Postings pro Woche wird dabei die Geschichte der beiden Hauptdarsteller erzählt und nebenbei auf Themen der strukturellen Prävention zu HIV und anderen STIs eingegangen. Aufgelockert werden diese Auftritte durch Fotos der beiden Puppen, ihre Kommunikation zueinander und durch Verlinkungen zu szenerelevanten Informationen aus Kultur, Politik oder auch Sport."

Das Angebot "soll auf humorvolle Weise unterhalten, informieren, zum Nachdenken anregen oder auch provozieren", heißt es weiter in der Pressemitteilung: "Herzenslust erhofft sich viel 'Traffic', um die persönliche Auseinandersetzung mit der eigenen Sexualität und mit HIV und STIs zu fördern".

Hat die Aids-Hilfe NRW den Schuss nicht gehört?, möchte man bei diesen naiven Erwartungen spontan einwerfen. Dennoch: Beim Bügeln sollte man die "Abenteuer" von Socke und Schuss natürlich weiterhin auf Facebook verfolgen. Vielleicht haut die Kampagne die Schwulen von Aachen bis Münster ja doch noch von den Socken - so wie es "Herzenslust" in den Neunzigern tatsächlich mal geschafft hat. (mize)


-w-

#1 HosenträgerAnonym
  • 27.06.2014, 14:14h
  • Hoffentlich hat dieser Schwachsinn nicht meine Spendengelder aufgefressen! Die Sprache und Umsetzung sind so modern, wie ein Mittsechzigjähriger sich das vorstellt.
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
#3 FennekAnonym
#5 EnyyoAnonym
  • 27.06.2014, 21:50h
  • Da war wohl ein Fan von Bimmel und Bommel am Werk, die einst bei Harald Schmidt das gute A präsentierten...
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#6 Ferrante
  • 01.07.2014, 02:24h
  • Besser als der übliche Schmuddel-Szene-Style solcher Kampagnen und humorvoll mit Hirn!
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