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Angeklagt wegen eines Kusses

In Italien müssen sich zwei schwule Aktivisten vor Gericht verantworten, weil sie sich am Rande einer Demonstration von Homoehe-Gegnern geküsst haben.

Insgesamt sechs Schwule und Lesben wurden wegen "Unruhestiftens" angeklagt, berichtet das italienische Magazin "The Local". Ihr Vergehen: Sie hatten öffentlich ihren Unmut über eine Demonstration der homophoben Bewegung "Sentinelle in Piedi" (Stehende Wächter) gezeigt, die am 29. März in Perugia gegen ein geplantes Antidiskriminierungsgesetz protestiert hatte.

Laut Polizeireport habe es sich bei dem Gegenprotest um eine "nicht genehmigte Demonstration" gehandelt. Zudem wird den Angeklagten vorgeworfen, die Homo-Gegner "Fanatiker" und "Faschisten" genannt und "knallbunte Kleidung" getragen zu haben.

Nachdem die Polizei die beiden schwulen Aktivisten aufforderte, weiterzugehen, begannen diese einen "langen und leidenschaftlichen Kuss auf den Mund - vor vielen Familien mit Kindern und Jugendlichen, davon viele Minderjährige", heißt es im schriftlichen Bericht der Beamten. "Die Passanten reagierten auf diese Zurschaustellung angewidert."

Ein Video, gepostet von der LGBT-Gruppe Omphalos Arcigay Arcilesbica aus Perugia, hält den Gegenprotest fest - der Kuss ist etwa ab 0:50 zu sehen:


"Küsse zwischen schwulen Männern oder lesbischer Frauen sind kein Verbrechen" kritisierte die Gruppe Human Rights Watch (HRW) die Anklage und forderte die Staatsanwaltschaft auf, sie umgehend fallen zu lassen. Die Aktivisten hätten lediglich von ihrem Recht auf friedlichen Protest Gebrauch gemacht, erklärte HRW-Sprecherin Judith Sunderland: "Die Anklage wäre eigentlich zum Lachen, wenn sie nicht genau die Homophobie zeigen würde, gegen die die Aktivisten kämpfen." (cw)


-w-

#1 timpa354Ehemaliges Profil
  • 27.10.2014, 08:50h
  • Todesstrafe mindestens! Küssen muss bestraft werden, wo kommt man denn dahin, wenn Menschen zeigen , dass sie sich lieben.Italien ist sowieso im Arsch, die Mafia hat alles zerstört.
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#2 MarekAnonym
  • 27.10.2014, 09:28h
  • Das ist ja wohl der Hammer...

    Jetzt dürfen sich in Italien Schwule nicht mal mehr in der Öffentlichkeit küssen?

    Das ist ein schwerer Grundrechtseingriff und zutiefst undemokratisch. Hoffentlich werden die beiden in Berufung gehen und dann eine Entschädigung bekommen...
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#3 BungaBungaAnonym
  • 27.10.2014, 09:58h
  • Italien steht unter der Knute der Katholiban und ist wirklich ein ekelhaftes Schlusslicht in Europa.
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#4 BaksisProfil
  • 27.10.2014, 11:04h
  • Und sowas mitten in der EU!
    Das ist eine Schande, nicht nur für Italien, sondern für die ganze westliche Kultur!
    Beschämend, einfach nur beschämend!!!!
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#5 TimonAnonym
#6 der KnuteAnonym
#7 Petrillo
  • 27.10.2014, 18:17h
  • Und an den knutschenden Lesben (ca.1:50 und 2:20) hat sich niemand gestört?! Kennt man(n) halt aus Pornos...
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#8 Just meAnonym
  • 27.10.2014, 18:47h
  • Wir sollten vielleicht mal verstärkt Strategien entwickeln, wie wir uns heteronormative (öffentliche) Räume aneignen können, um sie queer umzudeuten. Kiss-Ins sind schon eine gute Idee aber wieso soll man nur so kurz sichtbar werden? Ich weiß es klingt utopisch, aber wenn sich regelmäßig große Mengen queerer Menschen zusammenfinden, die einen Tag lang eine Straße/einen Block/Stadtbereich ganz selbstverständlich 'einnehmen', ließe sich der Umgang mit z.b schwuler Sichtbarkeit angsfrei erlernen.
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#9 Simon HAnonym
  • 27.10.2014, 20:22h
  • Na toll, da wird den Leuten vorgeworfen, dass sie "bunte Kleidung" tragen. Das sind ja schon russische Zustände.

    Und dann das Argument des Schutes der Kinder. Stammt auch eins zu eins aus Russland.

    Schwulen und Lesben das Küssen zu verbieten (egal wie leidenschaftlich das ist) ist ein schwerer Grundrechtseingriff. Ich hoffe, dass die das nicht auf sich sitzen lassen und in die nächste Instanz gehen. Notfalls muss das bis zum EU-Gerichtshof gehen, damit das ein für alle mal geklärt ist!
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