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Manchester singt gegen homophobe Gewalt

Nachdem zwei junge Schwule zusammengeschlagen wurden, weil sie in einer Straßenbahn Musical-Songs gesungen hatten, reagierten die Chöre der Stadt auf ihre eigene charmante Art und Weise.

Der Anlass für die bemerkenswerte Aktion #SafeToSing in der nordenglischen Stadt: In der Nacht zum 1. November waren zwei junge Schwule in einer Straßenbahn erst homophob beleidigt und dann nach dem Ausstieg an den Piccadilly Gardens, einem zentralen Platz in der Innenstadt, von insgesamt 15 Männern zusammengeschlagen worden. Die Auseinandersetzung hatte begonnen, weil das Paar in der U-Bahn spaßeshalber Musical-Songs angestimmt hatte.

Der 19-jährige Jake und sein 25-jähriger Kumpel Jean Claude waren unterwegs zur Canal Street, Manchesters LGBT-Szeneviertel, das durch die britische Ur-Version von "Queer as Folk" bekannt wurde. Jean Claude wurde bei dem Angriff mehrfach ins Gesicht geschlagen und getreten, bis er bewusstlos wurde. Auch Jake wurde gegen den Kopf geschlagen, er konnte aber ein Geschäft erreichen und die Polizei rufen. In Interviews sagten die Jungs nach der Tat, es würde eine Weile dauern, bis sie sich wieder sicher fühlen würden.



Den Angriff wollte die Szene nicht auf sich sitzen lassen. So versammelten sich am Montag mehrere Chöre der Stadt in den Piccadilly Gardens, um bekannte Songs aus Musicals zu singen. Neben dem Manchester Lesbian and Gay Chorus, der die Aktion organisierte, beteiligten sich daran unter anderem der Manchester Community Choir, der Blackburn People's Choir, der Manchester Bach Choir und der Chor des weltbekannten Hallé-Orchesters mit Sitz in der Stadt (es wurde 1857 durch den Deutschen Karl Halle gegründet). Für die Passanten gab es etwa "Downtown" von Petula Clark, der Text wurde in "Canal Street" abgeändert.



Nach dem Konzert, für das die Stadtverwaltung die Technik und eine Bühne bereitgestellt hatte, schwärmten die Chöre aus in verschiedene Straßenbahnen. Dort sangen sie unter anderem "Defying Gravity" aus dem Musical "Wicked" - das Lied, das Jean Claude und Jake in der Straßenbahn gesungen hatten.

Viele Passagiere stimmten in die Gesänge mit ein und wurden mit Cupkakes in Regenbogenfarben belohnt, aus einer Box mit dem Aufdruck "Cake not Hate". Zuvor hatten die Tram-Fahrer über das Lautsprechersystem den Hintergrund der Aktion erklärt. Der Straßenbahn-Betreiber Metrolink ließ verlautbaren, dass man hinter diesem "fantastischen Zeichen der Solidarität" stehe: "Metrolink ist für jeden da. Wir wollen, dass alle unsere Kunden eine sichere Reise genießen können." (nb)




-w-

#1 PeerAnonym
  • 19.11.2014, 20:32h
  • Schlimm! Wie lange sollen wir noch als Menschen 2. Klasse behandelt werden? Weil Politik und Kirchen das Klima dafür schaffen.

    Politiker und Pfaffen, die das Klima dafür bereiten, gehören bestraft. Und wie könnte man die mehr treffen, als wenn man denen das einzige nimmt, was sie interessiert: Geld und Macht.
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#2 TonitoAnonym
  • 19.11.2014, 20:42h
  • Wieder mal ein schlimmer, trauriger Vorfall. Wie krank muss man sein, um andere Menschen wegen ihrer Liebe anzugreifen?!

    Aber es macht Hoffnung zu sehen, wie die Chöre der Stadt, die Verkehrsbetriebe und andere Menschen darauf reagieren.
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