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Das Auswärtige Amt hat am 13. Februar zum wiederholten Male für Jamaika folgenden Reise- und Sicherheitshinweis herausgegeben: "Ein großer Teil der Bevölkerung ist Gleichgeschlechtlichen gegenüber feindlich eingestellt. Es hat in jüngster Zeit mehrfach Übergriffe gegen Homosexuelle gegeben."

Zudem heißt es in der Reise-Warnung des Steinmeier-Ministeriums: "Geschlechtsverkehr unter gleichgeschlechtlichen Partnern ist in Jamaika strafbar. Die tatsächliche Strafverfolgung ist sehr uneinheitlich." Nach dem Gesetzbuch kann Homosexualität mit bis zu zehn Jahren Haft mit Zwangsarbeit bestraft werden.

Das renommierte "Time Magazine" nannte Jamaika bereits 2007 "das homophobste Land der westlichen Hemisphäre". Schwule müssen dort tatsächlich um ihr Leben fürchten: In den letzten Jahren kam es immer wieder zu Lynchmorden. So wurde 2005 Steve Harvey, der bekannteste Gay-Aktivist des Landes, von mehreren Männern aus seinem Haus entführt, erschossen und in einen Graben geworfen. Die UN kritisierte daraufhin das Land, da die Homophobie auch die Ausbreitung von Aids begünstige.

Trotzdem gibt es seitdem immer wieder neue Berichte über schwulenfeindliche Gräueltaten. Die Polizei drückt dabei bei den Tätern meist beide Augen zu – oder beteiligt sich sogar daran. Dennoch hat das Land besonders in der Jugendkultur ein harmloses Image. "Wie gefährlich können schon bekiffte Rastamänner sein?", so der allgemeine Tenor. Im Gegensatz zu den Legenden herrscht im relativ armen Jamaika aber eine Wut auf die "dekadenten" Gesellschaften des Westens, die zudem noch von einer kruden christlichen Auslegung von Religion befeuert wird. Resultat ist eine Macho-Kultur, die ihresgleichen sucht. Laut einer repräsentativen Umfrage der Zeitung "Jamaican Gleaner" sprechen sich mehr als zwei Drittel der Jamaikaner dagegen aus, dass Schwule und Lesben jegliche Bürgerrechte zugesprochen werden.

Mehrfach haben amerikanische Blogger und Homo-Aktivisten bereits einen Reiseboykott der Karibikinsel gefordert, die jedoch außerhalb der Szene kaum wahrgenommen wurden. Dabei könnten Einschnitte im Tourismus das Homohasser-Land hart treffen. So besuchen jährlich mehr als drei Millionen Menschen Jamaika, eine Million davon aus den USA. Die Einnahmen aus den Besuchern belaufen sich auf 2,1 Milliarden Dollar.

In Deutschland ruft die schwul-lesbische Werbeagentur Communigayte zum Reise-Boykott auf. Deren Inhaber Michael Drescher und Jeff Wahl haben die homofeindliche Stimmung im Dezember 2006 am eigenen Leib zu spüren bekommen: Sie landeten bei einer Kreuzfahrt auch in Ocho Rios, einem beliebten Reiseziel auf Jamaika. Drescher und Wahl erzählen, dass sie dort von Einheimischen bedrängt worden seien. Nachdem sie keine Drogen oder Prostituierte kaufen wollten, wurden sie sogleich als "fucking faggots" beschimpft. Als sich die Atmosphäre aufheizte, flohen sie zurück auf das Schiff. "Egal ob Tourist oder Einheimischer: Jamaika ist lebensgefährlich für Schwule", resümiert Michael Drescher. (cw)



34 Kommentare

#1 OLIAnonym
  • 14.02.2009, 09:13h
  • Die Reisewarnung ist ja nicht neu. Die gibt es schon seit längerer Zeit. Jeder Schwule ist selbst schuld der in solche Länder reist und denen auch noch das Geld in den Rachen wirft. Meiner Meinung nach dürfte auch kein Schwuler Tourist nach Ägypten, Marokko, Tunesien etc. fahren.
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#2 HannibalEhemaliges Profil
  • 14.02.2009, 09:34h
  • Antwort auf #1 von OLI
  • Ganz genau meine Meinung!
    Wer als Homo freiwwillig in solche Länder reist und dann ein paar auf Maul kriegt, hat es auch nicht besser verdient.
    Mal ganz davon abgesehen, dass ich solche Zustände natürlich untragbar finde und erschreckend, dass man sich als Schwuler auf diesem Planeten immer noch nicht frei bewegen kann.
    Eigentlich müssten solche Länder von sämtlichen anderen zvilisierten Staaten geächet werden.
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#3 LennyAnonym
#4 OliAnonym
#5 gatopardo
  • 14.02.2009, 12:35h
  • Antwort auf #4 von Oli
  • Ja mein Lieber, so geht´s mir leider auch. Hätte im Nachbarland Marokko (40 Minuten Flugzeit Madrid-Tanger)jederzeit schwule Freunde, die mir Wohnung und Begleitung anbieten. Schade, dass ich überhaupt keine Lust mehr verspüre, von diesem Angebot Gebrauch zu machen. Jamaika war dagegen niemals mein Reiseziel, weil mich diese Insel schon allein von ihrer Rasta-Kultur her überhaupt nicht anspricht. Wer jedoch mit seinem schwulen Partner oder abenteuersuchend in die Karibik will, sollte anglophone Orte mit ihren alten britischen Zöpfen meiden und besser auf die offeneren spanischsprechenden Inseln wie Dominikanische Republik, Puerto Rico,Kuba oder Isla Margarita fliegen.
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#6 XDAAnonym
  • 14.02.2009, 12:40h
  • Ja ich würde auch generell alle muslimischen Länder meiden - wer nach Dubai zum shoppen fährt, soll sich dann nicht wundern, aber Hannibal hat recht, natürlich ist der Zustand generell untragbar, aber das Geld noch dort hinzutragen kann und darf nicht sein.

    Da fahr ich lieber nach Spanien, Griechenland oder Skandinavien ... da ist es auch schön.
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#7 AxelBerlinAnonym
  • 14.02.2009, 13:08h
  • Antwort auf #2 von Hannibal
  • Koran Sure 7, Vers 176
    Er gleicht daher einem Hunde: treibst du ihn fort, so hängt er seine Zunge heraus; läßt du aber von ihm ab, so hängt er auch seine Zunge heraus. Gerade so ergeht es Leuten, die Unsere Zeichen leugnen.
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#8 Julek89
  • 14.02.2009, 13:31h
  • Ja da muss ich "Lenny" recht geben. Ich komme ja zur Hälfte auch aus Polen, mich da zu outen, wäre eine totale Katastrophe für meine Freunde da. Schon die 12-jährigen sagen zu sowas nur "iiii" und naja...einige dadrüben kennen das -natürliche polnische Wort- für Schwul nicht einmal. Als ich ihnen das dann erklärt habe, kamen mir Blicke entgegen, wo ich dachte, die reißen mir gleich den Kopf ab. Gerade bei polnischen Jungs ist Homosexualität ein Thema das man nicht ansprechen sollte und...wie so schön gesagt tabuisieren sollte...um weiterhin drüben "gesund" zu leben...Meine polnischen Freunde hier sind, egal ob Junge oder Mädchen gespalten bei dem Thema ..aber so ca. 70% haben da garnichts gegen...Das ist dann wohl der deutsche Einfluss^^ Naja bei meiner Familie in Deutschland bin ich auch nit geoutet...Ich weiß nämlich wie sie darüber denken...so viel dann zu dem Thema...

    Zu dem Thema hier mit Jamaika und anderen solchen Ländern...Also schon die Türkei war einfach vom Land her ne Zumutung für mich damals, als ich da noch hin MUSSTE wegen meinen Eltern... Und ja Spanien ist super, Skandinavien sowieso...aber naja..auch nach Polen werde ich immer wieder fahren und demnächst auch nach Russland. Die Menschen haben zwar (wenn auch nicht alle) das Denken und die Einstellung aus dem Mittelalter aber ich fühle mich trotzdem suuuper wohl dort und die Menschen sind auch sonst total super.
    Naja...ich hoffe, dass es in Zukunft mal anders aussieht und sie vom "Kopf her" dort auch im 21. Jahrhundert ankommen!
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#9 gatopardo
  • 14.02.2009, 13:43h
  • Antwort auf #8 von Julek89
  • Da sprichst Du ein mir bekanntes Gefühl an, wenn ich in Polen verweile. Natürlich ist mir die Homophobie dort besonders bei Menschen meines Alters bekannt, fühle mich aber trotzdem immer sauwohl in Eurem Land. Ich denke, dass man auch ältere Polen nach all den katastrophalen Situationen der Vergangenheit mit realem Soaialismus und Katholizismus heute behutsam aufklären kann, weil sie schliesslich Europäer sind, was ich in Jamaika gar nicht erst versuchen würde.
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#10 Mirror
  • 14.02.2009, 14:29h
  • Antwort auf #2 von Hannibal
  • Das wäre der richtige Weg,die müssten von der
    Zivilisierteren Welt richtig was auf die fresse kriegen.Gelder Zuschüsse usw verweigern.
    Aber das wäre ja eine Einmischung in innere Angelegenheiten.(Menschenrecht wird uns ja da konsequent abgesprochen.)
    Aber die Schläger suchen sich natürlich auch noch jemanden,der nach ihrer ansicht noch eine Stufe weiter unten steht.Uns schwule eben.Und die Religionen fördern da eher ihr" christliches weltbild"
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