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Der sozialistische Ministerpräsident Portugals vollführt eine Kehrtwende: Er setze sich nun für die Öffnung der Ehe ein, erklärte José Sócrates. Die katholische Kirche reagierte prompt.

Sócrates hat auf einer Parteiveranstaltung vor 300 Zuhörern erklärt, er würde sich nach einem Wahlsieg im Herbst für die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben einsetzen. Noch im letzten Jahr hatten seine Sozialisten einen Antrag der oppositionellen Grünen und des Linksblocks für die Gleichbehandlung von gleichgeschlechtlichen Paaren im Eherecht abgelehnt (queer.de berichtete). Er hatte damals argumentiert, dass die Homo-Ehe nicht im Regierungsprogramm stehe und seine Partei keine "Befehle" von der Opposition entgegen nehmen würde.

Homo-Gruppen begrüßten den Sinneswandel von Sócrates. Das sei ein "positiver Schritt", erklärte António Serzedelo, Chef von Opus Gay. Es sei besonders außergewöhnlich, dass sich der Ministerpräsident in einer Zeit der Wirtschaftskrise für Gleichberechtigung einsetze, da in Krisenzeiten Minderheitenrechte schnell vergessen werden, so Serzedelo.

Erschrocken reagierte die katholische Kirche. Sie forderte alle Christen im Land auf, nicht für eine homofreundliche Partei zu stimmen. Die portugiesische Gesellschaft werde von der Homo-Ehe "bedroht", erklärte Kirchensprecher Manual Morujão in einer offiziellen Stellungnahme.

Ein Sprecher der Sozialisten sagte, die Reaktion der Kirche sei erwartet worden. "Wir müssen uns aber für Gerechtigkeit einsetzen, da Portugal nach wie vor Defizite bei der Gleichberechtigung aufweist. Auch gleichgeschlechtliche Paare verdienen gleiche Rechte", erklärte Vitalino Canas.

In Portugal gibt es derzeit eine Art Eingetragene Lebenspartnerschaft ("faktische Partnerschaft" oder "uniões de facto"), die sowohl gleich- als auch verschiedengeschlechtliche Paare eingehen können und die weniger Rechte als die Ehe beinhaltet. Das einzige Nachbarland Spanien hat dagegen schon 2005 die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet.

Die Partido Socialista regiert derzeit mit absoluter Mehrheit. Sie muss sich im September wieder den Wählern stellen. (dk)



14 Kommentare

#1 alexander
  • 17.02.2009, 12:57h
  • wunderbar, portugal richtet sich nach seinem nachbarn, wo es gut funktioniert !
    die brd braucht ihren deutschen dickkopf und natürlich die besseren "wege"! am deutschen wesen " muss" die welt genesen !
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#2 Tim_ChrisProfil
  • 17.02.2009, 13:22hBremen
  • "Die portugiesische Gesellschaft werde von der Homo-Ehe "bedroht", erklärte Kirchensprecher Manual Morujão in einer offiziellen Stellungnahme."

    Ich frage mich, wie die Kirche immer wieder auf solchen Schwachsinn kommt. Was genau sollen schwule und lesbische Paare denn in einer Gesellschaft bedrohen, wenn sie gleichberechtigt sind? Womit? Worauf begründet sich diese kirchliche Behauptung? Wo sind die Beweise dafür, dass irgendwo dort, wo Homosexuelle gleichberechtigt sind die Gesellschaft in irgendeiner Weise Schaden genommen hätte?
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#3 seb1983
  • 17.02.2009, 13:32h
  • Antwort auf #2 von Tim_Chris
  • Das kam doch so sicher wie die Nachricht dass morgen die Sonne wieder aufgeht...

    Die Öffnung der Ehe wäre immerhin mal ein minimaler Lichtblick in der portugiesischen Politik. In allen anderen Bereichen haben sie es nämlich schlicht und einfach versaut.
    Wirtschaft, Bildung, Soziales, Portugal ist der große Verlierer in der EU, trotz Primus Spanien direkt um die Ecke.
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#4 Tim_ChrisProfil
  • 17.02.2009, 13:34hBremen
  • Ich drücke die Daumen, dass die Partido Socialista mit José Sócrates an der Spitze die Wahlen gewinnt. Es wäre ein Zeichen dafür, dass sich Europa von den mittelalterlichen Einstellungen der Kirchen löst und in die richtige Richtung marschiert.
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#5 FloAnonym
  • 17.02.2009, 14:52h
  • "Erschrocken reagierte die katholische Kirche. Sie forderte alle Christen im Land auf, nicht für eine homofreundliche Partei zu stimmen. Die portugiesische Gesellschaft werde von der Homo-Ehe "bedroht", erklärte Kirchensprecher Manual Morujão in einer offiziellen Stellungnahme."

    Die katholische Kirche hatte immer schon ein Problem mit Demokratie. Sie haben immer noch nicht verstanden, dass sie sich aus Politik rauszuhalten haben!!

    Die katholische Kirche ist aus denselben Gründen gegen Homosexualität, aus denen sie gegen Verhütung, vorehelichen Sex, Selbstbefriedigung, etc. ist: wie man heute weiß, ist eine gesunde Sexualität (und nicht nur die 1-2 mal im Leben zum Kinderzeugen) für körperliche und psychische Gesundheit und Ausgeglichenheit extrem wichtig! Aber glückliche und zufriedene Menschen brauchen keinen Heilsprediger, denen sie blind folgen und bereitwillig ihr Geld geben....

    Deshalb hasst die katholische Kirche JEDEN Sex!

    Dass sie mit ihren Lügen über Kondome mitschuldig sind an zahlreichen AIDS-Kranken und Toten, sowie verhungernden AIDS-Waisen in der dritten Welt ist denen da natürlich auch egal. Ein Verein, der Frauen mit eigener Meinung als Hexen verbrannt hat und der im Namen von Inquisition, Kreuzzügen und Exorzismen gefoltert und gemordet hat, hat eh Blut an den Händen, da kommt es darauf auch nicht mehr an.

    Es wäre super, wenn die nächste Wahl in Portugal zugunsten der Vernunft ausgeht. Dann würde in einem weiteren Land die Ehe geöffnet und man würde der katholischen Kirche zeigen, dass sie sich aus Politik rauszuhalten hat!

    Eheöffnung für Portugal!!!
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#6 gerdAnonym
  • 17.02.2009, 15:56h
  • Und ich drücke die Daumen, dass Sócrates einen Koalitionspartner benötigt und dann auf die Grünen oder den Linksblock angewiesen ist. Dann ständen die Chancen auf Eheöffnung noch höher in Portugal.
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#7 Kenny
  • 17.02.2009, 19:33h
  • Äähhmmm, hallo?

    Der Mann will im Herbst, NACH den Wahlen die Ehe öffnen, während er JETZT mit absoluter Mehrheit regiert?
    Wieso öffnet er die Ehe nicht jetzt??

    Geht´s eigentlich noch plumper?

    Kenny
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#8 SaschaEhemaliges Profil
  • 17.02.2009, 19:49h
  • Antwort auf #3 von seb1983
  • Und das von jemandem, dessen gelobtes Vaterland bei internationalen Vergleichsstudien regelmäßig auf Platz 1 der Länder mit der größten BildungsUNgerechtigkeit unter den reichen Industrieländern landet, in dem 70% der jungen Menschen von vorneherein ein Hochschulstudium verwehrt wird, in dem in den letzten Jahren Millionen von Menschen (darunter Hunderttausende von Kindern) in die Armut getrieben worden sind und die wohl größte Umverteilung von Reichtum von unten nach oben (d.h. in die Taschen der Superreichen, zu Lasten der sozial "Schwächsten") in ganz Europa stattgefunden hat.

    Angesichts der Realitäten in dieser unserer Gesellschaft muss ich schon sagen: Etwas mehr Zurückhaltung und "Bescheidenheit" bei der Beurteilung anderer Länder stände so manchem Deutschen nicht schlecht zu Gesicht!
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#9 seb1983
  • 17.02.2009, 22:17h
  • Antwort auf #8 von Sascha
  • Dafür wurden wir in einer Umfrage zum beliebtesten Land der Welt erklärt ;))

    Im Übrigen haben wir hier eine Win-Win-Situation:

    Deutschland hat eine schwere Schieflage bei der Bildungsgerechtigkeit und Einkommensentwicklung, Portugal hat sich in den letzten 20 Jahren sehr bescheiden entwickelt.

    Da dein Kommentar mit meinem nämlich inhaltlich kaum etwas zu tun hat (Ich reden von Portugal um das es im Artikel geht, du von Deutschland) haben wir beide Recht
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#10 SaschaEhemaliges Profil
  • 17.02.2009, 23:22h
  • Und hier noch ein bezeichnendes Beispiel dafür, wie junge schwule Männer (die wenigen, die sich offen zeigen) hierzulande im öffentlichen Leben, nicht selten von ihrer eigenen Altersgruppe (!), behandelt werden:

    "als sie gemeinsam durch die Rheinenser Innenstadt liefen und ein paar junge Leute sie nach einigen abschätzigen Blicken plötzlich mit Äpfeln bewarfen. Als sie denen am nächsten Tag noch mal begegneten, wurden sie sogar angespuckt."

    www.mv-online.de/lokales/kreis_steinfurt/greven/974589_Wir_v
    erstecken_uns_nicht.html
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