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Georgien schickt dieses Jahr ein trashigen Discosong ins Eurovisions-Rennen, der in jeder Schwulenbar bei ausreichend Promille zum Tanzen animieren wird. Pikant: Das Ufta-Ufta-Lied richtet sich – mehr oder weniger versteckt – gegen den russischen Übervater Wladimir Putin.

Von Dennis Klein

Eigentlich sind ja politische Lieder bei Eurovision Song Contest strikt verboten. Schon in den 1960er Jahren, als das kommunistische Jugoslawien und das faschistische Spanien am Wettbewerb teilnahmen, einigte man sich darauf, dass der Grand Prix fröhlicher, politikfreier Singsang sein sollte. Doch das klappte nicht immer. Dieses Jahr droht wieder ein Streit: Georgien disst mit dem englischsprachigen Discoschlager "We don’t wanna put in" ("Wir wollen nichts beisteuern") den russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin. Denn der Refrain klingt - insbesondere im nicht ganz akzentfreien Englisch - verdammt nach "We don’t want Putin". Gleich nach dieser Feststellung singt der Chor: "The negative move, It's killin' the groove." Immerhin ist Georgien grad nicht der beste Freund Moskaus, denn Russland hat erst im letzten Sommer die kleine NATO-freundliche Republik mit der russischen Minderheit militärisch angegriffen.

Youtube | Das Lied in der georgischen Vorausscheidung

Das von "Stefane & 3G" gesungene Lied gewann am Mittwoch die georgische Vorausscheidung gegen neun Konkurrenten. Noch gibt es keine offiziellen Reaktionen zur georgischen Wahl von der Eurovision. Ein Sprecher stellte jedoch klar: "Politische Lieder werden beim Eurovision Song Contest nicht geduldet." Nach der Bekanntgabe der endgültigen Teilnehmerliste am 16. März werde man analysieren, ob das georgische Lied gegen das Politikverbot verstößt.

Zum Grand-Prix-Finale am 16. Mai in Moskau wird es voraussichtlich noch weitere Kontroversen geben. Homo-Aktivisten haben bereits angekündigt, an diesem Tag den CSD in der russischen Hauptstadt abhalten zu wollen. Diese Veranstaltung ist in den vergangenen Jahren regelmäßig verboten und anschließend niedergeknüppelt worden. Der homophobe Moskauer Bürgermeister Juri Luschkow hat Schwule und Lesben bereits vor Aktionen im Rahmen des Musikfestivals gewarnt (queer.de berichtete).

Das georgische Lied wird sich – wenn es nicht vorher von der Eurovision disqualifiziert wird – aber erst einmal am 12. Mai im Halbfinale in Moskau mit seinen Konkurrenten messen müssen. Wahrscheinlich wird dann auch Wladimir Putin zuschauen. Denn der russische Regierungschef gilt als ausgesprochener Grand-Prix-Fan.



#1 dummfugAnonym
  • 20.02.2009, 14:46h
  • Aha, das soll also ein Gewinnerlied einer nationalen Ausscheidung sein.

    Ich bin total von den Socken.
    1. Die absolut hinreißende Präsentation. Seifenblasen und Kostüme aus den 60ern, wo sieht man sowas noch? Auch die Lichteffekte - Wow, wo haben die das notwendige Equipment denn her?
    2. Genialer Text. Tiefgreifend. Ergreifend. Reimt sich sogar hinten (manchmal).
    3. Darbietung. Das es sich hier um ausgebildete Stimmen handelt bemerkt der Fachmann sofort. Auch die Choreografie ist gespickt mit neuen Einfällen.

    Ist ein echter Ohrwurm. Nur einmal gehört, geht einem nicht mehr aus dem Kopf. Sofort fängt mein Körper an, sich rhythmisch zu bewegen!

    Nein, jetzt mal ehrlich. Würde das Lied nicht diese Assoziation zulassen bzw. bewusst damit spielen, gäbe es wohl keine Chance.

    Nur ist Putin nicht zu unterschätzen - wie hieß es doch im satirischen Jahresrückblick zu den olympischen Spielen so schön? Putin schaut sich den Einmarsch der Georgier ins Stadion in China an. Einmarsch? Ja, das ist doch eine Idee! Mensch, das könnt ich doch auch mal machen! (und Kameraschwenk zu den einmarschierenden Panzern in Georgien).

    Klar, das die nicht besonders auf diesen Diktator zu sprechen sind...
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#2 Fiete_Jansen
  • 21.02.2009, 00:28h
  • Antwort auf #1 von dummfug
  • Ähm, wo hab ich denn im letzten Sommer nicht aufgepasst? War nicht Georgien der Agressor? Ich will hier nicht die Russischen Oligarchen gut heissen. Was in diesem Land seit Gorbatschow geschieht muss verurteilt werden. Aber auch was in Georgien seit dem Usurpator Schewardnadse geschah ist beim besten willen nichts was man gutheissen kann.
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