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Der Oscar-Abend wurde zum Triumphzug für "Slumdog-Millionär", der mit acht Oscars ausgezeichnet wurde. "Milk" gewann nach acht Nominierungen zwei Academy Awards – für das beste Drehbuch und Sean Penn als besten Hauptdarsteller.

Der Abend fing gut an für "Milk": Ganz am Anfang der Show wurde der Preis für das beste Drehbuch (ohne Vorlage) vergeben. Gegen harte Konkurrenz wie "Frost/Nixon" oder "Glaubensfrage" konnte sich der 34-jährige Jungspund Dustin Lance Black durchsetzen, der das Drehbuch zu "Milk" verfasst hat. Seine Dankesrede wurde zum Appell an junge Schwule, sich nicht unterkriegen zu lassen: "You are beautiful wonderful creatures of value". Er warb für dann für die Öffnung der Ehe und sagte voraus: "Ihr werdet bald die gleichen Rechte haben".

Sean Penn hatte dann seinen Moment um 5:40 Uhr deutscher Zeit. Er siegte in der Kategorie "Bester Hauptdarsteller", in der eher Mickey Rourke die Favoritenrolle inne hatte. Er begann seine Rede ironisch mit: "Ihr liebt kommunistische, homoliebende Hundesöhne?". Auch er erwähnte die Homo-Ehe und forderte Befürworter der Proposition 8 auf, über ihre Position nachzudenken: "Wir brauchen gleiche Rechte für jeden", so Penn. Der 48-Jährige gewann bereits den zweiten Oscar nach 2003 für "Mystic River".

Einen Durchmarsch machte "Slumdog Millionär". Der Film gewann acht Oscars nach zehn Nominierungen – und schlug dabei stets "Milk" oder den öfters nominierten "Benjamin Button". Der britische Film von Danny Boyle ("Trainspotting") erzählt die Geschichte eines ehemaligen Straßenjungen, der als erster alle Fragen bei der indischen Version von "Wer wird Millionär?" richtig beantwortet.

Heath Ledger gewann postum den Oscar als bester Nebendarsteller für "The Dark Knight". Der Australier, der mit seiner Rolle in "Brokeback Mountain" die Anerkennung von Kritikern gewann, starb vor einem Jahr an einer Überdosis Medikamente.

"Milk" ist seit 2006 der zweite Film mit einer schwulen Thematik, der im Oscar-Rennen teilgenommen hat. Damals war "Brokeback Mountain" ebenfalls für acht Oscars nominiert worden und gewann drei Trophäen (queer.de berichtete). 1985 hatte die Academy bereits einen Dokumentarfilm, "The Times of Harvey Milk", mit einem Oscar ausgezeichnet. (dk)



Trauer um Frank M. Robinson

Der schwule US-Schriftsteller und frühere Redenschreiber von Harvey Milk ist am Montag in seiner Heimatstadt San Francisco gestorben. Er wurde 87 Jahre alt.
Entwurf von Harvey-Milk-Briefmarke veröffentlicht

Die Fachzeitung "Linn's Stamp News" hat den Entwurf der amerikanischen Sonderbriefmarke zu Ehren des Schwulenaktivisten Harvey Milk veröffentlicht.

52 Kommentare

#1 SaschaEhemaliges Profil
  • 23.02.2009, 07:42h
  • Damit ist die "Academy" einmal mehr ihrem Ruf für beispiellose Homophobie gerecht geworden. Wer einen Film über eine solch einmalige Figur der Zeitgeschichte, noch dazu angesichts der gesellschaftlichen Umstände, nicht zum besten Film macht, der beweist nach 2006 zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit, dass er der Gay Community schlichtweg mit aller Macht diesen Titel verwehren will!

    Eine weitere verpasste Chance, jungen Menschen die so dringend notwendige Botschaft sexueller Vielfalt, Freiheit und Gleichheit auf prominenter Bühne nahezubringen, und es ist ganz sicher kein Zufall, dass dies innerhalb von drei Jahren schon zum zweiten Mal so ausgegangen ist!
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#2 Luckylion
#3 SamuelAnonym
  • 23.02.2009, 08:50h
  • Antwort auf #1 von Sascha
  • Vielleicht ist es Dir ja nicht aufgefallen, aber mit dem Oskar für den besten Film werden die besten Filme geehrt und nicht gesellschaftliche Umstände und schon gar nicht die "Gay Community".

    Saschi, Du lebst echt in einer schwul-rosa-Parallelwelt.
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#4 Ulli_2mecsProfil
  • 23.02.2009, 09:57hHamburg
  • kleiner hinweis - wenn dustin lance black 1974 geboren ist, würde es mich wundern, wenn er (immer noch) 29 ist ;-)
    (klar, 34 ist auch noch ganz schön jung für einen oscar ...)

    Danke, es war spät...
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#5 TomAnonym
  • 23.02.2009, 10:09h
  • Echt Sascha, du hast glaub ich wirklich ein Homomanie-Problem. Reicht dir nicht das Statement, dass der Hauptdarsteller einen Oscar gewinnt und der Regisseur auch schwul ist?
    Ich habe ja gestern zum ersten Mal brokeback mountain gesehen und muss sagen, dass er verdient nicht bester Film geworden ist. Nicht nur dass er langatmig ist, sondern auch unrealistisch. Da wurde vermittelt, man hätte die Wahl, eine familie zu gründen oder homosexuell zu leben. Die Konflikte waren gar nicht ausgearbeitet, grade zu dieser Zeit hat es ganz was anderes bedeutet, schwul zu sein.
    Grottig.
    Ausserdem scheint es ein Oscar-Naturgesetz zu sein, dass der beste Film, nie auch die besten Hauptdarsteller hat. titanic, herr der ringe, la crash..
    Man schon von einer einigermaßen "fairen" wahl sprechen. obwohl ich ja das gesetz vergaß,( als ich letztens hier schrieb, dass Mickey Rourke gewinnen wird), dass wenn du in hollywood einen schwulen spielst, den es dann sogar wirklich gab, den oscar sicher hast..siehe auch capote und boys dont cry-tranny

    Oder um den zynischen Vincent Gallo zu zitieren:
    In Hollywood kriege ich nur einen Preis wenn ich einen Film über eine jüdische Lesbe mache..lol
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#6 maaartinAnonym
  • 23.02.2009, 10:42h
  • Antwort auf #1 von Sascha
  • sind wir so seltsame ausserirdische, die nur unter der aufwendung größter schauspielerischer kräfte dargestellt werden können? philadelphia, brokeback mountain, milk,... so lange heten nur stilvoll vor sich hinsiechende, leidende und mitleidserregende schwuchteln spielen, kriegen sie das goldenen ding mit großer sicherheit ans bein gebunden. DAS könnte man auch homophob nennen, wenn man die hollywoodschmonzetten erst nehmen würde. aber als der schnöden spaßgesellschaft verfallene partytunte hab ich ja leider nicht so den blick fürs große ganze.
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#7 remixbebAnonym
#8 Berti v. d. MuldeAnonym
#9 Rabauke1976
  • 23.02.2009, 11:48h
  • Geiiiillllllllll!!!!!!! bSchon als die Trailer zu " Milk" anliefen, wusste ich, daß wird einer der Knaller auf der Oscarverleihung. An dieser Stelle meinen herzlichen Glückwunsch an Sean Penn!!!! Natürlich freue ich mich auch für die anderen Preisträger, jedoch "Milk" ist ein echt bewegender, authentischer Film und hat die beiden "Edelmetalle" wirklich verdient. Klasse!!!!!!
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#10 SaschaEhemaliges Profil
  • 23.02.2009, 13:03h
  • Antwort auf #5 von Tom
  • Ach ja, @Tom,

    weil das ach so liberale Hollywood im Dienste der Dominanzgesellschaft jedes Jahr aufs neue MANISCH irgendeine ebenso MANISCH inszenierte Hetero-Romanze als "besten Film" auszeichnet, habe ich also ein "Manie-Problem".

    Merkst du eigentlich noch, WER hier ein Problem hat, und zwar mit seiner Sicht auf die gesellschaftlichen Realitäten???
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