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  • 03.03.2009           2       | | |

Ed Koch: Homo-Fragen inakzeptabel

Ed Koch war von 1969 bis 1977 Abgeordneter des US-Repräsentantenhauses und von 1978 bis 1989 Bürgermeister von New York City.
Ed Koch war von 1969 bis 1977 Abgeordneter des US-Repräsentantenhauses und von 1978 bis 1989 Bürgermeister von New York City.

Der ehemalige New Yorker Bürgermeister Ed Koch erklärte, es sei nicht hinnehmbar, wenn Journalisten Politiker nach ihrer Sexualität befragten – er selbst wehrte sich seit Jahrzehnten gegen derlei Gerüchte.

"Ich will nicht dazu beitragen, dass jeder Kandidat gefragt werden kann: ‚Bist du hetero, schwul oder lesbisch?’", erklärte der 84-jährige ewige Junggeselle im Interview mit der "New York Times". "Das darf keine legitime Frage werden, also beantworte ich sie auch nicht. Mir ist es egal, ob Leute mich für schwul halten, ich beantworte die Frage nicht." Mit einem Augenzwinkern fügte er hinzu: "Ich fühle mich aber geschmeichelt, dass die Öffentlichkeit bei meinem Alter von 84 Jahren immer noch an meinem Sexleben interessiert ist – es ist nämlich ziemlich begrenzt."

Gerüchte um Kochs Sexualität machten im Bürgermeisterwahlkampf 1977 die Runde. Damals tauchten in ganz New York City Plakate und Aufkleber mit der Aufschrift "Wählt Cuomo, nicht den Homo" auf. Mario Cuomo war der Gegenkandidat von Koch bei den demokratischen Vorwahlen. Koch wies zu diesem Zeitpunkt die Homo-Vorwurf zurück: "Nein, ich bin kein Homosexueller. Wenn ich ein Homosexueller wäre, hätte ich hoffentlich den Mut zu sagen, dass das so ist. Die Kampagne ist gemein, weil sich mich zwingt zu sagen, dass ich kein Homosexueller bin. Das heißt, Sie machen Homosexuelle runter", erklärte Koch damals in Richtung Cuomo, der jede Verantwortung für die Kampagne von sich wies. Koch gewann die Wahlen und war zwölf Jahre lang Bürgermeister der Metropole.

(Fortsetzung nach Anzeige)


Homo-Aktivisten kritisieren Koch, weil er nicht schnell genug auf die sich Anfang der 1980er Jahre ausbreitende Aids-Epidemie reagiert hat. So warf ihm der ACT-UP-Gründer Larry Kramer vor, dass er sich aus Angst vor einem Outing nicht zu sehr für die schwule Community einsetzen wollte. Dennoch erließ Koch mehrere homofreundliche Gesetze. So unterschrieb er 1986 ein Antidiskriminierungsgesetz mit dem Merkmal sexuelle Orientierung.

Auch in der Populärkultur wird über die Sexualität von Koch spekuliert. So wird er unter anderem in der TV-Serie "Will & Grace" mehrfach erwähnt. Einmal erklärt eine Figur, Koch sei ihm auf einer öffentlichen Toilette – offensichtlich einer Klappe – begegnet. Im Film "Shortbus" taucht ein älterer schwuler Mann, der Koch sehr ähnlich sieht, in einer Szene im Sexclub auf. Er erklärt, dass er einst Bürgermeister von New York gewesen ist und bedauert daraufhin, dass er die Aids-Krise vernachlässigt habe. "Wir wusste damals so wenig", entschuldigt er sich in einem Dialog. (dk)


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Tags:  ed koch   new york 
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Reaktionen zu "Ed Koch: Homo-Fragen inakzeptabel"


 2 User-Kommentare als Feed (RSS 2.0, ?)


Die ersten:   
#1
04.03.2009
11:34:56


(+2, 2 Votes)

Von XDA

Nein, ich bin kein Homosexueller. Wenn ich ein Homosexueller wäre, hätte ich hoffentlich den Mut zu sagen, dass das so ist. Die Kampagne ist gemein, weil sich mich zwingt zu sagen, dass ich kein Homosexueller bin. Das heißt, Sie machen Homosexuelle runter.

Also dieses Statement in den 1977er Jahren finde ich wirklich beachtenswert. Er hat sich indirekt für die Homorechte eingesetzt - und das finde ich viel besser - eine Verurteilung der Homophobie sozusagen.

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#2
04.03.2009
14:14:43


(+2, 2 Votes)

Von dummfug

Im Gegensatz zu unserer Presse schlachtet die US-Presse das Privatleben aller Politiker wirklich gnadenlos aus. Man kennt dort nur schwarz oder weiß (was früher wortwörtlich genommen wurde) und heute auch nur christlich oder unchristlich und für oder gegen die USA. Katastrophal. Da ist eine Äußerung wie sie jetzt von Ed Koch in seinem Alter kommt viel publikumswirksamer als ein spätes Outing. Fragen zum Privatleben mögen ja gestellt werden, eine Antwort von jedem zu erwarten, das ist nicht legitim. Insbesondere nicht, wenn das Volk nur in "Kurzschlüssen" denkt.

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