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In den USA sind heimlich aufgenommene Gespräche von US-Präsident Richard Nixon veröffentlicht worden, in denen sich der Republikaner darüber entrüstet, dass Schwule in den Medien sichtbarer werden.

Das Gespräch zwischen Nixon und Beratern wurde am 13. Mai 1971 geführt. Der US-Präsident erzählt darin, er habe etwas Komisches im Fernsehen gesehen: "Zwei schrecklich hübsche Typen, ein blöder alter Bock und ein nettes Mädchen – die haben Homosexualität vergöttert. Ich meine, die beiden Männer haben zugegeben, dass sie Homosexuelle sind", erklärte Nixon. Er sprach dabei über eine Folge aus der Erfolgserie "All in the Family", das von 1971 bis 1976 im US-Fernsehen die quotenstärkste Sendung war. Die Hauptfigur Archie Bunker entspricht dabei dem Ekel Alfred aus der deutschen Serie "Ein Herz und eine Seele", die ebenfalls in den 1970er Jahren ausgestrahlt wurde.

In der Folge, die Nixon kritisiert, trifft Archie Bunker einen schwulen Football-Spieler, mit dem er sich anfreundet. Daraufhin erzählt Archies Schwiegersohn, den Nixon als "Hippie" bezeichnet, dass der Sportler schwul ist.

Youtube | Die Aufnahmen im Wortlaut

"Aber gottverdammt noch mal, was richtet das mit den Kindern an?"

Nixon erklärt in der Aufnahme, ihm mache Homosexualität nichts aus, aber man solle Schwule nicht glorifizieren, "ebenso wenig wie Huren": "Wir alle wissen, dass Menschen zu Huren gehen, wir alle wissen, dass Menschen Schwächen haben. Aber gottverdammt noch mal, was richtet das mit den Kindern an? Was macht das mit einem elf- oder zwölfjährigen Jungen?". Er beschwert sich ferner, dass die Pfadfinder immer von "gottverdammten Schwuchteln gereinigt werden müssen".

Daraufhin macht Nixon einen Ausflug in die Geschichte: "Wissen Sie, was mit den Griechen passiert ist? Homosexualität hat sie vernichtet. Aristoteles war ein Homo, wie auch Sokrates… Wissen Sie, was mit den Römern passiert ist? Die letzten sechs römischen Kaiser waren Schwuchteln." Frankreich und Großbritannien seien auf dem absteigenden Ast, weil sie zu tolerant gegenüber Homosexuellen seien. Die Sowjetunion gehe dagegen vor und sei deshalb stark, wolle aber den Westen destabilisieren: "Wissen Sie, Cannabis und unmoralisches Verhalten sind die Feinde einer starken Gesellschaft. Darum wollen die Kommunisten und die Linken das hier fördern: Sie versuchen, uns zu vernichten."

Zudem erklärt Nixon, dass Frauen so schlecht gekleidet seien, weil sich in der Modewelt so viele Schwule herumtrieben. "Die gottverdammten Modedesigner hassen Frauen", ist sich der Politiker sicher.

Richard Nixon war von 1969 bis 1974 im Amt. Er trat als einziger US-Präsident in der Geschichte von seinem Amt zurück, nachdem die Watergate-Affäre öffentlich wurde. (dk)



#1 gelderlanderEhemaliges Profil
  • 04.03.2009, 18:32h
  • Lebt der noch?

    Und wieso regen die sich darüber erst jetzt auf? Das war doch bekannt, das damals Homosexualität noch als Psychische erkrankung galt.
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#2 dummfugAnonym
  • 04.03.2009, 19:04h
  • Das ist doch eine uralte Kamelle. Von Nixon habe ich nichts anderes erwartet. Was er da mal in einem nicht-öffentlichem Gespräch gesagt haben soll, wen interessiert das heute?

    Wenn Lady Di per Telefon ihrem "Reitlehrer" süffisantes ins Ohr haucht, mag das ja lustig sein, aber deswegen verhungert kein Kind weniger in Afrika. Wenn ein Erzkonservativer CSU-Politiker bei dem 5 Glas Bier seinem Bekannten erzählt, das Frauen nur zu dienen haben, mag sich zwar Alice Schwarzer darüber aufregen, aber deswegen darf die Ehefrau trotzdem wählen gehen.

    Das er diese Einstellung hatte ist zwar traurig, aber Schnee von vorgestern. Und sein eigenes politisches Grab hat er ja schon geschaufelt...
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#3 HannibalEhemaliges Profil
#4 gelderlanderEhemaliges Profil
  • 05.03.2009, 08:33h
  • Antwort auf #3 von Hannibal
  • Naja, schau dir milk an, dann weist du wie die mehrheit so denkt.

    übrigens auch heute noch ein weit verbreitetes klischee in den usa, wo 80% aller ewinwohner an die biblische schöpfungsgeschichte glauben
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#5 XDAAnonym