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Ein Film wie ein Fausthieb: Zwei Jugendliche töten einen Menschen, ohne Motiv. Packendes Debüt mit überzeugenden Hauptdarstellern, die bereits in schwulen Produktionen zu sehen waren.

Von Carsten Weidemann

Was ein Traum vieler ausgelaugter Schichtarbeiter sein könnte, ist in Niels Lauperts Spielfilmdebüt die Hölle. Der junge Regisseur zeigt, wie verheerend es sein kann, als perspektivloser Jugendlicher zu "Sieben Tagen Sonntag" verdammt zu sein. Basierend auf einer wahren Begebenheit aus dem Jahre 1996 stürzt er sich und sein Publikum ungefiltert in ein Leben, wie es die Kinder trostloser Trabantenstädte nicht anders kennen.

Es ist der 14. Januar 1996. Ein trister Wintertag in der bleigrauen Plattenbauwüste einer Siedlung am Rande der Stadt, ein Tag wie jeder andere für Adam und Tommek. Eigentlich ein ganz gewöhnlicher Sonntag. Wie immer treffen sich Adam und Tommek mit ihrer Clique. Wie immer betrinken sie sich, ziehen um die Häuser und lassen sich ziellos treiben. Nachdem hier sowieso jeder Jugendliche die Schule vorzeitig abbricht, so erzählt Adam, sei die Woche eben voller Sonntage. Entsetzlich langweilig ist das Leben der Jugendlichen, chancenlos und ohne jede Perspektive. Die Clique ist Familienersatz, man zieht um die Häuser, trinkt, ödet sich an. Es muss etwas passieren, finden die Freunde. Da stiftet Tommek Adam zu einer Wette an: Kannst du einen Menschen töten?

In nüchterner Erzählweise führt er vom alltäglichen Kampf um Anerkennung und Orientierung zu einem Ausbruch unfassbarer Aggressionen, die sich gegen völlig Unbeteiligte richten. Dem schockierten Zuschauer liefert er dabei ganz bewusst weder Erklärungen noch Interpretationen. Laupert hat seinen erschütternden Film mit einem Kraftakt innerhalb von nur 16 Drehtagen mit kaum erwähnenswertem Budget auf die Beine gestellt. Ein weiterer Trumpf sind die beiden Hauptdarsteller: Ludwig Trepte (Goldene Kamera 2008) und Martin Kiefer (Paulas Geheimnis, Falscher Bekenner, Lichter) bewältigen ihre Parts glänzend. Während Adam anzusehen ist, wie er verzweifelt versucht, mit Männlichkeitsattitüden über sein eigentlich zartes Wesen hinwegzutäuschen, schimmern durch die knallharte Fassade Tommeks immer wieder Augenblicke der Verletzlichkeit durch.

Die musikalische Untermalung reicht von Portishead bis Babyshambles und vertont damit die sprunghafte Emotionalität der Protagonisten, die ihre eigenen Gefühle jedoch selbst in keinem Moment adäquat ausdrücken können. Laupert beobachtet das Geschehen sehr genau, ohne dabei direkte Schuldzuweisungen auszusprechen oder den Ausbruch auf singuläre Ereignisse zurückzuführen. Die wenigen Erwachsenen, die im Leben der Jugendlichen erscheinen, sind wie Adams Oma (Karin Baal) selbst überfordert und ausgelaugt.

Ludwig Trepte ist den schwulen Kinogängern bereits aus dem Skinhead-Drama "Kombat Sechzehn" bekannt, in dem er einen charismatischen Rechtsradikalen spielt. In dem bei Pro Fun-Media erschienenen Film "Keller" verkörpert er einen jugendlichen Entführer. Martin Kiefer hatte seinen ersten Auftritt im Jahr 2000 im schwulen Kurzfilm "Freunde / The Whiz Kids".

Youtube | Kinotrailer


#1 Liedel
  • 05.03.2009, 19:51h
  • Ach herrje. "Erfolgreiche" Jung- oder "schwule" Regisseure besetzen die Hauptrollen ihrer Streifen mit hübschen Schnuckels als Eyecatcher... Story lächerlich, viel Tamtam drumrum. Auf der Berlinale macht sowas immer Spaß, weil das durchaus kritische Publikum sowas dann mit Buhrufen, bohrenden Nachfragen bzw. Gelächter kommentiert...
    Es könnte sein, dass heute morgen in Hamburg eine Currywurst geplatzt ist. In Berlin waren es heute sicher ganz viele Currywürste, die geplatzt sind. Solange queer.de darüber nicht auch noch berichtet, solls mir recht sein
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