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Dortmunds Schwule topfit: In der Ruhrmetropole wird es künftig einen Gesundheitsladen für Schwule unter dem Dach der Gesundheitskampagne "pudelwohl" geben.

Von Carsten Weidemann

Der Ausschuss für Soziales und Gesundheit der Stadt Dortmund hat in den vergangenen Tagen in einer unspektakulären Sitzung einen Beschluss gefasst, der in naher Zukunft zu einer Premiere führen wird. Die Stadtverwaltung wurde damit beauftragt, umgehend die Errichtung einer schwulen Gesundheitsagentur zu prüfen und kommunale Mittel für das Projekt zur Verfügung zu stellen. Der von allen Parteien getragene Beschluss öffnet nun den Weg für ein Präventionsmodell, das bundesweit einmalig ist. Demnach werden die Dortmunder Aidshilfe, das Schwulenzentrum KCR und das städtische Gesundheitsamt in gemeinsamer Kooperation einen schwulen Gesundheitsladen betreiben, um das Fundament für die zielgruppenspezifische HIV-Prävention neu zu gestalten.

"Pudelwohl: gesund & schwul in DO", so der Titel des Projektes, das sich der Gesundheitsförderung in schwulen Lebenszusammenhängen widmet. Ausgestattet wird die Beratungsstelle mit drei hauptamtlichen (schwulen) Mitarbeitern, die von den drei Kooperationspartnern entsendet werden. Außerdem werden die ehrenamtlichen Männer, die sich bisher in den Herzenslustgruppen der Aidshilfe und des KCR engagieren, dem neuen Pudelwohl-Projekt zugeführt.

Neben der klassischen HIV-Prävention für schwule und bisexuelle Männer soll der Gesundheitsladen auch andere Themenfelder schwuler Gesundheitsförderung aufgreifen. Derzeit suchen die Initiatoren in der Dortmunder Innenstadt ein geeignetes Ladenlokal, wo "Pudelwohl" demnächst seine Pforten öffnen soll. "Der Laden wird werktags in den Abendstunden geöffnet sein", so Manuel Izdebski, Vorstand aus dem KCR. Neben der Vor-Ort-Arbeit in der Dortmunder Szene und der Online-Beratung im Internet, wird der Gesundheitsladen künftig auch den HIV-Schnelltest übernehmen.

Weitere Angebote sollen folgen. Manuel Izdebski: "Wir möchten eine Hepatitis-Impfkampagne für Schwule durchführen, sekundärpräventive Angebote für Positive entwickeln und die Männergesundheit thematisieren." Interessierte Männer, die sich ehrenamtlich im Kontext schwuler Gesundheit engagieren wollen, seien willkommen.



11 Kommentare

#1 XDAAnonym
  • 14.03.2009, 11:40h
  • Na den haben wir ja gebraucht. Aber Dortmund ist eh häßlich, da kann der Laden für schwule Stützstrümpfe und sichere HIV Schnell-Tests natürlich fehlen.

    Frage mich, wann - nachdem der erste schwule Buchladen dicht gemacht hat - der erste schwule Bäcker, Metzger, Reinigungsdienst und natürlich die erste schwule Apotheke ihre Pforten öffnet. Am besten ziehen alle Schwulen auch noch in ein Quartier mit nur schwulen Diskotheken, Kinos, Supermärkten usw. ... Wir können uns da ja gern an den türk. Migranten orientieren, die in ihrer Parallelwelt leben ...

    Lesben und Transen können da natürlich nicht wohnen, versteht sich ja von selbst.
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#2 MarvinProfil
  • 14.03.2009, 14:31hBruchköbel
  • Antwort auf #1 von XDA
  • Ich seh das genau so wie du ;)

    Ich verstehe auch nicht, wozu wir sowas brauchen?? Gut, ein schwuler Radiosender und ein schwuler Fernsehsender sind ja in Ordnung, weil wir da echt mit vielen Informationen und vor allem auch Nachrichten, die auf unsere Zielgruppe spezialisiert sind, versorgt werden... naja aber das reicht auch echt, alles andere ist einfach nur Abgrenzung und fördert keineswegs der Integration! Ich habe bereits in der News vor ein paar Tagen, als es um die Extrakonditionen für Schwule bei einem Bausparvertrag ging gesagt, dass ich sowas für völlig überflüssig halte...

    Wozu brauche ich denn jetzt nen Gesundheitsladen?? Ist doch echt lächerlich -.-

    Als nächstes wirds echt ein eigenes Kino, ein eigener Supermarkt, nen eigenen Arzt und was weiß ich nicht noch geben ... -.-
    Dadurch grenzen wir uns doch selbst aus, wenn wir sowas unterstützen... was ich möchte ist nichts anderes als akzeptiert und toleriert werden und zum Rest der Menschheit dazuzugehören, obwohl ich schwul bin! Aber sowas bewirkt genau das Gegenteil!
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#3 stromboliProfil
  • 14.03.2009, 15:09hberlin
  • Antwort auf #1 von XDA
  • schwule stützstümpfe... wo gibts die zu kaufen?
    bin die fleichfarbenen leid!
    Schwulen reinigungsdienst , apotheken und ärzte gibts ja schon; fehlt eine castingschow: metzger sucht schwules fleich... rtl nachmittagsprogramm
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#4 stromboliProfil
  • 14.03.2009, 15:33hberlin
  • Antwort auf #2 von Marvin
  • ..."ich möchte ist nichts anderes als akzeptiert und toleriert werden und zum Rest der Menschheit dazuzugehören, obwohl ich schwul bin!"
    @marvin , süß wie du das auf den punkt bringst...
    und das obwohl schwul!

    Aber mal ernst: auch in zeiten vor AIDS war die suche nach ärzten, wo man rektale untersuchungen ohne die peinlichkeit der befragung ( warum denn rektal? Wenn tripper, hat mann das vorne...) durchführen konnte ein spießrutenlauf! Wir (rotzschwul ffm, marburg.. u.a.)veröffentlichten listen mit vertrauensärzten/apotheken; hinzu kamen die , die in arztausbildung waren. Das war der beginn notwendiger gesundheitsvorsorge in der schwulen community! Reiseziele auszusuchen nach dem gesichtspunkt: wo trifft mann/mann ist zwar mittlerweile mit neckerman ebenfalls machbar, aber ich könne den szeneinitiativen einen bonus: sie tun etwas für UNS! Also, wenn angebot, preis und zuverlässigkeit stimmen kaufe ich bei schwulen, wie ich hauptsächlich in schwulen kneipen mein geld lasse! Warum auch nicht? Dort bin ich unter denen , die ich suche!
    Mit abgrenzen hat das nichts zu tun, etwas mit solidaritätsgefühlen... sicher! Eigenes kino: leider haben wir in berlin den schuhkasten xenon als reinn schwules kino, sicher nicht das was ich mir als kinoliebhaber vorstelle, aber immer noch mehr, als 1mal im jahr ins sonycenter gehen zu können und die lacher der dort versehentlich anwesenden teenies im ohr zu haben, nur weil ihnen brokeback mountain zwie männer vorführt die machen was sie eben machen... Auch da wähle ich das kino meines vertrauens!
    Schatzerl.. wir gehören immer nur in dem maße der gesellschaft an, wie wir uns selbst einbringen, nicht wie wir glauben toleriert zu werden: toleriert wird nur, was eigentlich nicht dazugehört... dehalb müßen die sich ja auch so anstrengen beim tolerieren...
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#5 KonstantinEhemaliges Profil
  • 14.03.2009, 16:18h
  • Antwort auf #2 von Marvin
  • "...und zum Rest der Menschheit dazuzugehören,"
    Kannst du dir evtl. auch vorstellen, dass es Leute gibt, die das nicht möchten? ICH möchte zum Beispiel am liebsten auf meinem kleinen schwulen Planeten leben und keine Heteros ertragen müssen.
    Da es diesen Planeten aber nicht gibt, grenze ich mich möglichst weit von "denen" ab und bin froh, wenn sie mich in Ruhe lassen!
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#6 seb1983
  • 14.03.2009, 16:45h
  • Antwort auf #4 von stromboli
  • "Aber mal ernst: auch in zeiten vor AIDS war die suche nach ärzten, wo man rektale untersuchungen ohne die peinlichkeit der befragung ( warum denn rektal? Wenn tripper, hat mann das vorne...) durchführen konnte ein spießrutenlauf!"
    Wenn man nicht wüsste dass das in den 80ern gewesen sein muss hätte ich es einige Jahrzehnte früher datiert.
    Aus dem Nähkästchen geplaudert:
    War vor so 2 Jahren beim Hausarzt wegen Impfungen, mal abklären wie es bei mir damit ist, was noch sinnvoll ist etc.
    Da kam das Thema auch auf Hepatitis, also besonders B. Dazu meinte er sinngemäß: Eigentlich nicht nötig, außer du triffst öfter mal auf Osteuropäerinnen, da ist das noch verbreiteter (sollte wohl lustig sein).
    Dazu meinte ich dann: Aber als Schwuler wärs für mich wohl auch nicht schlecht oder?
    Kurzes Schweigen
    Hmm, dann ist die Sache etwas anders ja. Liegt normal bei 130 euro, bist ja schon über 18, aber ich guck mal ob wirs hinkriegen dass bei dir die Krankenkasse zahlt.

    Hat sie am Ende auch gemacht, alle zufrieden. Merke: Auch als Schwuler braucht man ab und an etwas Rückgrat.
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#7 MIZAnonym
  • 14.03.2009, 17:26h
  • Warum sollte es für Schwule keine Beratungsstellen geben? Es gibt doch auch eigens Beratungsstellen für Frauen, für Migranten, für Prostituierte usw. Kurzum: für Menschen in besonderen Lebenslagen.

    Ich glaube, dass es eine Menge schwuler Männer gibt, die eben nicht von einem heterosexuellen Mann oder einer heterosexuellen Frau beraten werden möchten, insbesondere wenn es um das Thema Sexualität geht. In der Regel verfügen die Heteros auch nicht über entsprechende Kenntnisse schwuler Lebenswelten und auch nicht über die Nähe zur Szene. Insofern ist zielgruppengerechte Gesundheitsförderung und Prävention nur sehr richtig und wichtig. Und welche "Wertschätzung" ein schwuler Mann beim HIV-Test im Gesundheitsamt erfährt, davon können wohl viele von uns ein Lied singen. (Das mag nicht für alle Gesundheitsämter gelten, aber man hört die tollsten Geschichten über den Umgang mit schwulen Testbesuchern)

    Übrigens gibt es dazu auch eine wissenschaftliche Datenlage. Alle Studien in diesem Bereich machen deutlich, dass schwule und bisexuelle Männer keinen hinreichenden Zugang zu den Gesundheitsangeboten der (heterosexuellen) Allgemeinbevölkerung finden. Das spricht sogar sehr für eine schwule Gesundheitsagentur!

    Ansonsten wird ja auch keine Schwuppe gezwungen, eine solche Einrichtung aufzusuchen. Ob man da hingeht oder lieber einen heterosexuellen Berater oder Arzt aufsucht, das bleibt einem ja selbst überlassen. Ich weiß aus meinem Umfeld nur eines, wenn ein schwuler Arzt eine Praxis eröffnet, dann wird das zumeist sehr dankbar von den Szene in Anspruch genommen. Und das ist auch gut so!
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#8 kamilloAnonym
  • 14.03.2009, 20:00h
  • schade nur, dass die schwulen NICHT so pudelwohl aussehen wie der mann auf dem foto. wenn ich in gayromeo surfe, sehe ich nur fett - wohin das auge blickt, nur fett, fett, fett. vielleicht ändert sich das mit diesem laden ja, deshalb: viel erfolg!
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#9 stromboliProfil
#10 stromboliProfil
  • 15.03.2009, 10:40hberlin
  • Antwort auf #6 von seb1983
  • ich werde dich für den bundesverdienstorden vorschlagen!
    vorzuschlagende laudatio: Der mut, die bereitschaft, eigenes leid in die gesellschaftliche mitte zu rücken, hat den auszuzeichnenden zu einer vorbildsperson für die homosexuellen werden lassen!

    bevor ichs vergesse: wie lange bist du bei dem hautarzt deiner wahl, ohne den über deine spezifischen bedürfnisse und notwendigen vorsorgeuntersuchungen aufzuklären...
    mich wundert so was!

    Das es immer noch schwule gibt, die ihren arzt über ihre sexuellen aktivitäten im unklaren lassen, zeigt: da stimmt immer noch was nicht bei uns! Vieleicht auch ein ausdruck der " rückbesinnung", unter der wir leiden!
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