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Im Zuge der Volksabstimmung, bei der die Kalifornier Schwulen und Lesben die Eherechte im November letzten Jahres wieder entzogen haben, ist die Zahl der Hassverbrechen gegen Homosexuelle sprunghaft angestiegen.

Der Kreis Santa Clara hat nun die Zahlen veröffentlicht: Im Jahr 2007 lag dort der Anteil von Hassverbrechen gegen Schwule und Lesben noch bei 15 Prozent (drei von 20 Fällen). 2008 stieg er 56 Prozent (14 von 25 Fällen). Jay Boyarsky, stellvertrender Bezirksstaatsanwalt von Santa Clara County, führt den Anstieg allein auf die Kampagne der Homoehen-Gegner zurück: "Aus langjähriger Erfahrung weiß ich, dass dieser Anstieg auf die Kontroversen um das Homoehen-Verbot zurückzuführen ist", erklärte er gegenüber der Zeitung "Mercury News". "Das Thema war in den Nachrichten und hat die Homo-Hasser gestärkt."

Youtube | Werbespot für ein Eheverbot

Ein Sprecher für Proposition 8 erklärte, die Statistik zeige nicht, wie viele Befürworter der Homo-Ehe Schikanen erfahren hätten. "Ich hoffe, dass Proposition 8 nicht zu mehr Kriminalität geführt hat", erklärte Frank Schubert von der Gruppe "Protect Marriage". "Wenn dem aber so war, dann sind beide Seiten Opfer von Gewalt geworden."

Nach einer mehrmonatigen Kampagne haben die Kalifornier im November 2008 Proposition 8 mit knapper Mehrheit zugestimmt (queer.de berichtete). Damit wurde zum ersten Mal eine bereits erreichte Gleichstellung im Eherecht wieder rückgängig gemacht. Derzeit stehen noch Gerichtsverfahren an, in dem es um die Frage geht, ob eine einfache Mehrheit in der Verfassung festgelegte Grundrechte einer Minderheit aberkennen darf. (dk)



#1 Tim_ChrisProfil
  • 17.03.2009, 14:06hBremen
  • Eigentlich müsste ich ja sagen, wie gut, dass das Ergebnis so eindeutig und mehr als genug Beweis dafür ist, was passiert, wenn man unbegründetem Hass freie Bahn lässt und auch noch durch Rücknahme von Rechten bestätigt.
    So allerdings ist mir nur zum kotzen zumuten. Ich hoffe, die Gerichte entscheiden richtig und nehmen den Volksentscheid wieder zurück, damit Recht auch wieder Recht wird und zwar für alle.
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#2 FloAnonym
  • 17.03.2009, 18:20h
  • Das zeigt zweierlei:
    1. die, die sich selbst nicht die Hände schmutzig machen, sind genau so schlimm, wie die, die das als Anlass für Gewalt sehen...

    2. die Ewiggestrigen schrecken selbst vor Instrumentalisierung ihrer Kinder (die noch gar keine Meinung dazu haben können) nicht zurück.

    Diese Leute hassen die Demokratie und wollen ihre eigene Meinung zum Maßstab erklären. Das ist der Beginn des Faschismus!
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#3 gastAnonym
  • 18.03.2009, 08:39h
  • Die Überschrift fuer das rechte obere Bild stimmt nicht. Die Kinder demonstrieren nicht, sie werden fuer die Demonstration instrumentalisiert.
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#4 roterginsengEhemaliges Profil
#5 hwAnonym
  • 18.03.2009, 12:22h
  • war kurz bei H (hennessy)

    ".Dennoch hat die Eingemeindung post-schwul-lesbischer Subjekte, die die fl exible Logik des Unvorhersehbaren von Arbeit und Leben begleitet hat, die öffentliche Vorstellungswelt in den USA fest im Griff und geht mit einem
    neuen nationalistischen Diskurs einher, zu dessen Schlüsselworten »Heim«,
    »Sicherheit« und »Familie« gehören.

    Die Verbreitung »post-schwul-lesbischer
    fl exibler Subjekte« und die Assimilierung der Homonormativität in den USA geschieht durch eine parallele Unterströmung konservativen Backlashs, die sich am deutlichsten anhand von Kampagnen gegen die gleichgeschlechtliche
    Ehe zeigt, die in den verschiedenen Bundesstaaten laufen.

    Ein Großteil der Rhetorik dieser Kampagnen dreht sich um die Begriffe Heim,
    Sicherheit, Familie...
    Da die Ehe das Versprechen
    eines »sicheren Heim(atland)s« bietet, war dies eine wirkmächtige Ergänzung
    im ideologischen Arsenal des Kriegs gegen den Terror. Aber es besteht
    ein grundlegender Widerspruch zwischen der imaginären, symbolischen
    Anziehungskraft von Ehe als Garant des sicheren Heims (egal ob begrenzt
    auf heterosexuelle Paare oder demokratisiert für homonormative Schwule
    und Lesben) und der Wirklichkeit, in der die meisten Menschen leben. So gesehen
    stützt die Verteidigung der häuslichen »Heimatfront« die Hoffnungen
    vieler, die in der Hoffnungslosigkeit eines sich aufl ösenden sozialen Ganzen
    leben und sich auf die Unterstützung der Familie verlassen müssen, die all
    das, was ihr zunehmend abverlangt wird, nicht mehr bieten kann. Während
    die konservative Verteidigung der Ehe als Gemeinschaft von Mann und Frau
    versucht, den Anschein zu erwecken, die institutionelle Basis der Familie zu
    stärken, sind Familien aller Art, auch schwul-lesbische, damit beschäftigt,
    sich über Wasser zu halten und die Arbeit zu leisten, die ihnen die Erfordernisse
    der Reproduktion abverlangen...."
    (Rosemary Hennessy
    Deregulierung des Lebens)

    auf pdf-leseprobe s. 52-54, kapitalismus reloaded

    (vielleicht auch der ganze artikel wegen den
    parallelen zu diskussionen hier)

    www.vsa-verlag.de/vsa/pdf_downloads/VSA_Arrighi_KAPITALISMUS
    _RELOADED.pdf
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#6 gelderlanderEhemaliges Profil
#7 Fragery
  • 29.10.2009, 15:53h
  • Und das im 21. Jahrhundert, eine echte Schande. Die Amerikaner rühmen sich mit Fortschrittlichkeit und sind was Homorechte angeht immer noch auf dem Stand des Mittelalters!
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