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Das dänische Parlament hat beschlossen, dass gleichgeschlechtliche Paare in Zukunft Kinder adoptieren dürfen.

62 Abgeordnete im Folketing stimmten für einen Antrag des parteilosen Abgeordneten Simon Emil Ammitzbøll, Homo-Paare im Adoptionsrecht mit Heterosexuellen gleichzustellen, 53 votierten dagegen. 64 Parlamentarier waren bei der Wahl nicht anwesend. Dänemark ist damit nach Belgien, Großbritannien, den Niederlanden, Schweden und Spanien das sechste EU-Land, das gleichgeschlechtliche und verschiedengeschlechtliche Paare in der Frage der Adoption gleichstellt. In Deutschland ist nur die Stiefkindadoption in einer Lebenspartnerschaft zulässig, also die Adoption des leiblichen Kindes des eingetragenen Lebenspartners.

Die Initiative des 31-jährigen Ammitzbøll wurde nicht von der Regierungskoalition der rechtsliberalen Venstre-Partei und der konservativen Volkspartei unterstützt, allerdings votierten sieben Mitglieder der Liberalen mit den oppositionellen Sozialdemokraten und Sozialisten für den Entwurf – und sicherten so die Mehrheit. Die rechtspopulistische Dänische Volkspartei, die die Minderheitsregierung gegenwärtig toleriert, war daraufhin erbost: "Sowohl die Fraktion als auch die Parteiführung sind ungehalten darüber, dass man uns im Parlament so gedemütigt hat", erklärte der Abgeordnete Søren Espersen gegenüber dem Nachrichtenportal altinget.dk. Er drohte mit Konsequenzen für die Regierungskoaltion.

Homo-Gruppen begrüßten die Entscheidung des Parlaments. Søren Laursen von der 1948 gegründeten Nationalen Vereinigung von Schwulen und Lesben (LBL) erklärte, Ziel der Organisation sei es stets gewesen, dass gleichgeschlechtliche Paare keine Sonderrechte erhalten, sondern mit Heterosexuellen gleichgestellt werden müssten. Die Entscheidung sei nun ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Gleichberechtigung.

Dänemark gilt als Vorreiter für Homo-Rechte, seit es 1989 als erstes Land weltweit Eingetragene Partnerschaften (registreret partnerskab) einführte. Seitdem wurden die Rechte für gleichgeschlechtliche Paare schrittweise erweitert. Einzig die Gleichstellung beim Adoptionsrecht wurde Schwulen und Lesben bislang noch vorenthalten. (dk)



#1 FloAnonym
  • 18.03.2009, 15:57h
  • Bravo! Die Skandinavier zeigen sich wieder mal als besonders fortschrittlich (wenngleich sie diesmal, im Gegensatz zu den eingetragenen Partnerschaften auch nicht die ersten waren).

    Jetzt könnte man dort auch gleich die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare öffnen und damit die letzte Diskriminierung aufheben.

    Und wenn dann noch die anderen skandinavischen Staaten folgen würden, wären wir wieder mal einen Schritt weiter.
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#2 HannibalEhemaliges Profil
  • 18.03.2009, 17:12h
  • Antwort auf #1 von Flo
  • Auch wenn ich auf Adoption und solch bürgerliche Kacke keinen Wert lege, ist es doch ein wichtiger Schritt! Und im Zuge der EU-Politik kann es dann ja nicht mehr so lange dauern, dass es auch bei uns erlaubt wird.
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#3 FloAnonym
  • 18.03.2009, 17:42h
  • Antwort auf #2 von Hannibal
  • Hallo Hannibal,

    das ist Dein gutes Recht. Aber selbst, wenn man persönlich keinen Wert darauf legt, ist es wichtig, sich für die vollständige Gleichstellung einzusetzen. Außerdem geht es gerade hier ja auch ums Kindeswohl.

    Nebenbei gesagt: ich will auch keine Kinder adoptieren, aber Adoptionsverbote aufgrund der sexuellen Orientierung sind diskriminierend und schaden auch noch dem Kindeswohl. Deswegen bin ich sehr dafür, auch wenn es für mich selbst (nach derzeitigem Kenntnisstand) nicht infrage kommt.

    "Und im Zuge der EU-Politik kann es dann ja nicht mehr so lange dauern, dass es auch bei uns erlaubt wird."

    Da das eine rein nationale Entscheidung Dänemarks ist, hat das leider wenig Einfluss auf den Rest der EU. Außer natürlich die Vorbildfunktion: je mehr Staaten uns komplett gleichstellen, desto mehr gehen den Ewiggestrigen die Lügen-Argumente aus, weil jeder sieht, dass es nicht nur nicht schadet, sondern sogar allen (Homos, Heteros, Staat, Wirtschaft) nutzt.
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#4 HannibalEhemaliges Profil
  • 18.03.2009, 17:52h
  • Antwort auf #3 von Flo
  • "...ist es wichtig, sich für die vollständige Gleichstellung einzusetzen."
    Das tue ich doch! Ich habe ja auch letztendlich nur gesagt, dass ich diesen Fortschritt gut finde. Da ich aber meinen persönlichen Senf grundsätzlich dazu geben muss, konnte ich mir nicht verkneifen zu sagen, dass ich Familie, Kinder und Adoptionskrams (egal ob homo oder hetero) grundsätzlich kleinbürgerlich und angepasst finde.
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#5 gerdAnonym
  • 18.03.2009, 23:08h
  • @Redaktion
    Die Nachricht aus Dänemark freut mich natürlich.

    Aber ein paar Kleinigkeiten solltet ihr bitte im Artikel ändern, um Missverständnisse zu vermeiden.

    1. Korrekt lautet es Vereinigtes Königreich und nicht Großbritannien

    2. Meines Erachtens habt ihr auf Europa bezogen Norwegen und Island vergessen, da dort gemeinschaftliche Adoptionen nichtleiblicher Kinder zulässig sind. Beide Länder gehören zwar nicht zur EU, aber auf Europa bezogen wäre dies interessant zu lesen im Artikel. Daher müßten es korrekt doch acht Länder in Europa lauten. Oder ist dies falsch ?

    3. Im übrigen wie schaut denn jetzt aktuell die Lage im EU-Staat Finnland aus; da wurde doch auch bereits im Parlament debattiert, wenn ich mich so an eine Meldung zurückerinnere. Was ist daraus geworden ?

    4. Zur Stiefkindadoption solltet ihr im Artikel neben Deutschland auch unbedingt Frankreich ergänzen, da dort ebenso die Stiefkindadoption ermöglicht wurde.
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#6 seb1983
#7 xyAnonym
  • 19.03.2009, 22:13h
  • Antwort auf #5 von gerd
  • Korrekt kann man auch schreiben "Großbritannien und Nordirland". Noch korrekter sollte man allerdings beachten, daß manche Gesetze nur in einzelnen Landesteilen des "VK" gelten, ganz zu schweigen von der Isle of Man (Steht da auf homosexuelle Betätigung immer noch Gefängnis?), den Kanal- oder anderen Inseln.

    Für alle, denen das unübersichtliche britische Verfassungsrecht egal ist: Glückliches Skandinavien! Im Gegensatz zu Deutschland sind dort die Abgeordneten intelligent genug, um wirklich ihrem Gewissen zu folgen und dementsprechend für wechselnde Mehrheiten zu sorgen, derweil unsere ach-so-freien "Volksvertreter" sich in der Regel zum Stimmvieh ihrer Partei machen lassen. Es sei denn natürlich, sie sollen dem Willen ihrer Wähler folgen. Dann schlägt ihnen wieder ihr Gewissen und sie besinnen sich plötzlich auf ihre Unabhängigkeit. (Insbesondere wenn es um die regelmäßige Erhöhung ihrer Bezüge geht.)
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#8 NicoPumpkinProfil
  • 29.03.2011, 19:11hPBG
  • Für mich ein weiterer Grund, auf jeden Fall zu emigrieren. Diese 'Politiker' im Bundestag kriegen das doch niemals hin!
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