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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei einer Rede vor der Katholischen Akademie in Berlin klargestellt, dass die verschiedengeschlechtliche Ehe in Deutschland besonderen Schutz genieße und gegenüber anderen Lebensgemeinschaften bevorzugt werden müsse - scharfe Kritik an dieser Aussage übten daraufhin die Grünen und der LSVD.

"Die Familie ist die Keimzelle der Gesellschaft", erklärte Merkel am Mittwochabend. "Die CDU hat es in ihrem Grundsatzprogramm so festgelegt: Familie ist, wo Eltern für Kinder und Kinder für Eltern dauerhaft Verantwortung übernehmen. - Das ist ein sehr anderer Satz als der Satz: Familie ist, wo Kinder sind". Anderen Lebensgemeinschaften zollte sie zwar "Respekt", allerdings schränkte sie sogleich ein: "Respekt ist nicht Gleichstellung". Zudem sprach die Kanzlerin von der besonderen Rolle des "C" in ihrer Partei, das auch in der Familienpolitik gestärkt werden müsse.

Sie wünsche sich "noch lautere Einmischung" von der Kirche, erklärte die CDU-Chefin weiter. Tatsächlich hatte sich die katholische Kirche in den letzten Tagen wiederholt zu Fragen der Sexualität geäußert: Papst Benedikt XVI hatte bei einem Afrika-Besuch erklärt, Kondome verschlimmerten das Aids-Problem (queer.de berichtete). Zudem hat Kardinal Janis Pujats ein Verbot von Homosexualität gefordert und Verständnis für Gewaltaktionen von CSD-Gegnern geäußert (queer.de berichtete).

Volker Beck: "Aussage ist Ungeheuerlichkeit gegenüber Homosexuellen"

Die Grünen kritisieren die Äußerungen Merkels am Donnerstag scharf: "Frau Merkel irrt, wenn sie behauptet: Respekt ist nicht Gleichstellung. Die Aussage ist eine Ungeheuerlichkeit gegenüber den Homosexuellen", erklärte Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck. "'Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.' Dieser Satz der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte definiert die Mindeststandards des Respekts. Gegenüber keiner anderen Gruppen, weder den Migranten, den Juden oder anderen Minderheiten, würde man den Satz durchgehen lassen. Es ist Zeit, dass das auch für Homosexuelle undenkbar ist." Merkel habe deutlich gemacht, dass es Gleichberechtigung für Lesben und Schwule nur gebe, wenn die Union nicht regiert. Deshalb müsse Schwarz-Gelb und die Große Koalition bei der Bundestagwahl verhindert werden.

Auch der Lesben- und Schwulenverband kritisiert die Kanzlerin. Deren Äußerungen widersprächen der Praxis in ihrer eigenen Partei: "Die Union hat in letzter Zeit auch auf Länderebene immer wieder einer Anpassung von Lebenspartnerschaft und Ehe zugestimmt. Mit Zustimmung der Union ist die Lebenspartnerschaft schon weitgehend der Ehe angeglichen worden", erklärte LSVD-Sprecher Manfred Bruns.

Noch vor kurzem war die Kanzlerin von katholischen Aktivisten heftig attackiert worden, weil sie die Rehabilitierung des Holocaust-Leugners Bischof Williamson durch Papst Benedikt XVI kritisiert hatte. Seitdem haben konservative Parteifreunde sie aufgefordert, im Vorfeld der Bundestagswahl christliche Wähler vermehrt anzusprechen. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

79 Kommentare

#1 RabaukeAnonym
  • 25.03.2009, 11:59h
  • Diese Kanzlerin ist eine Peinlichkeit welche seinesgleichen sucht. Jetzt "kommensé`aus ihren Löchern gekrochen. Bin mal gespannt, wann diese Kanzlerin der Kirche erlaubt, uns Homos zu jagen, auf dem Scheiterhaufen oder sonstiges? Die "Alte" hat doch nicht alle Latten am Zaun!!!! Na, "liebe Wäääählerinnen und Wääääääähhhhler????? Wie siehts aus?
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#2 alfAnonym
  • 25.03.2009, 12:10h
  • Sie wirft wieder mal Familie und Ehe in einen Topf. Das sind aber zwei paar Schuhe. Interessant die Konnotation zu Winnenden. Kann es sein, dass Frau Merkel sich im Satirefach übt? Die Familie ist dann ja auch die Keimzelle der Amokläufer. Erschreckend wie weit die gehen?!
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#3 The RisingAnonym
  • 25.03.2009, 12:15h
  • Ich antworte mit einem Zitat der spanischen Bildungsministerin M. Cabrera zum Thema "Spanien: Schüler dürfen homofreundlichen Unterricht nicht schwänzen", unlängst veröffentlicht bei queer.de:

    "Die Wirklichkeit im gegenwärtigen Spanien ist, dass es viele Arten von Familien gibt, die der Staat anerkennt."

    Wir bedanken uns bei Frau Merkel für die Klarstellung, dass sich dies in Deutschland mit seiner einzigartigen Geschichte der Diskriminierung bestimmter gesellschaftlicher Gruppen auch weiterhin anders verhält. Zugleich habe ich den Eindruck, dass Frau Merkel sich um den falschen Posten im falschen Land bewirbt, denn der "christliche" Staat, der ihr vorschwebt und der ihre Vorstellungen von "Familie" als "Keimzelle" der Gesellschaft teilt, existiert bereits. Also, einfach zu Herrn Ratzinger in den Vatikan ziehen, anstatt einer angeblich freiheitlich-demokratischen, pluralistischen Gesellschaft Ihre beschränkten, mittelalterlichen Vorstellungen von menschlichem Zusammenleben aufzuoktroyieren! Aber Vorsicht, ich vergaß, im christlichen Idealstaat unter Führung des deutschen Papstes sind ja Frauen leider nicht erwünscht...

    PS: Jetzt bleibt noch zu klären, ob die Bundesrückschrittlerin bei ihrem Vortrag den heiligen Schutz der Ehe tatsächlich in Zusammenhang mit dem jüngsten Amoklauf gebracht hat, wie von einem anderen User in einem anderen Thread berichtet wurde.
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#4 MuskelkerlProfil
  • 25.03.2009, 12:21h
  • Die Kanzlerin richtet ihre Meinung mal wieder
    in die Richtung aus der der Wind weht.
    Der Haifisch ,der hat Zähne ,sie guckt nicht nur so eiskalt sondern opfert auch alles eiskalt was ihr im Weg steht.Das einzige besondere an ihr ist, dass sie die erste Kanzlerin der BRD ist.Ansonsten weniger als jeder Vorgänger.Kein Grund sie wieder zu wählen.
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#5 StefanHAnonym
  • 25.03.2009, 12:23h
  • Achso !?! Und das "D" steht dann wohl für diktatorisch ?!

    Na bravo - eine bessere Plattform als die Katholische Akademie hätte sich unsere Kanzlerin für das brisante Thema nicht aussuchen können ...

    Wahlkampf hin oder her - solche Aussagen sind einfach nur unüberlegt und dumm ...

    Der alte, wohl an seinen Kardinalsstuhl festgetackerte Janis in Riga, wird sich sicher noch mal richtig drüber freuen können :-)
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#6 stephan
  • 25.03.2009, 12:33h
  • Ja, das ist wirklich peinlich: Deutschland hat eine Regierungschefin, die beim leisesten Gegenwind einknickt. Ja glaubt sie denn, die Deutschen seien doof ... die Mehrzahl dürfte doch wohl ebenfalls der Meinung gewesen sein, dass in Sachen 'Holocaust-Leugnung' im Vatikan etwas absolut schief gelaufen sei.

    Nach ihrer Aufforderung der Klarstellung habe ich ihr eine Mail geschrieben, sie dafür ausdrücklich gelobt und darauf verwiesen, dass sie in ihrer Kritik an den 'Kirchenfürsten' noch nicht einmal weit genug gegangen sei. Der Bischof von Fulda hatte wenige Tage zuvor homosexuelle Partnerschaften als 'abartig' bezeichnet und ich habe Merkel aufgefordert dieses nicht hinzunehmen, da ja z.B. die Lebenspartnerschaft sogar ein Rechtsinstitut in unserem Statt sei, etc.

    Ich habe darauf bis heute keine Antwort erhalten und werde in Kürze nachfragen.
    Jetzt sagt sie 'Sie wünsche sich "noch lautere Einmischung" von der Kirche,' ... Ja, wie krass sollen sich den diese demokratisch nicht legitimierten Greise noch einmischen. (Jeder kleine Verein wird in Deutschland darauf geprüft, ob seine Vorstandswahlen ordnungsgemäß verlaufen sei und die kath. Kirche darf machen, was sie will und soll auch noch überall ihren verdorbenen, bitteren Senf dazugeben?) Wünscht sie sich noch ärgere Beschimpfungen von Minderheiten, noch schlimmere Beschimpfungen der demokratisch erlassenen Gesetze?

    Wahrscheinlich ist es ihr egal, nur eindeutig sollte sein und das Volk müsste sich dem recht geschlossen anschließen, damit auch Merkel weiß, welche Meinung sie haben muss, um gewählt zu werden. Widerwärtig opportunistisch und mehr als hochpeinlich!

    Das Schlimme: Da ich sie ohnehin nicht gewählt hätte, kann ich sie nicht einmal mit 'Liebesentzug' bestrafen! Wenn ich je in meinem Leben CDU gewählt hätte, würde ich mich abgrundtief schämen!
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#7 gerdAnonym
  • 25.03.2009, 12:54h
  • @Queer-Redaktion
    Und ich bin mir bei diesem Artikel gar nicht so sicher, ob das nicht vollkommen falsch wiedergegeben ist, was hier die Queer schreibt.

    Auch wenn ich sonst mit vielen Artikeln in der Queer übereinstimme, manche Artikel sind doch immer sehr tendenziös aufbereitet.

    Was hat denn Frau Merkel genau in Bezug auf gleichgeschlechtliche Paare gesagt, muss ich hier einmal die Queer kritisch fragen.

    Soweit ich die Rede kenne, hat sie mit keinem einzigen Wort weder gleichgeschlechtliche Paare noch Homosexualität erwähnt. Das war soweit ich dies nachlese, überhaupt nicht Thema ihrer Rede !!!

    Vielmehr ging es ihr um die Abgrenzung der Ehe gegenüber nichtehelichen, verschiedengeschlechtlichen Lebensgemeinschaften und die Familie mit Kindern. Das war das Thema ihrer Rede !!!

    Das was die Queer hier schreibt, wird vom Artikelschreiber in die Rede hineingetextet und hineingelesen, um allgemein Stimmung gegen die CDU zu machen. Das ist mir zu durchsichtig und zu schwach. Man kann locker genug Argumente finden, warum man/frau nicht die CDU wählen sollte, aber bitteschön nicht duch die Verfälschung von Reden seitens Politiker bzw das Hineinlesen von Inhalten, die nicht Thema der Rede waren.

    Und gegen die Abgrenzung der Ehe gegenüber nichtehelichen, verschiedengeschlechtlichen Paaren ist nichts einzuwenden, da hat Frau Merkel sogar Recht. Wer Unterhalts- und Versorgungspflichten und Einkommenanrechung im Sozialrecht für den Partner nicht übernehmen will, der muss auch nicht erwarten, dass er/sie steuerlich seitens des Staates begünstigt wird. Und darauf bezog sich die Rede von Frau Merkel, liebe Queer-Redaktion.
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#8 SuperMarioEhemaliges Profil
  • 25.03.2009, 13:11h
  • Das ist Politik, eben ein hin- und herrudern. Galt Angie durch ihre Kritik am Papst vielen schon zu liberal, muss sie jetzt wieder in die andere Richtung und tritt dabei voll ins Fettnäpfchen.
    Fatal ihre Äußerung, die Kirche solle sich noch lauter einmischen, als sie es sowieso schon tut. Damit stellt sie den Prozess der Trennung von Kirche und Staat, der noch lange nicht abgeschlossen ist, in Frage, bzw. will ihn umkehren. Welches spirituelles Übungssystem soll sich lauter einmischen? Ach ja, mal wieder nur das evangelische und katholische. Die vielen anderen nichtchristlichen Übungssysteme haben sich rauszuhalten.
    Und dann den Amokläufer von Winnenden als Argument ins Spiel zu bringen: Eine starke, sie meint natürlich heterosexuelle Familie würde helfen solche Amokläufe zu verhindern. Vielleicht war genau das mit ein Grund für Tim K. Amok zu laufen, weil ihn das piefige, spießige, kleinbürgerliche Milieu angekotzt hat und keine Chance sah, da je in seinem Leben rauszukommen.
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#9 MarkusAnonym
#10 David ACAnonym
  • 25.03.2009, 14:11h
  • Vom politischen Arm der katholischen Kirche habe ich auch nichts anderes erwartet...

    "Familie ist, wo Eltern für Kinder und Kinder für Eltern dauerhaft Verantwortung übernehmen."

    Prima: dann erlauben wir also Heteros nur die Ehe, wenn Kinder unterwegs sind. Und wenn Kinder in schwulen und lesbischen Familien aufwachsen (egal ob durch Adoption, Leihmütter, künstliche Befruchtung, aus früheren Beziehungen, etc.) erlauben wir es denen auch.

    Eigentlich merkt man sehr schnell, wie dumm und logisch falsch die Sicht der CDU/CSU ist, aber deren Wähler merken das wohl nicht...
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