Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?10207

Die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung kam in einem soeben zu Ende gegangenen Seminar zu dem Ergebnis, dass Kapitalismus und eine weniger fundamentalistische Interpretation der Religion die Menschenrechte Homosexueller begünstigt.

In Gummersbach erklärte Dr. Wolfgang Boger (Liberales Institut) beim Seminar "Menschenrechte von Homosexuellen oder Lifestyle Homosexualität?", es gebe einen Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher Freiheit und Rechten für Homosexuelle. In einer empirischen Länderanalyse habe er nachgewiesen, dass Marktwirtschaft zwar kein Garant, aber eine notwendige Bedingung für die Gleichstellung Homosexueller sei. Nur ein einziges Land mit geringer wirtschaftlicher Freiheit hat positive Rechte für Homosexuelle geschaffen (Argentinien). Umgekehrt werde insbesondere in einer modernen Ökonomie, in der Kreativität eine besondere Rolle spielt, eine tolerante und weltoffene Gesellschaft zum Standortfaktor, wie Dr. Daniel Dettling (Berlinpolis) in seinem Vortrag betonte.

Die besonders schlechte Menschenrechtssituation für Schwule in Afrika begründete Nigel Crawhall aus Südafrika mit der Tatsache, dass außerhalb der Städte vielfach nicht kapitalistisches, sondern traditionell agrarisches Wirtschaften vorherrscht. Diese Gesellschaften bräuchten die heterosexuelle Reproduktion als Grundpfeiler des Arbeitskräftebedarfs der Familien. Er empfahl den Lesben und Schwulen in Afrika, ihre Situation über Lobbying bei den Vereinten Nationen zu verbessern – so, wie es andere Minderheiten (etwa indigene Völker) in Afrika bereits getan hätten.

Im Fokus stand außerdem die Entwicklung in Deutschland. Der Historiker Andreas Pretzel von der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft erläuterte insbesondere die dunklen 50er Jahre mit ihrer Schwulenverfolgung. Nicht zuletzt der Einfluss katholischer Vorfeldorganisationen und der Wunsch nach Sitte und Moral nach dem Nationalsozialismus habe die massive strafrechtliche Verfolgung Homosexueller ausgelöst.

Auf die Rolle der Religionen ging der evangelische Theologe Jürgen Wandel (Zeitschrift "Zeitzeichen") ein. Wandel skizzierte den unterschiedlichen Umgang der evangelischen Landeskirchen mit eingetragenen Lebenspartnerschaften und betonte, dass die Entwicklung der vergangenen 30 Jahre einer Revolution gleiche vor dem Hintergrund der 200-jährigen homophoben Tradition der evangelischen Kirche.

Die Seminar fand vom 27. bis 29. März in Gummersbach statt und wurde von der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit zusammen mit der Initiative Queer Nations veranstaltet. Mitinitiator war der FDP-Bundestagsabgeordnete Michael Kauch. (pm/dk)



51 Kommentare

#1 SamuelAnonym
  • 01.04.2009, 10:33h
  • Der Zusammenhang zwischen Marktwirtschaft (Kapitalismus), liberaler Demokratie, Menschenrechten und Freiheit ist so offensichtlich, dass nur Linke ihn nicht kapieren.
    Aber die kapieren ja auch sonst nichts.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 The RisingAnonym
  • 01.04.2009, 10:36h
  • Muss man wirklich jedes plumpe Machwerk neoliberaler Propaganda kommentieren? Die verheerende wirtschaftliche und soziale Bilanz der alten, überkommenen FDP-Ideologie spricht doch für sich, wenn sie auch überwiegend von Rot-Grün und CDU/CSU umgesetzt wurde.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 ManuAnonym
  • 01.04.2009, 10:59h
  • Akzeptanz wird durch Bildung und soziale Sicherheit erreicht, also nicht durch Neoliberales Denken bzw. Wirtschaften.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 olewigerAnonym
  • 01.04.2009, 11:57h
  • Schade dass die FDP für die Schwulen nur warme Worte übrig hat. Jedes Mal, wenn sie konkret an die Macht kommt, wie z.B. in den Landesregierungen, bleibt so gut wie nichts konretes von ihren ach so tollen Forderungen übrig. Wenn man mal von den Standesamtdingen absieht, die nur eine kleine Gruppe der Homos betrifft. Wann begreifen wir endlich, dass wir für die FDP nur im Wahlkampf benutzt werden- an der poltischen Macht angekommen, sind wir wieder sehr schnell vergessen!
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Andi Anonym
  • 01.04.2009, 12:06h
  • Ich schließe mich Manu an, Bildung und Aufklärung in einer starken Zivilgesellschaft, welche durch den Staat unterstützt und gefördert wird, wirken Homophobie entgegen, nicht das Vertrauen in die reinigende "Kraft des Marktes", den die FDPler predigen. Egoismus und Gier machen nicht tolerant, sondern gleichgültig.

    @Samuel:
    Auch wenn ich kein Anhänger der Links-Partei bin, so muss ich sagen, dass diese sich bisher viel konsequenter für Homosexuelle eingesetzt hat als die FDP. Und linke Subkulturen sind generell recht schwulenfreundlich.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 gerdAnonym
  • 01.04.2009, 12:28h
  • Oh ein sehr interessantes Seminar: ich wusste nicht, dass dies stattgefunden hat.

    Erstmal freut es mich, wenn die Liberalen und hier halt in Deutschland die liberale FDP sich für die Rechte eingetragener Lebenspartnerschaften einsetzt.

    Aktuell hat die FDP in der letzten Woche einen Antrag zum gemeinschaftlichen Adoptionsrecht eingetragener Lebenspartnerschaften im Bundestag eingebracht. Ebenso haben zuvor die Linkspartei und die Grünen eine entsprechende Reform in eigenen Gesetzentwürfen eingebracht.

    Meines Erachtens gibt es neben den Grünen und der Linkspartei mit der FDP drei Parteien, die sich im Bundestag massiv in dieser Legislaturperiode für die Rechte homosexueller, eingetragener Lebenspartnerschaften eingesetzt haben. Dies beweisen ihre jeweiligen Gesetzentwürfe im Bundestag. Die SPD war leider viel zu sehr von der CSU in dieser Frage gefesselt und hat kaum Verbesserungen für eingetragene Lebenspartnerschaften durchgesetzt.

    Zur These des Seminar: ja ich denke, dass das FDP-Seminar Recht hat: zuviel Religion benachteiligt die Rechte homosexueller Paare, insbesondere wenn Religion nach Rechts in den Fundamentalismus abrutscht.

    Zur Frage nach der Marktwirtschaft: mmh schwierig, ob diese Allgemeinaussage so zu treffen ist. Denn eine wirklich linksorientierte Sozialwirtschaft hat es meines Erachtens noch nie gegeben; DDR, Sowjetunion oder Kuba sind weit von solchen idealistischen Wirtschaftssystemen entfernt gewesen und ich glaube auch dass solche idealistischen, linksorientierten Sozialwirtschaften aufgrund des Menschenbildes nicht funktionieren. Der Mensch arbeitet nicht für das Allgemeinwohl sondern in erster Linie sehr egoistisch für sich und wenn er ein "guter" Mensch ist, für seinen geliebten Partner und seine Familie ("was aber oftmals auch nicht der Fall ist").

    Da also linksorientierte, idealistische Sozialsysteme nicht funktionieren, dürfte das Seminar durchaus Recht haben, wenn sie Kapitalismus als eine Mitbedingung für die Rechte homosexueller Paare ansehen.
    Die Frage ist nur dann, welche Form von Marktwirtschaft wiederum, am Meisten Rechte bringen kann.

    Raubkapitalismus (siehe Länder mit Steueroasensystemen) kontra sozialer Marktwirtschaft kontra staatlich gelenkter Marktwirtschaft wie im heutigen China.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Kitzler
  • 01.04.2009, 12:31h
  • Antwort auf #1 von Samuel
  • was hat denn Liberal und Demokratie mit Kapitalismus zu tun. Kapitalismus kann man genausogut mit früheren oder heutigen Ditaturen und auch mit der Unterdrückung von Menschen und Menschenrechtsverletzungen in Zusammenhang polemisch verbrämen wie du Links gleich mit nichts kapieren zusammen
    bringst.
    Die Verstrickungen kapitalistischer Systeme ob USA oder andere in Menschenrechts verletzungen, Kriege und mehr,auch gegen Schwule,ist doch in der Vergangenheit hinreichend belegt.Das haben liberale und demokratische Linke eher,viel eher kapiert als jemand der den Kapitalismus auch noch nach 2 Weltwirtschaftskrisen in nicht mal hundert Jahren als selbigen Verursacher für das nonplusultra hält.bäätsch.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 SamuelAnonym
  • 01.04.2009, 13:29h
  • Antwort auf #7 von Kitzler
  • Es gibt keine liberalen Linken. Linke wollen mir mein Geld wegnehmen bzw. staatlicherseis verfügen, was ich damit zu tun habe, was ich zu kaufen und was ich zu denken habe.

    Jegliche Entscheidungsprozesse des Einzelnen stehen bei Linken unter Vorbehalt ihres Weltbildes. Alles was dem nicht entspricht bezeichnen sie dann sehr schnell als bürgerlich-reaktionär oder "faschistisch", oder stecken einem in Kindergartenmanier die Zunge raus.

    Der ökonomische Sachverstand der Linken geht gegen Null, ihr System einer Verfügungsgewalt über das Leben anderer Menschen (nichts anderes ist Sozialismus) ist inhärent totalitär, was jedem klar sein sollte, der nur mal das System linker Gesellschaftsutopien von Anfang bis Ende durchdenkt.

    Die Wirtschaftskrise wird vorbeigehen, der Kapitalismus wird weiterbestehen. Der Szialismus dagegn wird auch beim nächsten Versuch scheitern. Ihr Linken wisst das im Grunde genommen doch selber, weil ihr ja nicht mal in euren Wohngemeinschaften eure"solidarische Wirtschaftsordnung" hinbekommt, geschweige denn euch darauf einigen könnt, wer denn nun das nächste revolutionäre Subjekt sein soll.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 nino89
  • 01.04.2009, 14:29h
  • Also, dass freiheitliche Gesellschaften und liberale bzw. aufgeklärte Religionen in dieser ein homo-freundliches Umfeld bilden, ist verständlich; jedoch nicht, wieso die Marktwirtschaft eine notwendige Bedingung für Homosexuellenrechte ist. Hätte es keine kapitalismuskritischen Kräfte gegeben, würde der moderne Staat Lesbischwule immer noch diskriminieren, siehe Grüne und die neulinke Politik, die in den 1960er Jahren ihren Anfang nahm und durch die 1970er und 1980er ausgebaut wurde.
    Die neoliberale und prokapitalistische CDU/CSU hätte nie eine Gleichstellung begonnen. Auch die FDP hätte dies nicht getan, da sie immer an einer Koalition mit den Unionsparteien interessiert und deswegen solchen Dingen nicht zugetan war, sondern viel eher an machtpolitischen dingen orientiert war/ist.

    Die "bösen" Linken und die Grünen (die ebenfalls dem linken Spektrum angehören) sind heutzutage die einzigen, die eine wahre queere und somit auch homo-freundliche Politik betreiben. Und wer es noch nicht gerafft hat: die meisten Bürgerinnen und Bürger sind kapitalismuskritisch, da sie gesehen haben, was passiert, wenn die Freiheit des Einzelnen und sein Recht auf Glück weniger bedeuten als die Freiheit des Kapitals, des Marktes und der Banker!
  • Antworten » | Direktlink »
#10 TimmAnonym
  • 01.04.2009, 14:33h
  • Deswegen ist ja auch die ach so marktwirtschaftliche FDP
    - gegen Antidiskriminierungsgesetze,
    - gegen Eheöffnung (nur weiteres Rumdoktern an der Ehe 2. Klasse)
    - gegen Homoaufklärung in Schulbüchern
    - gegen Änderung Art. 3 GG
    - etc. etc.

    Irgendwo scheinen manche Leute in ihrer eigenen Phantasiewelt zu leben.

    Achja:
    bald sind wieder Bundestagswahlen. Ich wusste doch, dass es einen Grund geben muss, warum der FDP wieder die Schwulen einfallen...
  • Antworten » | Direktlink »