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Die Akademie für Psychotherapie und Seelsorge verteidigt die Einladung von zwei "Homo-Heilern" zu einem Kongress an der Universität Marburg. Uni-Leitung und Stadt fühlen sich demgegenüber für die Inhalte der Veranstaltung nicht zuständig.

Homo-Aktivisten hatten zuvor die Einladung von Markus Hoffmann von der Organisation Wüstenstrom und Christl Ruth Vonholdt vom Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft scharf kritisiert (queer.de berichtete). Beide sind der "Ex-Gay-Bewegung" zuzurechnen, die sich für die Umwandlung von Homosexuellen in Heterosexuelle ausspricht.

Martin Grabe, Chef der Akademie für Psychotherapie und Seelsorge, hält die Kritik an der Einladung für "unbegründet" und "ideologisch motiviert": "Auf dem Kongress spielt das Thema Homosexualität inhaltlich keine Rolle", erklärte der Psychiater und Psychotherapeut gegenüber dem christlichen Nachrichtenportal idea. "Der Vorwurf in Bezug auf ‚Umpolungsseminare’ geht völlig ins Leere." Laut Grabe versuchten Kritiker nur, die Meinungsfreiheit einzuschränken. Die Seminare tragen den Titel "Reifung in der Identität als Frau und als Mann" sowie "Weibliche Identitätsentwicklung und mögliche Probleme".

Stadt und Universität Marburg fühlen sich für die Inhalte des Kongresses nicht zuständig: Der Pressesprecher der Stadt Marburg erklärte, es sei nicht Sache der Stadt, sich in Kontroversen einzumischen und Position zu ergreifen. Eine Pressesprecherin der Universität bezeichnete die Akademie für Psychotherapie und Seelsorge schlicht als "seriösen Veranstalter". (dk)



13 Kommentare

#1 TimmAnonym
  • 01.04.2009, 15:09h
  • "Uni-Leitung und Stadt fühlen sich demgegenüber für die Inhalte der Veranstaltung nicht zuständig."

    Nee, schon klar. Würde man sich auch "nicht zuständig" fühlen, wenn dort zu Gehirnwäsche an anderen Religionen aufgerufen würde? Oder wenn Farbigen dort beigebracht würde, wie sie sich als "gute Weiße" zu verhalten haben.

    Diese Ignoranz ist es, die solche evangelikale Gehirnwäsche erst ermöglicht.

    Dass sowas schwere psychische Schäden bis hin zum Selbstmord verursachen kann, interessiert Uni und Stadt wohl nicht, solange man Geld dafür bekommt.

    Die Uni Marburg sollte sich schämen. Wissenschaft ist wohl dort NICHTS mehr wert und man darf sogar Hass verbreiten und Menschen gefährden, wenn man nur zahlt! Wie armselig!!!
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#2 gerdAnonym
  • 01.04.2009, 17:00h
  • @Timm
    Da hast du vollkommen Recht. Es ist ein Skandal, dass Personen wie Vonholdt und Hoffmann hier ein Forum in Marburg geboten wird, wo sie ihre reparative Therapie propagieren wollen, und nicht die affirmative Therapie anwenden, wie sie von der heutigen Wissenschaft in Psychologie und Psychotherapie vertreten wird. Bei der reparativen Therapie wird versucht, die sexuelle Orientierung zu verändern, während bei der affirmativen Therapie die sexuelle Orientierung unverändert bleiben soll und Personen, die mit ihrer sexuellen Identität unzufrieden sind, Therapien ermöglicht werden, um ihre sexuelle Orientierung zu akzeptieren und in ihr Leben zu integrieren.

    Die allermeisten homosexuellen, bisexuellen und heterosexuellen Menschen bedürfen einer Therapie in diesem Zusammenhang überhaupt nicht und nur ein minimaler Bruchteil der Menschen bedarf der affirmativen Therapie, um sich selbst zu akzeptieren.

    Solche Menschen wie Vonholdt und Hoffmann sind zutiefst schädlich für homosexuelle und bisexuelle Menschen, da Sie an der reparativen Therapie festhalten und dies machen sie aus egoistischen, eigenen Gründen, da sie Homosexualität aus religiöser Befindlichkeit letztlich nicht akzeptieren.
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#3 SmartiSaar
  • 01.04.2009, 17:05h
  • @Timm, @gerd
    Ihr nehmt mir die Worte aus dem Mund.

    Trotzdem bin ich doch immer wieder erstaunt wie die Stadt- und Uni-Verantwortlichen sich hier auf der Affäre ziehen.
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#4 Kristian
  • 01.04.2009, 18:57h
  • Da kann man nur hoffen, dass genug interessierte und informierte Leute kommen und diese Scharlatane ihre Thesen nicht unwidersprochen verbreiten können. Widerlich, wer sich so alles Experte nennen darf...
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#5 The RisingAnonym
  • 01.04.2009, 19:27h
  • Antwort auf #1 von Timm
  • @Timm: Gut auf den Punkt gebracht, wobei ich noch hinzufügen möchte, dass es nicht um irgendeine gesellschaftliche Gruppe geht, der hier unter dem Deckmantel der "Meinungsfreiheit" ihr gleichberechtigtes Existenzrecht abgesprochen werden soll, sondern um eine Opfergruppe des Nazi-Terrors, die zu Tausenden in Konzentrationslagern ermordert wurde. Und jetzt nimmt man eben auf Basis einer Menschen verachtenden Ideologie den Selbstmord homosexueller Menschen billigend in Kauf und propagiert zudem die Minderwertigkeit homosexueller Identität. Wie man sieht: Was im letzten Jahr bei "Christival" noch für einen relativ breiten Sturm der Entrüstung gesorgt hat, wird ein Jahr später schon geduldet. Da fragt man sich, ob beispielsweise ein LSVD nicht grandios geschlafen hat in diesem zurückliegenden Jahr, denn mit sporadischen Weichspülerbriefen, in denen noch nicht einmal die von mir und anderen vorgebrachten historischen Fakten unmissverständlich benannt UND klare politische Forderungen für ein Verbot dieser gefährlichen, entwürdigenden und letztlich volksverhetzenden Propaganda formuliert werden, ist es ganz sicher nicht getan.

    Einmal mehr müssen wir feststellen: Nur mit uns darf sich diese Gesellschaft derartiges erlauben! Und wir sollten uns fragen: Warum haben andere Gruppen es geschafft, diese Gesellschaft die notwendigen Lehren aus der Geschichte ziehen zu lassen, und wir nicht???
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#6 The RisingAnonym
  • 01.04.2009, 19:38h
  • Antwort auf #4 von Kristian
  • Wer solche widerwärtigen Demagogen ohne jede belastbare fachliche Qualifikation, die die Würde homosexueller Menschen angreifen, deren Suizid billigend in Kauf nehmen und allgemein homosexuelle Identität als minderwertig verhetzen, als "Experten" zu einer "wissenschaftlichen" Veranstaltung einlädt, der ist alles, nur KEIN "seriöser Veranstalter", und er trägt zur Gewalt gegen homosexuelle Menschen in dieser Gesellschaft bei. Punkt.

    PS: Ich frage mich, warum das nicht in dieser Deutlichkeit in gewissen "offenen Briefen" stand, die an die Verantwortlichen gerichtet wurden.
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#7 AufklärerAnonym
  • 01.04.2009, 21:34h
  • Antwort auf #6 von The Rising
  • "Ich frage mich, warum das nicht in dieser Deutlichkeit in gewissen "offenen Briefen" stand, die an die Verantwortlichen gerichtet wurden."

    Der LSVD schreibt: "Was wir beanstanden ist, dass sie nicht ergebnisoffen beraten und dass sie Probanden, die nicht in der Lage oder nicht bereit sind, ihre homosexuelle Orientierung zu unterdrücken, fallen lassen und sie nicht einmal an andere Hilfsangebote weiterleiten, selbst wenn die Probanden suizidgefährdet sind. Uns sind mehrere solcher Fälle bekannt. Wir haben in dem offenen Brief auf entsprechende Berichte der SWR hingewiesen.

    Wir sind der Meinung, dass die Universität Marburg und die Stadt Marburg Kongressen, die solche gefährlichen Scharlatane unterstützen und ihnen ein Forum bieten, nicht unterstützen sollten."

    Das ist doch sehr aussagekräftig!
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#8 stephan
  • 02.04.2009, 01:06h
  • Das ist der Beweis:

    Psychotherapeuten etc. sind also das, was ich als (als Mathematiker) schon immer von ihnen hielt: 'seriöse' Dummschwätzer. Es tut mir nur sehr leid um den Ruf der deutschen Universitäten ... neben den neuen Abschlüssen jetzt auch noch dieser Niveauabsturz ...
    Jetzt wird es mich auch nicht mehr wundern, wenn es bald die Möglichkeit gibt seinen Master in Astrologie, Pendeln oder Kaffesatzlesen zu machen - natürlich müsste man das noch schön 'akademisch' umschreiben, damit es genügend Dumme gibt, die daran glauben!
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#9 KerberosAnonym
  • 02.04.2009, 04:44h
  • Da es in einer aufgeklärten Gesellschaft immer schwieriger wird gleichgeschlechtliche Liebe öffentlich als Krankheit zu beschimpfen versuchen evangelikal-pseudowissentschaftliche Organisationen wie DIJG und Wüstenstrom Homosexualität als Ursache bzw. Auslöser von tiefgreifenden mentalen Störungen bzw. psychischen Erkrankungen hinzustellen.

    Dies ist eine bösartige und schädigende Verdrehung der Tatsachen, denn die Hauptursache psychischen Leidensdruckes bis hin zum Suizid vieler Homosexueller ist nicht homosexuelles Empfinden an sich, sondern die verbreitete Homophobie die vielen Schwulen und Lesben ungebrochen entgegenschlägt und sie mit einen wichtigen Teil ihrer Persönlichkeit entfremdet.

    Da diese Zusammenhänge unschwer zu erkennen sind, Wüstenstrom aber nicht die Homophobie sondern die Homosexualität als zu bekämpfen ansieht, gehe ich davon aus, daß hier die selbstgerechte Aufrechterhaltung des eigenen evangelikalen Weltbildes wichtiger ist als den dort hilfesuchenden, unter Homophobie, Hass und Selbsthass leidenden Homosexuellen wirklich zu einer selbstbewußten, sich selbst anerkennenden Persönlichkeit zu verhelfen.

    Wer solchen Leuten ausgerechnet in einer Veranstaltung zum Thema Psychotherapie ein öffentliches Forum bietet macht sich mitverantwortlich für das weitere Schicksal vieler verzweifelter, suizidgefährdeter Menschen die sich zu Wüstenstrom verirren aber stattdessen professionelle therapeutische Hilfe nötig hätten.
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#10 Sven_
  • 02.04.2009, 11:57h
  • Die NPD sucht doch verzweifelt nach einem Raum für ihren Parteitag!

    Sie ist auch eine "seriöse" Partei (ist ja schließlich ganz offiziell tätig).
    Stadt und Uni würde sich sicherlich auch über diese freuen.
    Denn in Kontroversen wie "Gab es einen Holocaust" oder "Sterben wir Deutschen aus?" mischt man sich ja nicht ein.
    Da fragt man sich schon, warum die Holocaust-Leugner vor ein paar Jahren im Iran tagen mussten, hätten die doch einfach mal in Marburg nachgefragt!

    Achtung: Zynismus pur!
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