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Beim Volksentscheid um die Zukunft des Ethik- und Religionsunterrichts in Berlin haben sich die Lesben und Schwulen in der Union (LSU) für die Initiative "Pro Reli" ausgesprochen – und wenden sich damit gegen den LSVD, der "Pro Ethik" unterstützt.

"Als Lesben und Schwule in der Union ist uns die freie Entfaltung der Persönlichkeit ein hohes Gut, erklärte der Berliner LSU-Chef Eike Alexander Letocha. "Dem Volksbegehren geht es vor allem um die Wahlfreiheit von Eltern und Schülern. Wer hier von Wahlzwang" (Initiative Pro Ethik) spricht, hat ein merkwürdiges Freiheitsverständnis. Wahlzwang gab es in Deutschland zu anderen Zeiten und die wünscht sich niemand zurück".

Die Berliner Wähler entscheiden am 26. April darüber, ob das 2006 von der rot-roten Koalition eingeführte Pflichtfach "Ethik" wieder abgeschafft werden soll. Derzeit müssen alle Berliner Schüler (ab der siebten Klasse) Ethik belegen und können zusätzlich und freiwillig noch Religionsunterricht belegen. Der Lesben- und Schwulenverband hat sich für Ethik ausgesprochen, da Informationsveranstaltungen zu Homosexualität fast ausschließlich im Ethik-Unterricht stattfänden und eine Auseinandersetzung mit dem Thema wegen der steigenden Zahl an homophoben Übergriffen durch Jugendliche wichtig sei (queer.de berichtete).

Die Gruppe "Pro Reli" will ebenso wie die LSU allerdings erreichen, dass Ethik-Unterricht nur noch von solchen Schülern besucht werden muss, die keinen konfessionellen Religionsunterricht wählen. Die jetzige Regelung benachteilige religiöse Schüler, ist die LSU überzeugt: "Es kann nicht sein, dass sie diesen zusätzlich zum Ethikunterricht außerhalb der regulären Schulzeit besuchen müssen", erklärte Letocha.

Pro-Reli-Chef Christoph Lehmann freute sich über die Unterstützung der konservativen Schwulen und Lesben: "Das zeigt, dass wir für Toleranz stehen", so Lehmann. Seine Gruppe hatte mit Unterstützung der Kirche im vergangenen Jahr genügend Unterschriften gesammelt, um einen Volksentscheid zum Pflichtfach Ethik herbeizuführen. Am 26. April können die Berliner das Pflichtfach damit wieder zu Fall bringen. Notwendig ist eine Mehrheit aller abgegebenen Stimmen sowie ein Viertel aller Wahlberechtigten (ca. 600.000 Stimmen). (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

46 Kommentare

#1 TimmAnonym
  • 01.04.2009, 15:15h
  • Was will man von dieser Witzgruppe schon anderes erwarten:

    da ist eine Handvoll Leute in der CDU, die offenbar ein Problem mit sich selbst haben, weil sie zwar ihre Homosexualität nicht unterdrücken können, aber doch so gerne akzeptierte Konservative wären...

    Das Problem ist nur: in der CDU sind sie halt nicht gleichberechtigt. Also was machen sie: sie passen sich an und verleugnen sich bis zur Selbstaufgabe. Sie finden für alles, was die CDU und die Kirche Schwulen und Lesben antut immer wieder irgendwelche Gründe, warum das wohl doch ganz gut sein könnte.

    Aber egal, wie sehr sie sich auch anpassen und den Homohassers die Füße küsssen: sie werden doch in ihrer Partei nichts verändern.

    Wäre deren Situation nicht so traurig, könnte man sich über soviel Speichelleckerei nur amüsieren...
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#2 SuperMarioEhemaliges Profil
  • 01.04.2009, 16:03h
  • Ist ja keine große Überraschung, dass der LSU für Pro Reli ist. Die werden sich ja kaum gegen die Parteibasis stellen.

    Bin der Meinung, dass das Argument Wahlzwang von Pro Ethik das Problem nicht erfasst. Es geht darum, dass ein sogenannter Religionsunterricht nicht gleichwertig mit Ethikunterricht ist und diesen nicht einfach ersetzen kann, genauso wenig wie er Mathematik- oder Biologieunterricht ersetzen kann. Die Fächer Mathematik und Biologie sind wie das Fach Ethik wichtig und sollten nicht einfach abwählbar sein.
    Es ist die Pro Reli Seite, die ein merkwürdiges Verständnis von Freiheit hat, ihre Argumente sind schon längst widerlegt.

    www.gemeinsam-ist-besser.de/

    Die Abstimmungsbenachrichtigung kam vorgestern an. Mal sehen, wie viele der wahlfaulen Berliner, von denen übrigens zwei Drittel konfessionslos sind, sich mobilisieren lassen. Hängt auch sehr stark vom Wetter am Wahltag ab.
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#3 SuperMarioEhemaliges Profil
  • 01.04.2009, 16:13h
  • Häh, was ist das denn? Ich habe doch kein kryptisches Youtube-Video in #2 verlinkt.

    Anm. der Red.: Kleiner Schluckauf bei unserer Youtube-Link-Erkennung, ist beseitigt, sorry :-)
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#4 gerdAnonym
  • 01.04.2009, 16:28h
  • @Timm
    Ganz so einfach ist dein Angriff auf die LSU in diesem Falle nicht. Ich bin selbst Mitglied im LSVD und obgleich ich ansonsten "so gut wie alles" unterstütze und über viele Jahre unterstützt habe, was der LSVD aktuell und in der Vergangenheit gemacht und gefordert hat, bin ich bei diesem Thema sehr in Konflikt.

    Daher würde ich mich zu dieser Abstimmung in Berlin lieber enthalten und weder der LSU noch der Mehrheitsmeinung im LSVD zustimmen.

    Auf der einen Seite hat der LSVD in seiner Argumentation vollkommen Recht, aber nachvollziehen kann ich auch die Argumentation des LSU in diesem Falle. Für mich als Lutheraner, dessen Landeskirche Segnungsgottesdienste für homosexuelle, verpartnerte Paare anbietet und in der homosexuelle Pastoren offen mit ihrem Partner im Pfarrhaus leben dürfen und in der die EKD das Grundsatzdokument "Verantwortung und Verlässlichkeit stärken" verabschiedet hat, ist dies eine schwierige Abstimmung. Bin zwar immer noch nicht mit allem in der EKD einverstanden, aber die Landeskirchen der EKD sind auf einem guten Weg, wie dies aktuell auch die Wahl von Ilse Junkermann als Bischöfin beweist.

    Daher würde ich mich lieber bei diesem Thema der Stimme enthalten.
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#5 SmartiSaar
  • 01.04.2009, 16:29h
  • Die Damen und Herren von der LSU werden auch immer witzloser, mal ehrlich hat man anderes erwartet!?

    Interessant zu lesen wie da die Fakten von der LSU verdreht werden zu gunsten von "Pro Reli".
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#6 QueenMargrethe
  • 01.04.2009, 16:33h
  • Zuerst mal hat Religion nichts in der Schule zu suchen (es sei denn es handelt sich um eine evangelische, katholische oder was auch immer Privatschule)!
    Bildung ist Sache des Staates, sprich der Länder (mal was anderes: weiß eigentlich jemand, wozu es ein kompetenzfreies Bundesbildungsmonster gibt?) und Religion ist Sache der Kirche bzw. im Fall der röm.-katholischen und vielen anderen sogenannten "Kirchen" Sache der Sekte...

    Das Unterrichtsfach Ethik vermittelt menschliche Werte wie Toleranz, Akzeptanz und Verständnis für Andere egal welcher Coleur (abgesehen von Braun...). Das kann Religion nicht, denn sie ist nicht unbefangen und nicht objektiv. Was immer als "christliche Werte" bezeichnet wird, sind doch in den meisten Fällen "Werte", die man als menschlich bezeichnen kann; Werte, die ein Mensch mit halbwegs gesundem Verstand für selbstverständlich halten müsste und nicht von "Gott" gegeben sind oder irgendetwas mit christlich zu tun haben..., dann müsste es ja in allen Gegenden der Welt, wo das Christentum keinen oder geringen Einfluss hat, erlaubt sein zu stehlen, morden, was auch immer...

    Ethik/Philosophie sollte Bundesweit Pflichtfach und die Religion ganz von der Schule verbannt werden. Und mit dem "Entkreuzigen" bayrischer Klassenzimmer könnte man den ersten Schritt dazu machen. Außerdem sollte endlich mal die Trennung von Staat und Sekte vollständig vollzogen werden!

    Das war jetzt mal nötig!

    Es grüßt ganz herzlich

    Ihre Majestät die Königin
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#7 alexander
  • 01.04.2009, 16:38h
  • eike soll lieber wieder im sommer in tommy hilfiger badehöschen am fkk strand rumhüpfen und erwachsenen die politik überlassen !

    schlimm genug die kosten, die dieser "volksentscheid" verursacht. ethikunterricht ist gerade heute wichtiger denn je, speziell in berlin, was die einstellung vieler jugendlicher beweist !
    religion ist privatsache und soll es auch bleiben, eigentlich sollten unsere kirchen froh sein, dass an staatlichen schulen religionsunterricht überhaupt angeboten wird. (wieso eigentlich?)
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#8 SmartiSaar
  • 01.04.2009, 16:49h
  • Antwort auf #7 von alexander
  • Bin ganz Deiner Meinung, Ethik sollte ein bundesweites Pflichtfach werden und die Schulen die dann zusätzlich noch Religionsunterricht anbieten wollen können dies ja tun.

    Vom Grundsatz her bin ich allerdings auch der Meinung Religionsunterricht ist nicht primäre Aufgabe der Schule und kann deshalb auch nur als zusätzliches Wahlfach angeboten werden wenn überhaupt.
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#9 Katrin
  • 01.04.2009, 17:06h
  • Religionsunterricht ist natürlich für die Zukunft der Kirchen existenziel absolut notwendig. Heute erreichen die Kirchen immer weniger Kinder in der Familie und ist man erst einmal ohne Religion aufgewachsen, kann einen das Affentheater um Religionen nicht mehr berühren. Ein Gottesdienst wird gar als Kasperltheater gesehen. Um ihre Zukunft zu sichern müssen die Kirchen die Kinder erreichen, in der Schule, im Fernsehen, in der Freizeit.
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#10 stephan
  • 01.04.2009, 17:45h
  • Genau! Und da wir keinen Menschen zur Wahl zwingen wollen, ersparen wir ihnen die Mühe und zwingen ihnen stattdessen einen Religionsunterricht auf ... sehr eigenwillige Ansicht hat der junge Herr da!

    Meine Überzeugung ist, dass Religion absolute Privatsache ist! Allerdings sollte sich jeder halbwegs gescheite Mitteleuropäer schon mit den Wurzeln unserer Kultur auskennen ... schon um sie kritisch hinterfragen zu können. Dazu gehört aber wesentlich mehr, als es im Religionsunterricht Platz hat:
    Zu unserer Kultur gehört die Kenntnis der Bibel (mit allen positiven und entsetzlichen Aspekten), die griechische Mythologie und der Übergang vom Mythos zum Logos, das Entstehen der Wissenschaften, Wissenschaftsphilosophie, Erkenntnistheorie, Staatsphilosophie, ... und sicher auch Ethik - alles immer mit dem Blick darauf, wie es zu unserem heutigen Denken und Weltbild gekommen ist.

    Das Widerwärtigste ist konfessioneller Religionsunterricht, denn dort geht es offenbar nicht um wissenschaftliche Erkenntnis und einen vorbehaltlosen Diskurs, sondern um eine von religiösen Dogmen eingefärbte Perspektive, die in der Erziehung junger Menschen im 21. Jh. nicht zu suchen hat ... obgleich man auch diese Aspekte kennen sollte, um sie als solche entlarven zu können. Der Platz dafür ist aber im Philosophieunterricht oder - wenn man dann eine philosophische Disziplin besonders betonen möchte - im Ethikunterricht!
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