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Der britische Schauspieler Rupert Everett hat die Schwulenrechtsbewegung als "voll von alten Mittelklasse-Schwestern" bezeichnet und den Kampf um das Recht auf Ehe und Kinder kritisiert.

Bei "Daily Beast" erklärte der offen schwule 49-Jährige, dass schwule Väter "egozentrisch und eitel" seien. "Ich denke, die Sache mit der Leihmutterschaft ist beschissen. Das ist einfach abscheulich", so Everett. "Diese ganze Idee, dass zwei schwule Typen ihr Sperma in einen Cocktailshaker geben und irgendeine grimmige Lesbe befruchten, ist einfach seltsam."

Er selbst würde höchstens ein Pflegevater sein oder adoptieren. "Aber dass diese Idee der Vaterschaft uns schwulen Männern aufgedrängt wird, ist Blödsinn. Ehe? Babys? Macht mal 'nen Punkt. Ich will illegal sein. Ich will außerhalb des Mainstream leben."

Für die "ermüdende" Homo-Bewegung hat Everett nur Spott übrig: "Das ist Abercrombie & Fitch kombiniert mit Kinderwägen. Klar, jeder hat das Recht, das zu tun, was er will. Aber muss das sein?".

Rupert Everett ist durch Filme wie "Another Country" (1984), "Chronik eines angekündigten Todes" (1987) und "Die Hochzeit meines besten Freundes" (1997) in Hollywood erfolgreich. Allerdings bemängelte der eigensinnige Engländer, dass offen schwule Schauspieler wie er in der Traumfrabrik diskriminiert werden würden (queer.de berichtete). (dk)



50 Kommentare

#1 Liedel
  • 09.04.2009, 11:45h
  • "Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
    Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst.
    Sie kommen durch euch, aber nicht von euch.
    Und wenngleich sie bei euch sind, gehören sie euch doch nicht. Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, doch nicht eure Gedanken, denn sie haben ihre eigenen. Ihr dürft Ihrem Körper eine Wohnstatt geben, doch nicht ihren Seelen, denn diese wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht aufsuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen. Ihr könnt euch bemühen, wie sie zu sein, aber trachtet nicht danach, sie euch gleich zu machen. Denn das Leben geht weder zurück, noch verharrt es im Gestern."

    (Khalil Gibran: "Der Prophet", in: Die Prophetenbücher, hier München 2002, S.32).

    Diese wie ich finde schönen Zeilen sollte man erstmal allen Heteros mit Kindern ins Hirn meißeln... aber: diese Zeilen schwirren auch in meinem Kopf rum, hier bei Everetts treffender Aussage

    ".. dass zwei schwule Typen ihr Sperma in einen Cocktailshaker geben und irgendeine grimmige Lesbe befruchten" ...
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#2 gerdAnonym
  • 09.04.2009, 12:09h
  • Oh wie man sieht, ist das Vereinigte Königreich schon in der homopolitischen Debatte einen Schritt weiter.

    Während wir hier in Deutschland immer noch am Ausbau der Lebenspartnerschaft arbeiten (verpartnerte Beamte, Einkommenssteuergesetz,...) und das gemeinschaftliche Adoptionsrecht nichtleiblicher Kinder einfordern, sind diese Forderungen bereits im Vereinigten Königreich erfüllt. Dort wird neben der Eheöffnung im Thema Leihmutterschaft jetzt argumentiert und gestritten.

    Ich persönlich befürworte natürlich Leihmutterschaften für schwule Paare und halte die Äußerung von Rupert Everett für vollkommen daneben.
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#3 SuperMarioEhemaliges Profil
  • 09.04.2009, 13:20h
  • Bei "Daily Beast" erklärte der offen schwule 49-Jährige, dass schwule Väter "egozentrisch und eitel" seien.

    Na so egozentrisch und eitel wie heterosexuelle Väter eben auch, aber denen hat das noch keiner zum Vorwurf gemacht.

    "Ich denke, die Sache mit der Leihmutterschaft ist beschissen. Das ist einfach abscheulich", so Everett. "Diese ganze Idee, dass zwei schwule Typen ihr Sperma in einen Cocktailshaker geben und irgendeine grimmige Lesbe befruchten, ist einfach seltsam."

    Es ist abscheulich und seltsam, wenn ein Mann seinen Schwanz in die Muschi einer Frau zur Zeugung eines Kindes steckt. Aber die dürfen das eben und sollten es können dürfen. Man muss es ja bei sich nicht gut finden.

    Er selbst würde höchstens ein Pflegevater sein oder adoptieren. "Aber dass diese Idee der Vaterschaft uns schwulen Männern aufgedrängt wird, ist Blödsinn. Ehe? Babys? Macht mal ´nen Punkt. Ich will illegal sein.

    Heterosexuelle Ehe und Babys in heterosexuellen Ehen sollten dann konsequenterweiser auch illegal sein.

    Ich will außerhalb des Mainstream leben."

    Kannst du ja auch.

    Für die "ermüdende" Homo-Bewegung hat Everett nur Spott übrig: "Das ist Abercrombie & Fitch kombiniert mit Kinderwägen. Klar, jeder hat das Recht, das zu tun, was er will.

    Ja, was denn jetzt? Soll es nun illegal sein oder soll jeder das Recht haben, das zu tun, was er will?

    Aber muss das sein?".

    Nein, es muss nicht sein. Es sollte sein dürfen.
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#4 RaphaelProfil
  • 09.04.2009, 14:36hDüsseldorf
  • Habe vollstes Verständnis für die Meinung eines Mr. Everett. Jeder sollte nach seinen eigenen Vorstellungen sein Leben mit oder ohne Kinder, mit oder ohne Ehe- bzw. Lebenspartner etc, etc. gestalten dürfen. Warum nicht? Selbstverständlich kann auch jeder seine Lebensauffassung einer interessierten Öffentlichkeit mitteilen. Aber warum immer dieser Absolutheitsanspruch für die eigene Meinung? Muss immer gleich alles illegal sein, was nicht meinen Geschmack trifft?

    Es gibt mittlerweile sehr viele Familienmodelle, die gut bis ganz ordentlich funktionieren – und schließlich hat das alte Vater-Mutter-Kind-Standardprogramm früherer Zeiten auch nicht immer so geklappt, wie alle sich das gewünscht hätten. Also – solange nicht der Verdacht besteht, dass irgendjemand zu Schaden kommt – einfach lassen! Man muss auch jönne könne, wie der Rheinländer sagt.
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#5 FloAnonym
  • 09.04.2009, 14:57h
  • Er denkt leider wieder mal zu kurz:
    es gibt ja nicht nur Leihmütter, sondern auch Schwule oder Lesben, die Kinder aus früheren Beziehungen oder Fehltritten mitbringen...

    Und auch nicht jede Lesbe ist "grimmig"...

    Es ist das Recht eines jeden, sich gegen Kinder und auch gegen Ehe zu entscheiden. Aber genauso sollte man sich auch dafür entscheiden können.

    Und selbst wer es für sich persönlich nicht möchte, sollte z.B. für die Eheöffnung kämpfen, denn dass sie nur Heteros offen steht ist Diskriminierung von Schwulen und Lesben im Allgemeinen. Auch von denen, die es für sich selbst nicht wollen.
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#6 gatopardo
  • 09.04.2009, 16:59h
  • Jeder von uns hat da seine seine ureigenste Meinung, wobei ich diese von Rupert Everett nicht einmal verwerflich finde, ohne sie anderen aufzuzwingen. Auch ich halte diese künstlichen Befruchtungsorgien mit eigenem Sperma von Heteros und Homos angesichts einer riesigen Anzahl hoffnungslos überfüllter Waisenhäuser in der Welt für total überflüssig. Aber man sieht´s ja schon am Beispiel der Methoden unzähliger Hunde- und Katzenzüchter, wo Stammbäume genau verfolgt werden müssen, während Tierheime von herrenlosen Kreaturen überlaufen.
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#7 BerlinerAnonym
  • 09.04.2009, 17:24h
  • Das ist mal ein schönes Geschenk zum Eierfest!

    R.E. hat recht, zumal - was hierzulande gern vergessen wird - eines der wesentlichsten Probleme der Menschheit keineswegs die Unterbevölkerung ist.
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#8 KonstantinEhemaliges Profil
#9 SmartiSaar
  • 09.04.2009, 17:47h
  • Seine Meinung ist wie er selbst hin und wieder etwas überzogen und das mein ich ganz Wertungsfrei. Er ist einfach ein extremer Mensch mit hin und wieder sehr extremen-Ansichten, auch wenn er sich da hin und wieder auch in ein und dem selben Satz dann selbst widerspricht.

    Aber selbst wenn er für sich seinen Weg des Glücks gefunden zu haben schein finde ich es etwas überzogen dies zu pauschalisierern. Die die "heiraten" wollen sollten es auch tu können, diejenigen die Kinder haben wollen, sollten sie auch bekommen könne ob durch Leihmutterschaft oder Addoption ganz egal. Es Verlang ja niemand von ihm das er diese Ziele der Community's, Verbände und Bewegungen unterstützt aber dann sollte er sich doch negative und abwertende Äußerungen sparen die sind nur wirklich wenig hilfreich, ganz im Gegenteil.

    Das wichtigste überhaupt ist doch die Gleichstellung aller egal ob LesBiSchwul, Transgender oder Hetero, denn erst wenn alle die gleiche Ausgangsposition zur Gestaltung ihren Lebens haben, erst dann kann auch erst jeder für sich frei entscheiden wie er/sie es gestalten will. Solange das nicht erreicht ist in unserer heteronormativen Gesellschaft leben die einen in der Freiheit ihr Leben frei zu gestalten und die anderen unter dem Zwang nicht die gleiche Freiheit in der Gestaltung zu haben.
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#10 SuperMarioEhemaliges Profil
  • 09.04.2009, 17:54h
  • Antwort auf #6 von gatopardo
  • "Auch ich halte diese künstlichen Befruchtungsorgien mit eigenem Sperma von Heteros und Homos angesichts einer riesigen Anzahl hoffnungslos überfüllter Waisenhäuser in der Welt für total überflüssig."

    Das gilt ja auch für die Heteros, die vorhaben auf natürlichem Wege Kinder zu zeugen. Sollen die doch auch mithelfen, erstmal die Waisenhäuser zu leeren. Ich sehe keinen Unterschied, ob künstliche Befruchtung stattfindet oder ob der Schwanz direkt in die Muschi gesteckt wird. Am Ende kommt ein selber gezeugtes Kind dabei heraus. Vorher kommt dieser egoistische Wunsch bei Heteros und Homos gleichermaßen, unbedingt seine eigenen Gene weiterzugeben? Wenn du so argumentierst, finde ich, sollten deine Bedenken auch an die Heteros gerichtet sein, die nicht auf künstliche Befruchtung angewiesen sind. Warum eigene Kinder zeugen, wenn die Waisenhäuser so überfüllt sind?
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