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Studenten, Grüne und SPD wehren sich gegen einen Kongress an der Uni Marburg, bei dem auch Gruppen, die die "Heilung" von Homosexuellen propagieren, ein Forum erhalten sollen.

Das Schwulenreferat der Universität hat bereits Widerstand angekündigt, berichtetet die "Frankfurter Rundschau". Es würden Protestaktionen gegen die Veranstaltung organisiert, die vom 20. bis 24. Mai stattfinden soll und bei der 1.000 Teilnehmer erwartet werden.

Grund für die geplanten Proteste: Beim 6. Internationalen Kongress für Psychotherapie und Seelsorge sollen auch Markus Hoffmann von der Organisation Wüstenstrom e.V. und Christl Ruth Vonholdt vom Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft Seminare anbieten (queer.de berichtete). Beide Organisationen sprechen sich dafür aus, Schwule und Lesben von ihrer Homosexualität, die als Defekt definiert wird, zu "heilen".

Youtube | Der SWR berichtet über die gefährlichen Thesen der Homo-Heiler von Wüstenstrom.

Auch die Politik wehrt sich gegen die Veranstaltung: Der Marburger Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) hat sich öffentlich von den beiden umstrittenen Referenten distanziert. Allerdings sehe er keinen Anlass, eine Veranstaltung in der Stadthalle zu verbieten. Die Sozialdemokraten im hessischen Landtag haben bereits die Landesregierung eingeschaltet. Der Marburger SPD-Landtagsabgeordnete Thomas Spies hat dazu eine Anfrage an Schwarz-Gelb gestellt, in der er wissen will, wie Hessen "zukünftig den diskriminierungsfreien Umgang mit Homosexualität innerhalb von Landeseinrichtungen sicherstellen" könne.

Auch die hessischen Grünen kritisieren die Veranstaltung scharf. Landespolitiker Kai Klose bemängelt insbesondere, dass die zuständige Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) zu den Homo-Heilern schweigt.

Die Universität Marburg beharrt allerdings weiter darauf, die Veranstaltung mit den Homoheilern abzuhalten. "Der Kongress insgesamt zielt nicht darauf ab, Schwule umzupolen", erklärte dazu die Hochschulsprecherin Viola Düwert. Die Ansicht der beiden eingeladenen Referenten sei eine "Minderheitenmeinung".

Evangelikale Aktivisten rückten die Kritik an den Umpolungsseminaren derweil in die Nähe des Terrorismus. So erklärte Hartmut Steeb von der Deutschen Evangelischen Allianz, die Aussagen des Lesben- und Schwulenverbandes und der Grünen seien "versuchter Meinungsterror". (dk)



24 Kommentare

#1 TimmAnonym
  • 09.04.2009, 14:30h
  • Vonholdt und Hoffmann gehören zu den unverbesserlichen Personen, die seit Jahren ununterbrochen aus rein egoistischen Motiven und ihrer negativen Einstellung zu Homosexualität mit Büchern und Vorträgen auftreten, um ihre Mindermeinung in der psychologischen Fachwelt zu propagieren.

    Vor diesen beiden Personen kann ich nur warnen. Denn es handelt sich hier um eine Mindermeinung (=Veränderung der sexuellen Orientierung), der in der Vergangenheit viele homosexuelle Probanden zum Opfer gefallen sind. Die deutsche CDU/SPD Bundesregierung hat vor solchen Veränderungsangeboten im vergangenen Jahr ausdrücklich in einer offiziellen Stellungnahme im Bundestag gewarnt.

    Gleichwohl haben sich Vonholdt und Hoffmann von ihren Thesen nie in all den Jahren offiziell distanziert.

    Wenn Hochschulsprecherin Viola Düwert erklärt, dass auch Mindermeinungen ein Forum geboten werden soll, dann muss sie und die Hochschulleitung sich kritisch fragen lassen:

    Sollen auch Mindermeinungen ein Forum an einer deutschen Universität haben, die gefährlich für Probanden sind und vor denen sogar die deutsche CDU/SPD Bundesregierung warnt ?

    Veränderungstherapien sind höchst gefährlich und haben zu oft in der Vergangeheit Probanden geschädigt.

    Gut das sich Grüne, SPD, Linkspartei und Studenten der Universität in Marburg wehren, damit solchen Personen (ein Sozialarbeiter und eine Kinderärztin) nicht ein offizielles Forum in einer deutschen Universität geboten wird. Wenn ich in Marburg leben würde, wäre ich sicherlich vor Ort dabei, um Protest gegen Hoffmann und Vonholdt zu organisieren, falls sie dort auftreten dürfen.
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#2 FloAnonym
  • 09.04.2009, 14:54h
  • "Auch die hessischen Grünen kritisieren die Veranstaltung scharf. Landespolitiker Kai Klose bemängelt insbesondere, dass die zuständige Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) zu den Homo-Heilern schweigt."

    Klar schweigt die CDU, ist doch voll ihre Linie... Was macht das schon, wenn Schwule einer Gehirnwäsche unterzogen werden? Und wenn die seelischen Schäden bis zum Suizid reichen, was solls, sind ja nur Schwule...

    Und die FDP schweigt ebenso! Jeder, der jetzt schweigt, toleriert Homohass und dubiose Gehirnwäsche...
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#3 FloAnonym
  • 09.04.2009, 15:09h
  • "Die Universität Marburg beharrt allerdings weiter darauf, die Veranstaltung mit den Homoheilern abzuhalten. "Der Kongress insgesamt zielt nicht darauf ab, Schwule umzupolen", erklärte dazu die Hochschulsprecherin Viola Düwert. Die Ansicht der beiden eingeladenen Referenten sei eine "Minderheitenmeinung"."

    Ah prima! Dann dauert es ja nicht mehr lange, bis die Uni Marburg auch Nazis, Faschisten und anderen ihre Tore weit öffnet. Das ist für Frau Düwert dann ja wahrscheinlich auch Meinungsvielfalt und eine Minderheitenmeinung. Die Dame macht es sich sehr einfach, Leute die so denken, haben in der Geschichte faschistische Regimes ermöglicht...

    Es geht dabei nicht nur um andere Meinungen (noch dazu gegen wissensschaftliche Fakten), sondern es geht um das Verbreiten von Hass und um sehr gefährliche Gehirnwäsche. Dass die Uni Marburg dennoch darauf besteht, zeigt, dass die für Geld alles machen und sich nicht nur von Wissenschaft, sondern auch von jeglicher Ethik und Menschlichkeit verabschiedet haben!! Für Geld darf man an der Uni Marburg (eine staatliche Uni, die Steuern bekommt) auch faschistoides Gedankengut lehren...

    Wie können die sich noch morgens im Spiegel ansehen?

    PFUI Uni Marburg!
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#4 MalteAnonym
  • 09.04.2009, 15:16h
  • Unis sind Landessache und die FDP ist in der hessischen Landesregierung...

    Jetzt kann die FDP zeigen, wie ernst es ihnen ist. Denn hier geht es ja nicht um Eheöffnung o.ä., sondern um das Verbreiten von Hass und um Therapien, die bewiesenermaßen schwerste psychische Schäden hervorrufen.

    Aber mein Tipp ist: die FDP wird wieder mal schweigen und nichts dagegen unternehmen...
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#5 QueenMargrethe
  • 09.04.2009, 17:30h
  • Tja, und der Präsident der Philipps-Universität Marburg, Prof. Dr. Volker Nienhaus, schweigt und schweigt und schweigt...

    "Der Fachbereich Psychologie distanziert sich jedoch von den Inhalten des Kongresses und hat mit dem Kongress und dessen Ausrichtung nichts zu tun", so der Prodekan des Fachbereichs.
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#6 KonstantinEhemaliges Profil
  • 09.04.2009, 17:47h
  • Antwort auf #1 von Timm
  • "Die deutsche CDU/SPD Bundesregierung hat vor solchen Veränderungsangeboten im vergangenen Jahr ausdrücklich in einer offiziellen Stellungnahme im Bundestag gewarnt."
    Aha! Und warum wird so ein Drecksverein wie Wüstenstrom dann mit Steuergelden gefördert?
    (Siehe Viedobeitrag)
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#7 AndiAnonym
#8 HolzaugeAnonym
#9 SmartiSaar
  • 10.04.2009, 09:12h
  • Antwort auf #6 von Konstantin
  • „Aha! Und warum wird so ein Drecksverein wie Wüstenstrom dann mit Steuergeldern gefördert?“

    Das frag ich mich auch immer wieder, denen müsste jegliche staatliche Förderung entzogen werden, aber dann müsste der Staat bzw. die Regierung sich ja erstmal mit dem Thema auseinandersetzen und ich glaube da liegt das Problem und sogar nachdem die Methoden dieser sogenannten Vereine den Regierungsparteien bekannt sind hat sich daran ja nichts geändert. Was, wie ich finde, auch an dem starken politischen Rückhalt liegt den gerade die evangelikalen Gruppierungen innerhalb der „C-Parteien“ genießen. Man denke nur an das Christival 2008 bei dem die von der Leyen die Schirmherrschaft übernommen hat (und zu der sie bis heute geschwiegen hat, keine Distanzierung, nichts!), oder den kritischen Bericht über evangelikale Gruppierungen in der Schülerzeitschrift Q-Rage (jetzt muß die Q-Rage, laut tat, sogar zwei pro evangelikale Berichte veröffentlichen).
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#10 nino89
  • 10.04.2009, 13:49h
  • Könnte man diese Organisationen nicht sogar anzeigen? Ich bin zwar kein Jurist, aber wenn man sich so Paragraph 129a, Absatz 2, Satz 1 StGB durchliest und weiß, dass Menschen, die an solchen Therapien teilnehmen oftmals mit psychischen Problemen und Schäden enden, finde ich, liegt hier sogar eine terroristische Vereinigung vor ;)

    www.gesetze-im-internet.de/stgb/__129a.html
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