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Die No-Angels-Sängerin Nadja Benaissa ist verhaftet worden, weil sie ungeschützten Sex mit mindestens drei Personen gehabt haben soll, obwohl sie wusste, dass sie HIV-positiv ist.

Die 26-Jährige ist bereits am Samstag wegen Verdachts auf gefährliche Körperverletzung vor einem Auftritt im Frankfurter Club "Nachtleben" festgenommen worden. Am Dienstag teilte die Staatsanwaltschaft Darmstadt in einer kurzen Pressemitteilung mit, dass der "dringende Tatverdacht" bestehe, "dass die Beschuldigte in den Jahren 2004 und 2006 ungeschützten Geschlechtsverkehr mit drei Personen hatte, ohne diese zuvor darauf hinzuweisen, dass sie selbst HIV positiv ist". Einer der drei Männer sei nun auch HIV-positiv. Das sei mutmaßlich eine "Folge des Kontakts", so die Behörden.

Ein Richter hat inzwischen Haftbefehl wegen "Wiederholungsgefahr" erlassen. Der Sängerin droht nun eine Haftstrafe zwischen sechs Monaten und zehn Jahren.

Die No Angels wurden 2000 in der ersten Staffel der damals auf RTL II ausgestrahlten Show "Popstars" gecastet. Bis zu ihrer vorläufigen Trennung im Jahr 2003 verkauften sie über fünf Millionen Platten und gelten damit als erfolgreichste deutsche Mädchenband. 2007 starteten vier der sechs Gründungsmitglieder ein Comeback. Ein Jahr später traten sie für Deutschland beim Eurovision Song Contest an, landeten aber abgeschlagen auf dem letzten Platz (queer.de berichtete).

In den letzten Jahren kam es immer wieder zu Anklagen wegen HIV-Ansteckungen. Anfang des Monats ist aus diesem Grund in Kanada erstmals ein Mann wegen Mordes verurteilt worden (queer.de berichtete). Er hatte seinen Partnerinnen nichts von seiner HIV-Infektion erzählt. Zwei von ihnen starben, weil sie nicht rechtzeitig behandelt werden konnten.

Erst vor knapp einem Monat hat Benaissas Bandkollegin Lucy Diakowska an einer Aids-Kampagne teilgenommen. Auf Plakaten wirbt sie mit den Worten: "Ich habe Aids … nicht vergessen. Und du?" (queer.de berichtete). (dk)



Nachdenken über Nadja B.

Die Bundestagsabgeordnete Barbara Höll (Die Linke) befürchtet, dass die Verurteilung von Nadja Benaissa negative Folgen für die HIV-Prävention haben könnte.
Bewährungsstrafe für Benaissa

Das Amtsgericht Darmstadt hat die "No Angels"-Sängerin zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt, weil sie einen Mann bei ungeschütztem Sex mit dem HI-Virus angesteckt hat.
Aids-Hilfe fordert Freispruch für Benaissa

Kurz vor der Urteilsverkündung hat die Deutsche Aids-Hilfe bekräftigt, dass Nadja Benaissa keine Bestrafung verdient hat.

15 Kommentare

#1 SvenAnonym
  • 14.04.2009, 13:39h
  • Unverantwortlich. Wenn man das Virus schon hat, muss man es nicht auch noch mutwillig verbreiten. Nur für den schnellen Sex riskieren dass sich andere anstecken! Die gehört mit Recht in den Knast.

    Ich hab nix gegen HIV-Positve, habe ein paar im engeren Freundeskreis. Aber wenn man sich schon auf Sex mit jemandem einlässt, sollte man entweder konsequent safe ficken oder den anderen informieren. Alles andere ist potentieller Mord...
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#2 JanAnonym
  • 14.04.2009, 14:27h
  • Ich verstehe den Bezug des Artikels zu schwul-lesbischen Leben bzw. Tratsch kein bisschen...

    einen solchen Bezug sollten die Artikel aber auf queer.de haben. So etwas kann ich auch in der Bildzeitung lesen,wenn ich Lust drauf habe...
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#3 RonAnonym
  • 14.04.2009, 16:35h
  • Antwort auf #2 von Jan
  • Ja das ist die nächste - ach so aufgeklärte Superstar-Generation. "Vorbild" von tausenden pupertierenden Mädchen.
    Wenn es der Wahrheit entspricht sollte sie bestraft werden.
    Sollte es nicht so sein - Schade dann hat queer.de das Bildzeitungsniveau erreicht.
    Also abwarten....
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#4 RabaukeAnonym
  • 14.04.2009, 17:18h
  • Wenn das wirklich alles so ist, wie der Vorwurf der Staatsanwaltschaft derzeit lautet, bin ich von Nadja schwerst entäuscht! Das macht die "Opfer" auch nicht wieder gesund. Sollte Ihr die Schuld nachgewiesen werden, hoffe ich auf ein hartes, für alle anderen "Mitstreiter", abschreckendes Urteil. Grundsätzlich für mich gilt: Erst wenn die Schuld bewiesen, dann mit Verurteilungen "schießen".
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#5 DizAnonym
#6 Mister_Jackpot
  • 14.04.2009, 20:17h
  • Die Typen , die mit ihr geschlafen haben haben sich jawohl auch nicht geschützt und sind demnach selbst Schuld. Dass selbst in schwulen Kreisen IMMER den Infizierten die Schuld und die Verantwortung in die Schuhe geschoben wird finde ich anmassend und arrogant, aber man zeigt ja gern mit dem Finger zu aller erst auf andere anstatt mal bei sich selbst anzufangen. Wenn man mit jemndem schläft dann bitte immer so als wäre der andere positiv, will heissen Safer Sex ohne Ausnahme! Wann kapieren die Menschen das endlich! Denn wissen tut mans nie, ob der andere HIV hat...wenn man das nicht macht und hinterher auch noch Gerichte mit sowas beschäftigt, Steuergelder verschwendet, hab ich dafür kein Verständnis. Da ises mir egal ob es sich beim vermeintlichen "Täter" um nen "Star" oder nen Otto Normal Verbraucher handelt...vollkommen wurscht....jeder ist für sich selbst verantwortlich!
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#7 ChrissAnonym
  • 14.04.2009, 21:30h
  • Was ich bei diesem ganzen Aufstand nicht verstehe ist, wie kann man einfach so davon ausgehen, dass sie es war?
    Sicher das Virus bzw. HIV benötigt eine gewisse Zeit bis es erkennbar ist, aber wenn die Vorfälle im Jahre 2004 und 2006 waren, wie können da die Männer so sicher sein das sie es von ihr haben?
    In der zwischen Zeit müssen sie doch der männlichen Natur erlegen sein und mit min. 1 anderen Person "Kontakt" gehabt haben müssen.
    Mir ist keine Methode bekannt, wie nachweisbar ist das man von dem- oder derjenigen das Virus hat.... okay ich kann mich irren, aber an sich ist es ein Ding der Unmöglichkeit...
    Die Anzeige ist wahrscheinlich nur auf Grund dessen, das sie jetzt auf den Plakaten wirbt, die Männer nun erkannt haben: "Oh Mist ich war zu doof nen Kondom zu benutzen, ich könnte es jetzt haben oder ich habe es ja seit "ungefähr" dem Zeitpunkt."
    Nur sie war doch bestimmt nicht die einzige Sexualpartnerin in der Zeit....
    Der Aufstand ist einfach ein bisschen sehr übertrieben meiner Meinung nach.... und in der Hoffnung das auch jemand meinen Text liest und versteht verbleibe ich hiermit
    Mit freundlich Grüßen
    Chris
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#8 Benedictus
  • 14.04.2009, 22:28h
  • Die Typen wollten kein Kondom. Es hat sie keiner dazu gezwungen, keines zu benutzen. Sie haben bewusst das Risiko einer Infektion mit einer Geschlechtskrankheit oder einer ungewollten Schwangerschaft in Kauf genommen. Das tun Männer immer, wenn sie auf das Kondom verzichten, weil es ja ohne so viel geiler ist als mit. Und unter Heten scheint das ja öfter der Fall zu sein, nach dem Motto "Ist ja ne Schwulenseuche, mich betrifft das nicht"

    Wenn den Männern das Hirn schon in die Hose rutscht, wenn sie geil sind und es zur Sache geht, warum soll eine No-Angel oder ein x-beliebiger Positiver dann das Denken für beide übernehmen?! Diese neunmalklugen Sprüche "Sie hätte den Typen über ihre Infektion aufklären müssen" können nur von Leuten kommen, die schon lange keinen Sex mehr hatten oder negativ sind. Vielleicht hätte sie, wenn er denn dann noch gewollt hätte und er nicht vor Panik geflüchtet wäre, noch eine Einwiiligungserklärung von dem Typen unterschreiben lassen sollen, um spätere Regressansprüche zu verhindern?! Nichtmal Deutsche können so "nüchtern" beim Sex sein.

    Es handelt sich um Erwachsene Männer, die wissen, was sie tun. Sie dürfen sich ein Raucherbein und Lungenkrebs rauchen, sie dürfen sich eine kaputte Leber trinken, sie dürfen sich in den Tod rasen, sie dürfen sich Diabetes anfressen, sie dürfen gar in den Krieg ziehen und für das Vaterland sterben, aber Verantwortung für die Konsequenzen ihres sexuellen Handelns zu übernehmen, dazu sollen sie nicht in der Lage sein? Wenn die Aufklärung der sogenannten AIDS-Hilfen nicht fruchtet, die ganze Fernsehspots nichts bringen, und die sogenannten Opfer schließlich doch zum Anwalt rennen, weil sie eine HIV-Infektion bei Bareback-Sex völlig überrascht, dann sollten wir die ganzen Gelder und Stellen zum Thema Aufklärung streichen. Sie scheint ja doch keinen zu erreichen. Bzw. niemanden zu interessieren...
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#9 queerkopf
  • 14.04.2009, 23:39h
  • Antwort auf #1 von Sven
  • Wenn es so ist, wie in den Meldungen behauptet wird, versthe ich die Staatsanwaltschaft nicht. Demnach müssten alle, die ungeschützt Sex haben ja als potentielle Körperverletzer verhaftet werden. Da geht der Staat wirklich zu weit. Die Partner waren sicher schon in einem Alter, in dem sie selbst darauf kommen sollten, warum Gummis notwendig sind.

    Sollen jetzt alle Positiven gekennzeichnet werden? Gehört nicht auch die Verantwortung der Partner mit dazu. Natürlich hätte sie es sagen können. Nur entbindet das nicht die Partner von ihrer Verantwortung.

    Anders wäre es für mich nur, wenn sie wissentlich und mit Absicht die Partner infizieren wollte, wie es ja auch schon in Deutschland vorkam. In solchen Fällen bin ich für eine Bestrafung mit voller Härte des Gesetzes.
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#10 AntichristProfil
  • 15.04.2009, 07:00hHH
  • Antwort auf #8 von Benedictus
  • @Benedictus: "Und unter Heten scheint das ja öfter der Fall zu sein, nach dem Motto "Ist ja ne Schwulenseuche, mich betrifft das nicht""
    Das ist eben die Blauäugigkeit der Heten. Zu wissen, daß das Virus nicht nur Schwule, Junkies sowie Prostituierte betrifft kann man demnach nur von Infizierten erwarten. Bei anderen Heten kann man selbst in den jetzigen 2000ern nicht davon ausgehen, daß sie Ahnung von HIV/Aids haben.
    Dieses Beispiel zeigt erschreckend die noch immer herrschende Unaufgeklärtheit des gemeinen Volks.
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