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Der Widerstand gegen die Abschaffung des Homo-Verbots im US-Militär wird schärfer – derweil lassen Äußerungen aus der Regierung zweifeln, ob Präsident Obama sein Wahlversprechen einlöst und die "Don’t ask, don’t tell"-Regelung abschafft.

In einem Artikel für den "Concord Monitor" argumentiert der ehemalige General James Joseph Lindsay, dass viele Soldaten das Militär verlassen würden, wenn das Homo-Verbot fällt. Derzeit dürfen Schwule und Lesben zwar im Militär dienen, sie müssen ihre Sexualität aber geheim halten. Sobald diese publik wird, werden sie entlassen. General Lindsay berief sich in seiner Ablehnung einer Änderung auf eine Umfrage der "Military Times", in der er heißt, dass 14 Prozent der Mitglieder bei Armee oder Marine in Erwägung zögen, das Militär zu verlassen, wenn sie an der Seite von offen schwulen und lesbischen Kameraden dienen müssten. Demnach würden die Einheiten rund 230.000 Soldaten verlieren und würden dadurch "verkrüppelt", so Lindsay.

"Wir brauchen keine Studie, um zu sehen, dass die Spannungen natürlich zunehmen würden, da bei den Truppen wenig Privatsphäre herrscht. Das tägliche Militärleben würde durch die Gesetzesänderung stressintensiver werden", erklärte der General. "Jeder, der mit der Neuregelung nicht einverstanden ist, liefe Gefahr, als Abweichler zu gelten. Tausende würden daher die Truppen verlassen und viele würden bei Beförderungen übergangen werden. Viele würden sich erst gar nicht mehr verpflichten. Es gibt keinen Grund, die nationale Sicherheit in dieser Weise zu gefährden".

Aus der Obama-Regierung kommen gegenwärtig Stimmen, die ein Ende der "Don’t ask, don’t tell"-Regelung erst in weiter Ferne sehen. Während seines Präsidentschaftswahlkampfes hatte Barack Obama noch ein Ende der diskriminerenden Praxis versprochen. Sein Verteidigungsminister Robert Gates stellt das aber nun in Frage: "Falls wir das ändern, ist es wichtig, es richtig zu tun – und sehr vorsichtig." Gates erklärte, er sehe keinen Bedarf für eine Anpassung der Gesetze.

Die meisten Länder auf dem amerikanischen Kontinent und in Europa haben die Homo-Verbote im Militär aufgehoben. Zu den wenigen Ausnahmen gehören in Amerika Mexiko, Kuba und Venezuela und in Europa Serbien, Weißrussland und die Türkei. (dk)



12 Kommentare

#1 MalteAnonym
  • 17.04.2009, 15:59h
  • Würde mich nicht wundern, wenn Obama auch dieses Versprechen nicht einhält...

    Habe eben im Videotext gelesen, dass er die Folterer aus dem Militär straffrei ausgehen lassen will. Sämtliche Menschenrechtsorganisationen sind empört darüber!!!

    Ich wusste es: Obama ist halt auch ein Präsident wie jeder andere auch und wird sich im Amt auch genauso verhalten...
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#2 KameliendameEhemaliges Profil
  • 17.04.2009, 16:47h
  • Antwort auf #1 von Malte
  • Davon habe ich auch gelesen. Er gibt mit der Straffreiheit für Folter geradezu einen Freibrief dafür das sowas immer wieder passiert.

    Das er seine Wahlversprechen jetzt hochgradig bricht ist gelinde gesagt zum k..tzen.
    Auch ich habe immer gesagt man soll ihn ganz klar an seinen Taten messen und nicht an irgendeiner Welle von Euphorie, wie sie herscht(e).
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#3 FloAnonym
  • 17.04.2009, 17:08h
  • USA bleiben halt USA...

    Und zu Obama: ich konnte eh noch nie diese Euphorie verstehen, die auch hierzulande herrscht. Mir sind ja im US-Wahlkampf sogar hier in Deutschland immer mal Leute mit Obama-Buttons aufgefallen.

    Mal abgesehen davon, dass ich das eh lächerlich finde. Aber ich frage mich auch, wie dumm man sein muss, um auf Wahlkampfrhetorik reinzufallen. Man sollte immer (gerade bei Politikern) erst mal die Taten abwarten und sie danach beurteilen. Im Wahlkampf versprechen immer alle das Blaue vom Himmel. Das ist in den USA nicht anders als hier.

    Also was mich betrifft:
    Obama hat mich schon mehrfach enttäuscht und es würde mich nicht wundern, wenn es so weiterginge...
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#4 stephan
  • 17.04.2009, 17:26h
  • Kann mir jemand mal Lindsays Argumentation erklären? Ich erkenne in seinen Aufführungen keinen folgerichtigen Gedanken! Stress durch geoutete Schwulen und Lesben? Spannungen nehmen zu???
    Keine Ahnung, was Lindsay eigentlich sagen will ... oder besser: Ich befürchte, ich ahne es doch!
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#5 AxelBerlinAnonym
#6 gatopardo
  • 18.04.2009, 10:14h
  • Nun ist ja jedes Militär der Welt nicht gerade für Schwulenfreundlichkeit bekannt und selbst wenn man in einem Land diesen Job wegen gleichgeschlechtlicher Neigungen keineswegs verlassen muss, so kann man sich doch wohl ein ziemlich gespanntes "Betriebsklima" in solch einem Verein vorstellen, der traditionell national-konservativ und homofeindlich ist.
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#7 The RisingAnonym
  • 18.04.2009, 15:07h
  • Ich muss schon sagen, dass einige Leute hier eine grenzenlose Naivität hinsichtlich der politischen Realitäten in den USA und überhaupt des im bestehenden System in so kurzer Zeit politisch Möglichen offenbaren. Sonst wären sie sich dessen bewusst, was für einen drastischen Bruch mit der Politik seines Vorgängers Barack Obama in nicht einmal 100 Tagen in so vielen Politikfeldern bereits vorgenommen hat. Dazu gehört auch die Schließung von Guantanamo und anderen "Geheimgefängnissen" sowie das sofortige Ende der unter Bush praktizierten Foltermethoden. Und die Betreffenden würden auch verstehen, dass insbesondere Obama als erster schwarzer Präsident so gut wie tot wäre, wenn er sich jetzt in Sachen Folter direkt mit den Mächtigen des CIA anlegen und überwerfen würde. Das mag einem gefallen oder nicht, aber: "It's the system, stupid!"

    Fazit: Der Mann ist in nicht einmal 100 Tagen bislang an die äußersten Grenzen des überhaupt in so kurzer Zeit Machbaren gegangen, auch in der Innenpolitik, wo er im Gegensatz zu unserer Regierung Dutzende von zusätzlichen Milliarden in das Bildungswesen, in die Krankenversicherung, in die soziale Sicherung von Arbeitslosen, in erneuerbare Energien etc. investiert.
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#8 gatopardo
  • 18.04.2009, 17:06h
  • Antwort auf #7 von The Rising
  • Das habe ich von Anfang an gedacht, es hier aber nicht auszusprechen gewagt. Wie kann man nur erwarten, dass Obama in so kurzer Zeit belastete Köpfe von CIA, Militär und Kapital rollen lässt, ohne dass diese in ihrer ganzen fürchterlichen Macht zurückschlagen würden ? Bereits jetzt muss uns doch aufgefallen sein, welch ein "drastischer Bruch", wie Du es ausdrückst, mit der unsäglichen und verbrecherischen Bush-Clique bereits vollzogen wurde. Da spielt nun wirklich im Augenblick der offene Umgang mit Homos im Militär keine vorrangige Rolle, das bekanntlich überall auf der Welt und insbesondere in USA unantastbar stockkonservativ oder auf der anderen Seite kommunistisch-verknöchert ist. Es gibt keine Alternative für Obama, liebe schwul-lesbische Queer-Mitglieder !
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#9 Mannheim1Profil
  • 18.04.2009, 22:42hmannheim
  • Ich denke nicht, daß Schwule und Lesben (die wohlgemerkt dann OFFEN schwul sind) das Militär "ausdünnen".

    Kann mir zwar schon vorstellen, daß manche Ami - Soldaten aus irgendwelchen hysterischen Gründen dann austreten,
    - es werden auch wieder andere eintreten in die Army.

    Ich kenn das Milieu da zwar nicht, weiß aber von früher , dass nicht wenige G I´s schwul sind.
    Denke diese Meldung des Ex-Armeegenerals ist eher Propaganda.
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#10 ANONYMUSAnonym
  • 19.04.2009, 00:35h
  • Dann hoff ich daß alle Schwulen der Welt in die jeweilige Landesarmeen eintreten, daß sämtliche Terroristen schwul werden, geil auf Männerärsche und dann ... zieht keiner mehr in den Krieg bzw. die Politiker dürfen sich dann selbst gegenseitig bekriegen.
    UND DER WELTFRIEDEN WÄRE VERWIRKLICHT!!!
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